Am Mittwoch war der Zugang zum Übergang noch durch einen Schrankenzaun versperrt.
Am Mittwoch war der Zugang zum Übergang noch durch einen Schrankenzaun versperrt. Kai Horstmann
Am Donnerstag war der Schrankenzaun dann plötzlich zur Seite gelehnt mit dem Hinweis auf einen Shuttle-Service.
Am Donnerstag war der Schrankenzaun dann plötzlich zur Seite gelehnt mit dem Hinweis auf einen Shuttle-Service. Kirsten Gehrke
Baustelle

Übergang an Eisenbahnbrücke sorgt für Frust in Altentreptow

Die Baustelle an der Eisenbahnbrücke Barkower Straße in Altentreptow bleibt ein großer Aufreger. Warum schweigt die Deutsche Bahn?
Altentreptow

Obwohl die Abrissarbeiten an der alten Eisenbahnbrücke in Altentreptow längst abgeschlossen sind, wartet der angelegte Übergang für Fußgänger und Radfahrer hinter dem Bahndamm anscheinend immer noch auf seine Freigabe. Nach Nordkurier-Informationen sollte dieser offizielle Akt eigentlich am Dienstag erfolgen. Zeitweise hätte der Weg am Nachmittag sogar passiert werden können, wie Altentreptower berichten. Doch seit Mittwoch sei dort wieder alles abgesperrt.

Anwohner bleiben nach wie vor abgeschnitten

„Wenn man bei der Deutschen Bahn nachfragt, heißt es nur, die Stadt wäre für die Freigabe zuständig. Ruft man im Rathaus an, kommt die Antwort, dass die Bahn als Auftraggeber darüber zu entscheiden hat. Da soll noch einer durchblicken“, ärgert sich Lothar Lubs über die unhaltbaren Zustände. Die Anwohner bleiben also nach wie vor abgeschnitten und müssen lange Umwege in Kauf nehmen, sofern sie denn überhaupt ein Auto besitzen.

„Es gibt aber durchaus auch Leute, die den Übergang trotzdem benutzen. Schon am Wochenende war hier viel los. Das sieht auch alles sehr sicher aus, obwohl ich persönlich nicht davon ausgehe, dass der Weg schon abgenommen wurde“, schildert Erika Müller ihre Beobachtungen. Andere wiederum mutmaßen, der Weg sei von Anfang an zu steil angelegt worden und könne bei dem starken Gefälle in der jetzigen Bauweise ohnehin nie freigegeben werden.

Bürgermeisterin kritisiert Verhalten der Bahn

Ein Problem, das der Verwaltung jede Menge Kopfzerbrechen bereitet, wie Bürgermeisterin Claudia Ellgoth beim jüngsten Bauausschuss deutlich machte. „Ich kann den anhaltenden Ärger der Bürger absolut nachvollziehen, aber wir können die Überführung wirklich nicht eigenmächtig freigeben. Die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn läuft alles andere als optimal und die Verantwortlichen sind nicht zu erreichen. Es ist kein Miteinander auf Augenhöhe“, erklärte die Rathauschefin.

Auch alle im Vorfeld gemachten Zusagen seien bislang nicht erfüllt worden. So war eigentlich angedacht, dass die Bahn mit einem Altentreptower Taxiunternehmen eine vertragliche Vereinbarung abschließt, damit gerade ältere Leute, die sonst keine Möglichkeit haben, Arzttermine wahrzunehmen oder zum nächsten Supermarkt zu kommen, von A nach B gefahren werden können. „Wie ich von Bürgern gehört habe, ist auch das bislang leider nicht zustande gekommen. Es ist wirklich kein konstruktives Arbeiten. Wie es weitergeht, weiß niemand so richtig“, kritisierte Hendrikje Kmietzyk vom Bauamt. Sämtliche Anfragen des Nordkurier hierzu blieben vonseiten der DB Netz AG ebenfalls unbeantwortet.

Taxiunternehmen bietet Shuttle-Service an

Am Donnerstag bot sich dann schon wieder ein anderes Bild, das so manchen ratlos zurückließ. Der Bauzaun am Übergang war zwar offen, dafür stand aber auf einem Zettel, der auf einem rot-weißen Schrankenzaun angebracht war, dass der Durchgang vom 28. Oktober bis zum 15. November gesperrt sei und man deshalb einen Shuttle-Service kontaktieren solle.

Unter der angegebenen Handynummer ist das Taxiunternehmen von Mario Ziggel zu erreichen. Wie der Inhaber im Gespräch mit dem Nordkurier versicherte, habe er sich sehr wohl bereits mit der Bahn geeinigt und bietet für die Altentreptower einen solchen Fahrdienst an. „Zweimal am Tag können die Anwohner kostenlos auf dieses Angebot zurückgreifen. Wir sind entweder unter der Handynummer 0152 03401645 oder per Festnetz unter 03961 211880 erreichbar. Falls jemand mal nicht sofort rangeht, bitte einfach etwas länger klingeln lassen. Dann sind unsere Fahrer gerade unterwegs“, betont Ziggel.

Vor-Ort-Termin mit der Stadt am Mittwoch

Doch selbst wenn der Übergang voraussichtlich am Dienstag, dem 16. November, seine offizielle Freigabe bekommt, wird das vermutlich nicht von langer Dauer sein. Denn bereits jetzt kursieren in der Stadt Gerüchte, dass der Weg zeitweise wieder dichtgemacht wird, sobald die Arbeiten für den Ersatzneubau beginnen. Die Vorbereitungen dafür laufen auf der Baustelle jedenfalls schon.

Ob an der erneuten Sperrabsicht etwas Wahres dran ist, lässt sich momentan aber nicht herausbekommen. Vielleicht bringt der Vor-Ort-Termin am kommenden Mittwoch etwas Licht ins Dunkel, zu dem die Verwaltung nach langer Funkstille von der Bahn eingeladen wurde, wie Claudia Ellgoth sagte. Eines steht trotz aller Missverständnisse und Schwierigkeiten allerdings jetzt schon fest: Die Barkower Straße soll ab dem 12. Dezember wieder für den Verkehr freigegeben werden.

 

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