Gelbbacke „Gertrud“ kann auch bei den Überresten des abgebrannten Holzunterstandes nicht aus ihrer Haut als „Trümmerhund“.
Gelbbacke „Gertrud“ kann auch bei den Überresten des abgebrannten Holzunterstandes nicht aus ihrer Haut als „Trümmerhund“. Tim Prahle
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Innerhalb der Polizei wurde ebenfalls Geld gesammelt, so durften sich Gabriel Fibinger (Mitte) und „Börge” über einen 1000-Euro-Scheck vom Polizeipräsidenten Nils Hoffmann Ritterbusch (l.) und Polizeiführer vom Dienst Rüdiger Ochlast (r.) freuen. Polizeipräsidium Neubrandenburg
Oberbürgermeister Silvio Witt (l.) und Peter Siebken (r.) von der Sparkasse Neubrandenburg-Demmin übergaben Hund „Börge” und Gabriel Fibinger von der Rettungshundestaffel 2500 Euro.
Oberbürgermeister Silvio Witt (l.) und Peter Siebken (r.) von der Sparkasse Neubrandenburg-Demmin übergaben Hund „Börge” und Gabriel Fibinger von der Rettungshundestaffel 2500 Euro. Stadt Neubrandenburg
Brand zu Silvester

Überwältigende Unterstützung für Rettungshundestaffel Vier Tore

Sparkasse, Polizei, Privatspenden. Die Rettungshundestaffel erfuhr über den Jahreswechsel viel Unterstützung. Kurz vor Silvester hatte es auf dem Übungsgelände gebrannt.
Neubrandenburg

Ärger und Schock sind bei Gabriel Fibinger noch nicht ganz verraucht. Doch wenn seine altdeutsche Hütehündin „Gertrud“ über die Brandruinen des einstigen Unterstandes wuselt, muss auch er lächeln. „Sie weiß genau, was sie zu tun hat und sucht nach Menschen untern den Trümmern“, sagt der Vorsitzende der BRH Rettungshundestaffel Vier Tore. Dafür werde sie schließlich ausgebildet. „Doch auf diesen Trümmerhaufen hätte ich auch verzichten können“, fügt er mit bitterer Stimme hinzu.

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Kurz vor Silvester brannte der Unterstand der ehrenamtlichen Retter auf dem Übungsgelände in der Bassower Straße ab. Mitsamt dem großen Mannschaftszelt, Helmen, Beleuchtung und anderen Gegenständen, die der Verein dort lagerte. Die Ermittlungen laufen noch immer, teilte eine Polizeisprecherin auf Anfrage mit. Brandstiftung konnte bislang nicht ausgeschlossen werden. „Hier wurde schon im Vorfeld geknallt“, erinnert sich Gabriel Fibinger, der für sich andere Ursachen wie einen technischen Defekt ausschließt. Den Unterstand hatten die Mitglieder der Rettungshundestaffel vor mehr als 20 Jahren errichtet, ohne dass je etwas passiert ist.

Brandschaden immens für Ehrenamtler

Doch weit schwerer als die Frage der Ursache wiegt der finanzielle Schaden: 5000 Euro. Für den Verein mit seinen 25 ehrenamtlichen Hundeführern, der sich nur aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert, eine gewaltige Stange Geld. Doch in den vergangenen Tagen erfuhren die Helfer viel Unterstützung. Über Privatspenden sei bereits ein vierstelliger Betrag zusammengekommen, berichtet Gabriel Fibinger. Doch Institutionen unterstützten umgehend.

Besonders bei der Polizei wissen sie um den Wert der Rettungshunde, die etwa 30 Mal im Jahr bei der Suche nach vermissten Personen benötigt werden. „Sie arbeiten ohne Leine ein bis zu 100 000 Quadratmeter großes Suchgebiet ab“, lobte die Polizei in einer eigenen Mitteilung. Zudem seien Hundeführer zuverlässig und immer erreichbar. Für diese Unterstützung konnte nun etwas zurückgegeben werden. Spontan hätten die Polizisten gesammelt, Polizeipräsident Nils Hoffmann-Ritterbusch rundete die Summe mit Einnahmen aus einem Benefizkonzert auf 1000 Euro auf. Auch die Sparkasse Neubrandenburg-Demmin machte schnell Geld locker. Weitere 2500 Euro gingen an den Verein.

Geld aus der PS-Lotterie gespendet

Oberbürgermeister und Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse, Silvio Witt, ließ sein Rathaus daraufhin mitteilen, dass man sich schnell einig war zu helfen. Das Geld stammt aus der PS-Lotterie, von deren Einnahmen erst im Dezember mehrere Vereine begünstigt wurden. Theoretisch steht die Vergabe-Entscheidung der Jury für die nächste Ausschüttung noch aus. Doch der Rettungshundestaffel, die so viele Neubrandenburger vom Weberglockenmarkt kennen, sollte möglichst zügig geholfen werden, sagt eine Stadtsprecherin.

Zumal dem Verein durch den zweijährigen Ausfall des Weberglockenmarktes etwa die Hälfte der Spenden wegbrachen. All die Unterstützung rührt Gabriel Fibinger sichtlich. „Mit so was haben wir wirklich nicht gerechnet“, sagt er. Normalerweise bekäme der Verein aus der Bevölkerung die Unterstützung, die von der Politik versagt bleibt. Ein Innenminister soll der Rettungshundestaffel auch schon mal 25 000 Euro versprochen haben, die niemals kamen. Wegen des Geldes macht es bei den engagierten Ehrenamtlern aber ohnehin keiner.

Doch dank der zwei Großspenden und der vielen Unterstützung aus der Bevölkerung können die Feuerschäden wohl schon jetzt bezahlt werden. „Als Erstes schaffen wir uns neue Helme an. Die brauchen wir in den Trümmern bei den Übungen dringend“, betont Fibinger. Und Gelbbacke „Gertrud“ – aktuell noch in Ausbildung – rast beim Wort „Trümmer“ los, um den Schutthaufen direkt abzusuchen. Denn bei der Rettungshundestaffel ist Tatkraft gefragt. Die gerne auch unterstützt werden kann.

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