HAUSHALT BESCHLOSSEN

Treptower Stadtvertreter sagen Ja zum Großen Stein

So nah an seiner Hebung, bleibt der Findling weiter im Gespräch. Unter anderem beim Thema Haushalt kam erneut die Sprache auf ihn. Bürgermeister Volker Bartl zeigte indes, dass nicht nur Altentreptow einen Stein hebt.
Bürgermeister Volker Bartl (parteilos) am teilweise freigelegten „Großen Stein“. Der Findling ist etwa acht Meter lang, sechs Meter breit und rund fünf Meter hoch.
Bürgermeister Volker Bartl (parteilos) am teilweise freigelegten „Großen Stein“. Der Findling ist etwa acht Meter lang, sechs Meter breit und rund fünf Meter hoch. Bernd Wüstneck
Altentreptow ·

Die Haushaltssatzung für das Jahr 2021 ist beschlossen. Beim ersten Termin der jüngst zweigeteilten Stadtvertretersitzung hat das Gremium dem Schreiben seine Zustimmung gegeben. Ganz ohne Diskussion ist dieser Teil der Tagesordnung dann aber doch nicht vonstatten gegangen. Ins Rampenlicht gerückt wurde dabei erneut der Große Stein und dessen Hebung.

Ein Projekt, dessen Betrag sich erhöht hat. Eine erste Kostenschätzung hatte 180 000 Euro ergeben. Das Ergebnis der Ausschreibung für das Vorhaben ergab letztendlich 244 000 Euro, der Hauptausschuss hat in seiner vergangenen Sitzung dem Auftrag seinen Segen gegeben (der Nordkurier berichtete). Dementsprechend steht der neue Betrag in der Haushaltssatzung geschrieben. 140 000 Euro Förderung fließen in den Großen Stein, zusätzlich sind bis dato rund 22 000 Euro Spenden für das Projekt eingetroffen.

CDU-Stadtvertreterin stimmt Haushalt nicht zu

Der nun gestiegene Eigenanteil – Spenden mit eingerechnet, sind es nach jetzigem Stand rund 82 000 Euro – der Stadt stieß allerdings bei Stadtvertreterin Silva Keitsch (CDU) sauer auf. Sie werde dem Haushalt nicht zustimmen, äußerte sie sich klar und nannte die höhere Summe als Grund. „Ich betrachte das mit Sorge“, sagte die Stadtvertreterin, zumal sich die Stadt in der Haushaltskonsolidierung befinde. Zwar könne der Haushalt 2020 wohl mit einer Null abgeschlossen werden, aber nicht aus eigener Kraft, sondern mit einer Zuweisung aus Schwerin. Mitte Dezember hatte die Stadt eine Sonderzahlung von rund 580 000 Euro vom Land erhalten, als Ausgleich für die im Pandemie-Jahr 2020 spürbar eingebrochenen Einnahmen bei der Gewerbesteuer (der Nordkurier berichtete). Silva Keitsch beantragte, auf die Aufgabe im Haushalt einen Sperrvermerk zu legen und in der zweiten Jahreshälfte, zusammen mit einem dann neu gewählten Stadtoberhaupt im Rathaus, erneut darüber zu diskutieren.

Weitere Projekt nur mit Fördermitteln möglich

Ein Antrag, dem die anderen Stadtvertreter nicht zustimmten. So verwies Mirko Renger, Vorsitzender der Fraktion Wählergemeinschaft/SPD, nochmals auf den Fehlbetrag der Stadt, den die Stadt seit 2012 vor sich hergeschoben hatte, der mit dem geprüften Abschluss des Haushalts 2018 jüngst aber wegfiel. Der wies einen Jahresüberschuss von 922 979 Euro aus (der Nordkurier berichtete). Mit zu beachten sei zudem, das einige Förderprogramme den Zahlen für einige Projekte im Haushalt zu Grunde gelegt seien. „Nur wenn Fördermittel fließen, werden sie gemacht.“

Für den Großen Stein seien bereits mit den 22 000 Euro – zwei Spenden im vierstelligen Bereich hatten die Stadtvertreter etwa an dem Abend auf der Tagesordnung – schon viel eingeworben. Zudem müsste man bei ersten Kostenplänen davon ausgehen, dass sie sich noch mal verändern.

Feste rund um den Großen Stein sind vorstellbar

Die CDU-Fraktion steht hinter dem Haushalt, meldete sich zudem der Fraktionsvorsitzende Thomas Kraft zu Wort. „Den Haushalt können Sie nicht nur auf den Großen Stein reduzieren.“ Es sei mannigfaltig aufgestellt, was alles für die Treptower getan werde, unter anderem stehen Projekte für Straßen, Arbeiten an öffentlichen Gebäuden und vielem mehr an. „Das ist zum Wohle aller in der Stadt.“

Für die Hebung des Großen Steins hatte sich Bürgermeister Volker Bartl zum Anfang der Sitzung erneut stark gemacht. In einer Präsentation zeigte er andere Projekte auf, bei denen in der Vergangenheit große Findlinge gehoben und zu touristischen Anziehungspunkten wurden, etwa 2019 in der Feldberger Seenlandschaft oder 2020 in der Gemeinde Hüven, Niedersachsen.

In Tonnenheide, Nordrhein Westfalen, wurde 1981 ein 350 Tonnen schwerer Findling gehoben und versetzt, er zählte als der größte seiner Art in Norddeutschland. Das Gewicht des Großen Steins in Altentreptow liegt laut Schätzung bei rund 400 Tonnen. „Wir werden dem Stein Konkurrenz machen“, so Bartl. In Edling am Stoa, Bayern, hatte die Gemeinde nach dem Fund eines großen Findlings – rund 200 Tonnen – in einer Kiesgrube um den Fundplatz ein Freilufttheater erschaffen, mit dem Stein mittendrin.

Auf dem Areal um den Großen Stein in Altentreptow später Feste zu veranstalten, könne er sich sehr gut vorstellen, so der Bürgermeister. „Es wird eine große Bereicherung. Jeder Euro ist in gute Hände gelegt.“

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