Im Fall der mutmaßlichen Vergewaltigung und gefährlichen Körperverletzung in Friedland ermittelt die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg. 
Im Fall der mutmaßlichen Vergewaltigung und gefährlichen Körperverletzung in Friedland ermittelt die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg. Patrick Pleul
Geschädigte meldet sich

Überraschende Wende bei Vergewaltigungsfall in Friedland

Die Polizei ermittelt in Friedland wegen des Verdachts der Vergewaltigung und der gefährlichen Körperverletzung. Das mutmaßliche Opfer will von seinen Vorwürfen aber nichts mehr wissen.
Friedland

Im Fall der mutmaßlichen Vergewaltigung sowie gefährlichen Körperverletzung in einer Friedländer Wohnung gibt es womöglich eine Wende: Die Geschädigte, wie sie sich im Telefonat mit dem Nordkurier selbst nannte, hat die Anzeigen nach eigenen Angaben zurückgezogen. „Das alles stimmt nämlich nicht“, betonte sie und spricht von Eifersucht, denn sie habe ihren Freund mit einer anderen Frau erwischt. Das habe sie in Rage gebracht.

Die Ermittlungen rund um eine Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung hatten in der vergangenen Woche in Friedland für Aufsehen gesorgt. Ein junger Syrer war wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung in einer Wohnung festgenommen worden. Zu einem früheren Zeitpunkt soll er eine Deutsche, Anfang 20, vergewaltigt haben. Wie und ob alles miteinander zusammenhängt und in welcher Beziehung die beiden jungen Leute in der Wohnung zueinander gestanden haben, ist Teil der Ermittlungen, hieß es.

Beschuldigter sitzt in Untersuchungshaft

Ob die Anzeige tatsächlich zurückgezogen wurde, dazu gab Oberstaatsanwältin Beatrix Komning auf Nordkurier-Nachfrage keine Auskunft. Allerdings würden Fälle, in denen Anzeigen widerrufen werden, nicht zwingend die Einstellung der Ermittlungen erfordern. Vergewaltigung stelle ein Verbrechen dar, gefährliche Körperverletzung sei ein mit erhöhter Mindestfreiheitsstrafe bedrohtes Vergehen. Die Staatsanwaltschaft sei in diesen Fällen verpflichtet Ermittlungen zu führen, sobald sie – gegebenenfalls durch eine Strafanzeige – von dem Verdacht Kenntnis erhält und sofern zureichende Anhaltspunkte für diese Straftaten vorliegen, sagte sie.

Wie der Nordkurier ebenfalls erfuhr, soll der Tatverdächtige indes in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Neubrandenburg, wo er derzeit in U-Haft sitzt, am vergangenen Wochenende versucht haben, seine Zelle anzünden. Ganz so dramatisch ist es laut Tilo Stolpe, Sprecher des Justizministeriums in Schwerin, nicht gewesen. Er bestätigte aber, dass der Syrer in seinem Haftraum eine Plastikgabel angekokelt habe. Aufgrund des Gestanks und der Rauchentwicklung habe er dann Alarm geschlagen. Mehr sei nicht geschehen, betonte Tilo Stolpe. Und weiter: Der letzte mutwillig gelegte Brand in einer JVA in Mecklenburg-Vorpommern liege fünf Jahre zurück. Es gebe im Falle des Syrers unterdessen auch keine Hinweise auf einen Selbstmordversuch. Der Mann sei überprüft worden – bevor er in seinen Haftraum gebracht wurde – ob eine Gefährdung, also ein möglicher Missbrauch des Feuerzeugs, vorliege. Wenn ja, wäre es ihm abgenommen worden. Dies sei bei ihm jedoch nicht notwendig gewesen.

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