EINBRUCH IN NEUBRANDENBURG

Tödlicher Schuss von Polizist war Notwehr

Der tödliche Schuss auf einen 27-jährigen Einbrecher in Neubrandenburg hat für den Polizisten kein Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen ein.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Rot-weiße Absperrbänder am Tatort: Drei Männer sollen in der Neubrandenburger Oststadt in einen Imbiss eingestiegen sein. Einer von ihnen wurde bei der Festnahme durch einen Schuss tödlich verletzt.
Rot-weiße Absperrbänder am Tatort: Drei Männer sollen in der Neubrandenburger Oststadt in einen Imbiss eingestiegen sein. Einer von ihnen wurde bei der Festnahme durch einen Schuss tödlich verletzt. Felix Gadewolz
Schwerin/Neubrandenburg.

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen einen Polizisten nach dem tödlichen Schuss bei einem Imbiss-Einbruch in Neubrandenburg eingestellt. Der Einsatz der Schusswaffe sei im Rahmen des Notwehrrechts erfolgt, teilte die Neubrandenburger Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. „Unter Beachtung der rechtlichen Vorgaben war daher der Schusswaffeneinsatz gerechtfertigt, so dass die Ermittlungen einzustellen waren”, sagte Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler.

Polizist mit Reizgas besprüht

Vor dem tödlichen Schuss hatte der 27-Jährige den Beamten aus kurzer Entfernung mit Reizgas ins Gesicht gesprüht, wie die Ermittlungen ergaben. Der Polizist wurde dabei verletzt. Der Beamte schoss daraufhin und traf den Mann in den Oberkörper. Er starb trotz medizinischer Sofortmaßnahmen kurze Zeit später.

Die Polizei nahm bei dem Einsatz am 1. März in der Neubrandenburger Oststadt zwei weitere mutmaßliche Einbrecher fest. Sie sitzen wegen des Verdachts auf räuberischen Diebstahl in Untersuchungshaft. Bei ihnen wurden 30.000 Euro gefunden, die sie beim Einbruch in das Ladenbistro erbeutet hatten.

Polizeibekannter Berliner Familienclan

Zwei der drei mutmaßlichen Täter sollen einem polizeibekannten Berliner Familienclan angehören. Aus dessen Umfeld wurden auch Drohungen gegen den Schützen laut, der daraufhin Polizeischutz erhielt.

Der Fall mutmaßlicher Clan-Kriminalität in Mecklenburg-Vorpommern hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt und den Schweriner Landtag beschäftigt, auch weil Berliner Angehörige der Großfamilie auf dem Neubrandenburger Polizeihauptrevier Beamte bedrängt hatten und Auskunft über den Getöteten verlangt hatten. Erst nachdem Platzverweise ausgesprochen wurden, kehrte Ruhe ein.

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Kommentare (5)

Das Zeislerische Theaterstück geht zu Ende. Warum wurde überhaupt "ermittelt"?! Stand nicht von Anfang an fest, das es auf Notwehr hinausläuft? Es wird grundsätzlich Notwehr und wenn diese nicht greift Putativnotwehr angenommen. Warum initiierte dieser Oberstaatsanwalt fast zwei Monate lang ein solches Theater. Bei Schusswaffeneinsatz der Polizei legt man grundsätzlich das Notwehrrecht großzügig aus, während es bei privaten Bürgern sehr restriktiv ausgelegt wird. Lächerlich dieser Oberstaatsanwalt, einfach nur ein lächerlicher Staatsanwalt.

Weil es in Deutschland Gewaltenteilung gibt, damit nicht eine Staatsgewalt eventuell die Gesetze zu eigenen Gunsten anwenden kann.

Haben Sie auch Behauptungen für Ihre Behauptung, dass es da einen Unterschied in der Auslegung gäbe? Mir ist nur das Beispiel des Rockers von Anhausen bekannt, der seinerseits durch die geschlossene Tür einen Polizisten erschoss und bei dem Putativnotwehr angenommen wurde. Ansonsten sind mir aufgrund der glücklicherweise sehr restriktiven deutschen Waffengesetze keine Fälle bekannt. Nennen Sie doch mal ein paar Fälle.

Die Ermittlungsergebnisse stellen heraus, dass der sich der Beamte korrekt verhalten hat. Für mich aufgrund der Veröffentlichungen nachvollziehbar. Ich wünsche dem Beamten für die Zukunft alles Gute und wenig Gründe seine Dienstwaffe einsetzen zu müssen. Danke an die Bediensteten , welche sich trotz schwieriger Personalsituation und Sparzwang täglich für unsere Sicherheit und Ordnung einsetzen.

unserer Polizei müsste viel mehr von staatlicher Seite der Rücken gestärkt werden um Recht und Ordnung auf der Strasse und im Lande sicherzustellen - darauf werden wir Dank unserer verkommenen rot grünen Politik unter Merkels polnischer Wirtschaft lange warten können - bis dahin müssen wir mit zunehmender Gewaltbereitschaft und Kriminalität auskommen und leben müssen