SIEBTES OLDTIMER- UND TRAKTORENTREFFEN

Trabi, Lanz Bulldog & Co. sorgen für Begeisterung

Mehr geht nicht? Das dachten die Macher des Oldtimertreffens bereits im vergangenen Jahr. Es geht aber mehr. Das Altentreptower Gewerbegebiet platzte mit mehr als 7000 Besuchern fast aus den Nähten.
Anke Brauns Anke Brauns
Leonhard hat sich richtig festgekrallt am Lenkrad von Uwe Dewitz‘ Lanz Bulldog. Der Brohmer schmeißt den alten Traktor öfter für Kinder an.
Leonhard hat sich richtig festgekrallt am Lenkrad von Uwe Dewitz‘ Lanz Bulldog. Der Brohmer schmeißt den alten Traktor öfter für Kinder an. Anke Brauns
Ein Kettcar aus DDR-Zeiten hat Daniel Gütschow auf seinen blauen Trabant montiert. das reizt Janine und Janek zum Aufsitzen.
Ein Kettcar aus DDR-Zeiten hat Daniel Gütschow auf seinen blauen Trabant montiert. das reizt Janine und Janek zum Aufsitzen. Anke Brauns
Hier glänzt nicht nur der goldene Adler. Die Fahrzeuge waren fast alle auf Hochglanz gewienert.
Hier glänzt nicht nur der goldene Adler. Die Fahrzeuge waren fast alle auf Hochglanz gewienert. Anke Brauns
Was für ein Anblick für Oldtimer-Fans!
Was für ein Anblick für Oldtimer-Fans! Anke Brauns
Julius, Willi und Anton (von rechts) dürfen zwar mitfahren im Borgward Isabella, aber ans Steuer setzt sich Susann Tiede, deren Vater das Auto mit großem Aufwand "restauriert" hat.
Julius, Willi und Anton (von rechts) dürfen zwar mitfahren im Borgward Isabella, aber ans Steuer setzt sich Susann Tiede, deren Vater das Auto mit großem Aufwand "restauriert" hat. Anke Brauns
Dein Freund und Helfer: Die Volkspolizei darf bei keinem Oldtimertreffen fehlen.
Dein Freund und Helfer: Die Volkspolizei darf bei keinem Oldtimertreffen fehlen. Anke Brauns
Bahn frei: Viele Schaulustige säumten die Straßen bei der Ausfahrt.
Bahn frei: Viele Schaulustige säumten die Straßen bei der Ausfahrt. Anke Brauns
Mit der Farbe fällt man immer auf.
Mit der Farbe fällt man immer auf. Anke Brauns
Die Streitkräfte der DDR sorgten für die Sicherheit bei der Ausfahrt.
Die Streitkräfte der DDR sorgten für die Sicherheit bei der Ausfahrt. Anke Brauns
Mehrere Oldtimerfans hatten ihren "Wage voll gelade".
Mehrere Oldtimerfans hatten ihren "Wage voll gelade". Anke Brauns
Au weia! Wenn das die Polizei sieht...
Au weia! Wenn das die Polizei sieht... Anke Brauns
Damit könnte es vom Oldtimertreffen direkt in den Urlaub gehen.
Damit könnte es vom Oldtimertreffen direkt in den Urlaub gehen. Anke Brauns
Als Campingfreunde müssen Ricarda Wilke und ihr Sohn Tim durch dieses Fenster gucken. Der Schwedter Günter Otremba hat einen Wohnwagen in einen Trabant integriert.
Als Campingfreunde müssen Ricarda Wilke und ihr Sohn Tim durch dieses Fenster gucken. Der Schwedter Günter Otremba hat einen Wohnwagen in einen Trabant integriert. Anke Brauns
Vorne Trabi, hinten Mini-Wohnwagen. Mit viel Liebe und Aufwand hat der Schwedter Günter Otremba den Trabi innerhalb von drei Jahren umgebaut.
Vorne Trabi, hinten Mini-Wohnwagen. Mit viel Liebe und Aufwand hat der Schwedter Günter Otremba den Trabi innerhalb von drei Jahren umgebaut. Anke Brauns
Das weckt Erinnerungen.
Das weckt Erinnerungen. Anke Brauns
Den "Freizeitschlepper" hat ein Bastler aus einem DDR-Gartengerät gebaut.
Den "Freizeitschlepper" hat ein Bastler aus einem DDR-Gartengerät gebaut. Anke Brauns
Das sieht noch original aus.
Das sieht noch original aus. Anke Brauns
Altentreptow.

