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Traditionsblitzer überlebt dank der "Schnellfahrer"

Gut versteckt am Schwanenteich – der Neubrandenburger Traditionsblitzer, der auch an diesem Freitag wieder postiert wurde, um Schnellfahrern Fotografien anbieten zu können.
Gut versteckt am Schwanenteich – der Neubrandenburger Traditionsblitzer, der auch an diesem Freitag wieder postiert wurde, um Schnellfahrern Fotografien anbieten zu können.
Hartmut Nieswandt

Abzocke? Nein, der Blitzer am Neubrandenburger Schwanenteich wird immer wieder aufgestellt, weil Raser die Stelle gefährlich machen, argumentiert die Stadt.

„Vorsicht, Blitzer in Neubrandenburg, Friedrich-Engels-Ring, Höhe Schwanenteich.“ Diesen Warnhinweis im Rundfunk kann inzwischen wohl jeder Kraftfahrer mitrezitieren. So auch  unser Leser Gerald Schulze aus Neubrandenburg. „Ich bin einfach mal zu den Blitzer-Herren gegangen und fragte sie: Dürfen Sie einfach die Geräte in die Grünanlagen stellen? Ihre Antwort: Wir dürfen das.“ Unsere Zeitung fragte nach bei der Stadt, die dafür zuständig ist.

„Dieser Messstandort am Friedrich-Engels-Ring wurde ab August 2012 eingerichtet, weil sich hier ein Unfallschwerpunkt befindet“, erklärt Jörg Schmiedel vom Fachbereich Sicherheit und Ordnung. 2011 mussten dort fünf Verkehrsunfälle mit drei Schwerverletzten und einem leicht verletzten Menschen registriert werden, 2012 waren es bei sieben Verkehrsunfällen drei Leichtverletzte, begründet Schmiedel.

Unfallgefahr weiterhin hoch?

„Das ist wohl eine einträgliche Stelle dort am Schwanenteich, sonst würde der Blitzer ja nicht immer wieder dort versteckt werden“, findet Gerald Schulze. „Wichtigstes Ziel für Geschwindigkeitskontrollen ist das Bekämpfen von Unfallhäufungsstellen“, entgegnet Jörg Schmiedel zum Verdacht der „Abzocke“. Am Schwanenteich hätten sich zunehmend Probleme mit der Unfallentwicklung abgezeichnet. „Darum wurde mit dem Städtischen Immobilienmanagement vereinbart, dass die Grünfläche gelegentlich für die notwendigen Geschwindigkeitskontrollen genutzt werden kann“, erklärt der Abteilungsleiter.

2013 sei der Friedrich-Engels-Ring, Höhe des Schwanenteich, keine Stelle mit auffällig vielen Unfällen mehr gewesen.  Warum steht der Blitzer trotzdem immer wieder dort? Die Messungen gehen weiter, weil Tempo 50 dort nach wie vor oft überschritten wird und darum die Unfallgefahr sehr hoch bleibt, erklärt Schmiedel und hat ein Beispiel parat: Bei einer Kontrolle am 27. Oktober wurde von 7.40 bis 15.40 Uhr insgesamt 468 Mal ein zu hohes Tempo gemessen, am 18. November waren es von 8.35 bis 16.45 Uhr 263 Geschwindigkeitsüberschreitungen.

So sorgen viele Kraftfahrer mit steifem Bein weiterhin für das Überleben des Neubrandenburger Traditionsblitzers.

Kommentare (1)

Eigentlich ist es doch nicht sonderlich schwer, einfach Fuß vom Gas ... 50 km/h fahren und alles ist paletti. Ich sehe auch kein Problem für die Grünaanlagen durch das zeitweise Aufstellen der Meßtechnik, was ich aber problematisch sehe, ist das Abstellen des zugehörigen Fahrzeugs (Gewicht, Bodenverdichtung, heißer Kat im Sommer auf trockener Rasenfläche ...) auf Rasenflächen bzw. bei Messungen in der Neustrelitzer Str.(Höhe Lindenberg) , wenn der Rad- oder Fußweg beeinträchtigt wird und dort die "Gefahrenstelle" nicht mal ordentlich abgesichert wird. Obwohl dies auch recht unproblematisch zu entschärfen wäre: einfach aus dem "Gewinn" eine Summe entnehmen und Abstellflächen für das Fahrzeug befestigen und gut ist es. Grundsätzlich soll es aber Meßstellen solange geben, wie es Bleifüsse gibt...