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Trotz Defizit: Gemeinde steht zu Kita

Siedenbollentin.„Das ist der Exodus, ich stimme über diesen Haushalt nicht ab.“ Der Siedenbollentiner Gemeindevertreter Lutz Grabowski verweigerte dem ...

Siedenbollentin.„Das ist der Exodus, ich stimme über diesen Haushalt nicht ab.“ Der Siedenbollentiner Gemeindevertreter Lutz Grabowski verweigerte dem Etat für dieses Jahr seine Stimme. Der Haushalt weist ein gewaltiges Loch von etwas mehr als einer Viertelmillion Euro auf. Lutz Grabowski stören vor allem die Ursachen – dass Siedenbollentin beispielsweise 78 000 Euro mehr Amtsumlage zahlen müsse, gleichzeitig aber 32 000 Euro weniger an Schlüsselzuweisungen erhalte. Dazu kommt, dass er sich außer Stande sieht, das mehr als 100 Seiten dicke Haushaltswerk „als ehrenamtlicher Gemeindevertreter zu durchschauen“, wie er während der jüngsten Sitzung sagte. Angesichts des großen Defizits müsse man auch überlegen, ob man Kita, Jugendclub und Gemeindezentrum langfristig halten könne. Bürgermeister Thorsten Haker mahnte aber, sich diese drei Einrichtungen nicht nehmen zu lassen. „Sonst haben wir große Verluste in der Lebensqualität“, meinte er.

Investition in separaten
Schlafraum geplant
251 000 Euro „Miese“ seien allerdings eine Summe, „an der man nicht so einfach vorbei kann“, räumte er ein und verhängte eine Haushaltssperre. Das liege aber nicht an der Großspurigkeit der Gemeinde. Das Loch entstehe durch weniger Einnahmen und mehr Umlagen. Gewachsen ist aber auch der Zuschuss für die Kita. 66 000 Euro muss die Gemeinde in diesem Jahr voraussichtlich beisteuern, rund 23 000 Euro mehr als 2012, wie Irmtraud Schulze vom Finanzausschuss berichtete. Das werde immer weiter aus dem Ruder laufen, so lange das Personal in der Einrichtung zum öffentlichen Dienst gehöre, meinte Lutz Grabowski. Der Bürgermeister glaubt allerdings nicht, dass sich für die Gemeinde ein großer Kostenvorteil ergebe, wenn man die Kita an einen anderen Träger abgebe. Irmtraud Schulze betonte zudem, dass die Kinder das Wichtigste seien, für das man sich einsetzen müsse.
Das tut die Gemeinde auch und will dieses Jahr rund
12 000 Euro in die Kita investieren für Maßnahmen, die das Jugendamt gefordert hat: einen separaten Schlafraum, Klemmschutz an Türen und eine Töpfchenspüle oder Babytoilette (der Nordkurier berichtete). Der Einrichtung wäre eine Töpfchenspüle lieber, so Leiterin Elke Hohmann. Denn auf die Babytoilette kann immer nur ein Kind, Töpfchen dagegen gibt es reichlich. Die Spüle sei aber teurer, weiß sie. Fördermittel sind beantragt.
Die Summe für die Straßenbeleuchtung wurde gleich höher angesetzt, weil die 5000 Euro vom vergangenen Jahr nicht reichten, es mussten zusätzlich 3500 Euro aufgebracht werden. 3150 Euro plant die Gemeinde für den Jugendclub ein. Wegen der rund 4000 Euro Zuschuss fürs Gemeindezentrum schlug Lutz Grabowski vor, dass alle Nutzer etwas zahlen. Bisher gilt, dass Vereine und die Kirche die Räume kostenlos nutzen können. Für die, die in der Gemeinde aktiv sind, müsse man schon Geld übrig haben, meinte allerdings die Mehrheit.ab