In Weisdin ging es für Bodo Schiffmann und Samuel Eckert vorerst nicht mehr weiter.
In Weisdin ging es für Bodo Schiffmann und Samuel Eckert vorerst nicht mehr weiter. Screenshot Youtube Samuel Eckert
#EhrenRusch

Twitter feiert Neubrandenburger Polizisten

Neubrandenburgs Polizeiführer Torsten Rusch hat den Luxusbus der „Querdenker” Bodo Schiffmann und Samuel Eckert gestoppt. Trotz Einreiseverbot wollten sie nach MV und 80.000 Menschen sahen live zu.
Neubrandenburg

Auf Twitter trendet derzeit der Hashtag #EhrenRusch. Die Twitter-Gemeinde feiert damit den Leiter des Polizeihauptrevieres Neubrandenburg, Polizeioberrat Torsten Rusch, für sein Verhalten in der Nacht von Montag auf Dienstag.

+++ Aktualisierung: Einreiseverbot bestätigt - „Querdenker”-Schiffmann muss raus aus MV. +++

Er hatte nämlich einen Bus gestoppt, der trotz Einreiseverbot durch Mecklenburg-Vorpommern fahren wollte. Denn laut Polizei wohnen der Versammlungsleiter und der stellvertretende Versammlungsleiter nicht in MV. Konkret handelte es sich dabei um den Luxusbus der „Querdenker” von Bodo Schiffmann und Samuel Eckert, die an der Demonstration in Neubrandenburg teilnehmen wollten.

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Einreise untersagt

Da auf sie nach jetzigen Stand keine Ausnahmeregelungen zutrafen, wurde ihnen die Einreise nach MV telefonisch untersagt. Die Betroffenen drohten eine gerichtliche Klärung an. Die Polizei blieb aber standhaft und sagte dem Anmelder deutlich, dass die Einreise bis zur gerichtlichen Klärung nicht gestattet ist.

Update: Einreiseverbot bestätigt - „Querdenker” Schiffmann muss raus aus MV

Dennoch ist der Busfahrer weiter in Richtung MV gefahren und hat sich somit dem Verbot widersetzt. Polizisten aus Neubrandenburg stoppten den Bus daher in Weisdin an der B96 zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz. Die Insassen widersetzten sich erneut, blieben in Weisdin und Samuel Eckert startete von dort einen LiveStream, bei dem zu Höchstzeiten mehr als 80.000 Menschen zugeschaut haben.

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Zu Strafanzeigen aufgerufen

Sie sahen sich laut Polizei im Recht und weigerten sich beharrlich, das Bundesland wieder zu verlassen. Gegen 20 Uhr suchte Torsten Rusch das Gespräch mit ihnen. Sie blieben aber uneinsichtig und mobilisierten laut Polizei die über 80.000 User, Teilnehmer der Veranstaltungen in Neubrandenburg sowie Bürger aus Weisdin.

Sie behaupteten, Rusch selbst hätte die Verordnung so festgelegt und riefen die Bevölkerung dazu auf, Strafanzeigen sowie Dienstaufsichtsbeschwerden gegen ihn zu erstatten. Immer wieder wollten sie die Weiterreise erzwingen.

Aufgrund der Lenk- und Ruhezeiten sowie der niedrigen Temperaturen wurde den Insassen des Busses von der Polizei erlaubt, zu einem Objekt nach Neustrelitz und von dort aus weiter in Richtung Landesgrenze nach Brandenburg zu fahren. Allerdings haben sie sich auch dem widersetzt, indem sie widerrechtlich in Neustrelitz geblieben sind.

Busfahrer verstieß gegen Ruhezeiten

Aktuell prüft die Polizei Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen den Busfahrer, die betroffenen Personen in dem Bus sowie gegen die Person, welche die Personen beherbergt hat.

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Bei der Kontrolle des Busfahrers stellten die Beamten außerdem fest, dass der aus Österreich stammende Fahrer in den vergangenen Tagen mehrere Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten begangen hat. Entsprechende Ordnungswidrigkeitenverfahren wurden eingeleitet.

#EhrenRusch auf Twitter

Auf Twitter folgten Hunderte Tweets mit dem Hashtag #EhrenRusch. Die überwiegende Mehrheit kommentierte auf der Seite des Polizisten und zollte ihm Respekt.

Laut T-Online tourt die Gruppe seit Ende September durch Deutschland und macht täglich bis zu drei Stopps mit Kundgebungen. Die Redner machen dort Stimmung gegen die Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, dessen Existenz dabei auch schon infrage gestellt wurde, heißt es weiter. Schiffmann sei zudem bereits mit erfundenen Geschichten zu verstorbenen Kindern aufgefallen, Eckert sähe in Masken Teufelswerk. Regelmäßig gebe es zudem Konflikte mit Behörden wegen Verstößen gegen die Hygienebestimmungen.

Torsten Rusch ist seit 2017 Leiter des Polizeihauptreviers Neubrandenburg. Laut Polizeiinspektion Neubrandenburg lehnte der Beamte am Dienstag Interviewanfragen zu dem Thema ab.

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