„Nich, Oma“, sagt Leonhard, schüttelt Omas Hand ab und krallt sich wieder am Lenkrad fest. „Ba, ba, ba, ba“, sagt er leise vor sich hin im Takt des Motors. Leonhard ist erst zwei Jahre alt, aber er weiß schon, was er will. Er will nicht von diesem Traktor runter. Uwe Dewitz lacht, er kennt das schon. Seinen Lanz Bulldog, Baujahr 1938, schmeißt der Brohmer bei verschiedenen Gelegenheiten für Kinder an und die seien immer schwer wieder vom Sitz zu holen. Wie auf seinem Traktor sind auf vielen alten Maschinen beim siebten Oldtimer- und Traktorentreffen die Sitzplätze heiß begehrt, nicht nur beim Nachwuchs.

Dicht an dicht stehen die alten Fahrzeuge am 1. Mai im Gewerbegebiet. Der Besucherstrom will gar nicht abreißen. Als gegen 15 Uhr der 7000. Gast begrüßt wird, ist das Ende noch nicht abzusehen. „Mehr als Altentreptow Einwohner hat“, sagt Peer Utech, Chef des Organisationsteams. Das hat selbst er nicht erwartet, nachdem im vergangenen Jahr schon über 6000 Besucher gezählt wurden. Noch nie hat er auch so viele Menschen zur Ausfahrt an den Straßen stehen sehen. Das Parkverbot entlang der Landesstraße nützt schließlich nichts mehr. Die Stellplätze an der Südkreuzung sind zeitweise restlos belegt. Mit mehr als 500 Oldtimern haben die Organisatoren wieder gerechnet. Mehr als 650 sind es geworden, die sich, auf Hochglanz gewienert, im Gewerbegebiet bestaunen lassen.

Bastler investieren viel Zeit und Liebe

„Genial“, „cool“, „super“ – das Entzücken der Oldtimerfans kennt viele Ausdrücke. „Geil“, sagt Jörg Habrich beim Anblick eines kleinen „Freizeitschleppers“, den ein Bastler aus einem alten DDR-Gartengerät gebaut hat. Habrich ist von Weitin mit einem alten Deutz-Trecker gekommen. Aber er will natürlich nicht nur seinen Oldtimer präsentieren, sondern sich auch selbst umsehen. Den „Freizeitschlepper“ guckt er sich genau an. „Ich hab auch noch ein Teil von so einem Gartengerät zu Hause, da könnte ich was draus machen“, denkt er.

„Stark“, sagt Ricarda Wilke mit Blick auf den Trabant „Luxus“ von Günter Otremba. Der Rentner aus Schwedt bastelt schon seit 30 Jahren an Autos. Aber dieser Trabant 601 mit integriertem Campingwagen ist wohl sein Meisterstück. Drei Jahre hat er intensiv daran gebaut, erzählt er. „Wir sind selbst begeisterte Camper und haben einen Wohnwagen“, begründet Ricarda Wilke ihre Begeisterung. Mit ihrem Mann Axel und den Kindern Tim und Franziska gehört die Treptowerin zu den Stammgästen des Oldtimertreffens.

Genauso wie Gerhard Kopischke, der bei der siebten Auflage ein Versprechen einlöst. Vor einem Jahr hatte er angekündigt, diesmal nicht nur mit seinem Lanz Bulldog aufs Gelände zu kommen, sondern auch mit Isabella. Und da steht sie. Herausgeputzt, elegant in Schwarz und Rot. Den Oldtimer der Firma Borgward darf seine Tochter Susann Tiede bei der Ausfahrt durch die Stadt kutschieren. „Nun sehen wir den Vater vielleicht auch mal wieder“, sagt sie lachend. Denn in den vergangenen Monaten sei er „nur draußen im Schuppen“ gewesen, um an dem Schmuckstück zu bauen. Die anderthalb Jahre Arbeit, sagt er, haben ihm den Abschied von seinem Autohaus, den Übergang in den Ruhestand erleichtert. „Das war Ablenkung.“ Ein neues Bastel-Projekt habe er noch nicht, sagt er. Aber das kann man kaum glauben.

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