STRAND IN NEUBRANDENBURG

Tonnenweise Ostsee-Sand am Tollensesee

Immer wieder graben Wind und Wasser den Stränden in Neubrandenburg den Sand ab. Einer gemeinsamen Spende von neun Unternehmen ist jetzt Abhilfe für Broda und das Augustabad zu verdanken.
Susanne Schulz Susanne Schulz
250 Tonnen Sand wollen erst mal verteilt sein, wissen Schwimmmeisterin Andrea Voß und MBA-Mitarbeiter Reiko Kasper. Foto: Susanne Schulz
250 Tonnen Sand wollen erst mal verteilt sein, wissen Schwimmmeisterin Andrea Voß und MBA-Mitarbeiter Reiko Kasper. Foto: Susanne Schulz
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Neubrandenburg.

Ein Hauch von Ostsee weht übers Augustabad. Und das liegt nicht nur an der Wassertemperatur des Tollensesees, die bis zum Beginn der Badesaison durchaus noch Zuwachsreserven hat. Nein, es hat noch einen anderen Grund, dass Schwimmmeisterin Andrea Voß derzeit statt im Badeanzug eher in Gummistiefeln am Ufer steht. Denn dort ist tonnenweise frischer, feiner Sand zu verteilen, um das Strandbad sommertauglich herzurichten.

Dass der Strand immer wieder unter dem Druck von Wind und Wasser abgetragen wird, versetzt Badende und Bad-Betreiber seit Jahren in Sorge. Schon mehrfach hatte die Stadtverwaltung angekündigt, nach einer dauerhaften technologischen Lösung zu suchen. Unterdessen haben neun Unternehmer sich zusammengetan, um dem Badesommer 2019 auf die Sprünge zu helfen: 250  Tonnen Quarzsand sind am Mittwoch am Augustabad, weitere 200 Tonnen am Strandbad Broda abgeladen worden.

„Jeder von uns übernimmt 50 Tonnen“, sagt Initiator Ulrich Brückner vom MBA Anlagenbau, der sich neben dem Quarzsandwerk noch die Rohrleitungs- und Tiefbaufirma RTN, das Unternehmen Onyx, Günther Tausch mit seiner automation&software, Munzinger Entsorgung, den Fenster- und Wintergartenbauer Meban, Schewe Immobilien sowie die Neubrandenburger Straßen und Tiefbau GmbH NST mit ins sprichwörtliche Boot geholt hat. Auf 8000 bis 9000 Euro beläuft sich der materielle Wert des gemeinsamen Engagements, der ideelle ist unschätzbar.

Badesaison beginnt Mitte Mai

„Dafür habe ich einen Vormittag telefoniert“, schildert Brückner, wie schnell sein Werben um Unterstützung Gehör fand. Diese Erfahrung versteht er auch als Signal an die Stadt, die immer wieder unter den erheblichen Kosten für das Sand-Auffüllen leidet: „Es lohnt sich, einfach mal Firmen anzusprechen“, sagt der MBA-Chef. Sensibilisiert seien die Unternehmer auch durch die im vorigen Jahr aufgebrachte Debatte um Eintrittsgelder oder private Betreiber für die Strandbäder, um Kosten zu mindern: „Das wollen wir nicht, dass an unserem schönen großen See noch ein Obolus fürs Baden entrichtet werden muss“, stellt Brückner klar.

Das Augustabad ist aus seiner Sicht die beste Badestelle Neubrandenburgs, gefolgt von Buchort. Broda wiederum eigne sich wegen des flachen Wassers besonders für Familien. Und die Wasserqualität des Tollensesees erlebt der Neubrandenburger, der als Taucher auch buchstäblich tieferen Einblick hat, als wahrhaft gut. Dem werde auch die Qualität des feinen Quarzsands gerecht: „Etwas Nährstoffneutraleres als solchen Kies gibt es nicht“, verspricht er sauberes Badevergnügen.

Die offizielle Badesaison an den städtischen Strandbädern beginnt Mitte Mai. Dann sollen das Augustabad, das Strandbad Broda und die Badestelle am Reitbahnsee wieder täglich mit Rettungsschwimmern besetzt sein, bestätigt die Stadtverwaltung auf Nordkurier-Nachfrage. Im Einsatz sind hauptamtliche Mitarbeiter des Ordnungsamtes, unterstützt von Ehrenamtlern der DRK-Wasserwacht. Für die Bewirtschaftung der Strände wendet die Stadt jährlich rund 280.000 Euro auf.

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