TOD IN ALT REHSE

Übte die Polizei Gewalt gegen Sarahs Ex aus?

Der Todesfall Sarah H. steuert jetzt auf einen Streit zwischen dem Ex-Partner der verstorbenen Frau und der Polizei zu. Wer sagt die Wahrheit?
Der Todesfall Sarah H. beschäftigt nicht nur das Dorf Alt Rehse (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte), sondern mittlerw
Der Todesfall Sarah H. beschäftigt nicht nur das Dorf Alt Rehse (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte), sondern mittlerweile auch erneut den Bundesgerichtshof. Andreas Becker
Alt Rehse.

Die Vorwürfe klingen hart: „Ja”, antwortet der Mann aus Alt Rehse auf die Frage, ob ihm von der Polizei bei seiner Festnahme Gewalt angetan worden sei. „Es gab Gewalt, bereits bei der Festnahme wurde ich von den festnehmenden Polizisten derart misshandelt, dass ich mit Hämatomen übersät war. Ich hatte ein blaues Auge und mehrere kleinere Verletzungen. Dazu kam, dass ich durch die auf meinen Brustkorb sitzenden Beamten fast erstickt wäre”, sagt der ehemalige Lebensgefährte von Sarah H. dem Nordkurier.

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„Zehn Stunden in Bauchlage fixiert im Rettungswagen”

Damit nicht genug: „In Folge lag ich über zehn Stunden in Bauchlage, mit Handschellen auf dem Rücken und zusätzlich auf der Trage fixiert. Bei 30 Grad im nicht klimatisierten Rettungswagen”, sagt der Mann. „Die Handschellen lagen so eng an, dass sie sich ins Fleisch schnitten, die Narben sind bis heute zu sehen. Ich konnte mich nicht bewegen.”

Die Verletzungen seien durch eine rechtsmedizinische Untersuchung am Tag der Festnahme festgestellt und dokumentiert worden, so der Ex-Partner von Sarah H.

Polizei wehrt sich gegen Gewalt-Vorwürfe

Die Vorwürfe, die Polizei habe bei dem Ex-Lebensgefährten von Sarah H. Gewalt angewendet, wies eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Neubrandenburg am Mittwochnachmittag zurück. „Es hat in der Vergangenheit mehrere Anzeigen des Herrn G. gegen verschiedene Polizeibeamte gegeben – unter anderem im Zusammenhang mit seiner Festnahme im August 2016 auch wegen mutmaßlicher Körperverletzung. Sämtliche daraus resultierende Ermittlungsverfahren wurden eingestellt“, hieß es auf eine entsprechende Nordkurier-Nachfrage.

Doch so leicht will sich der Mann mit den Gegebenheiten nicht abfinden. Nachdem die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg bereits am Montag Revision beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe angekündigt hatte, will nun auch der ehemalige Lebensgefährte der im Sommer 2016 unter bisher ungeklärten Umstände in Alt Rehse verstorbenen Sarah H. das am vergangenen Freitag verkündete Urteil juristisch angreifen. Der Mann war vom Landgericht Neubrandenburg wegen vorsätzlicher Körperverletzung, versuchter Nötigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 15 Euro verurteilt worden. Als Entschädigung für einen Teil seiner Untersuchungshaft erhält er aber Geld aus der Staatskasse.

Genaue Todesursache laut Gericht nicht feststellbar

Mit diesem Strafmaß blieb das Gericht sehr deutlich unter dem aus dem März 2017. Seinerzeit war der Mann in erster Instanz vom Landgericht Neubrandenburg wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte das Urteil beanstandet, da der „Geisteszustand des Angeklagten“ nicht genügend untersucht worden sei. Der Fall ging an das Landgericht Neubrandenburg zurück. Dies hatte jetzt knapp anderthalb Jahre unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt – lediglich die Urteilsverkündung war für Besucher zugänglich.

Zwar habe der Verurteilte die Frau in seinem Haus in Alt Rehse im Sommer 2016 laut aktueller Einschätzung des Landgerichts Neubrandenburg wohl mit „einem peitschenartigen Gegenstand“ geschlagen – nachdem er sie zuvor fixiert habe –, doch sei die genaue Todesursache und der Zeitpunkt aufgrund des verwesten Zustands der Leiche nicht mehr feststellbar gewesen, sagte Richter Henning Kolf am vergangenen Freitag. Der Jurist hatte unmissverständlich klar gestellt: „Der Tod von Sarah H. ist nach Meinung des Gerichts ursächlich keiner Handlung des Angeklagten zuzuordnen.“

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Kommentare (6)

Er hat es doch mehrmals gesagt, das der Bundesnachrichtendienst ihn überwachen lässt. Wo hat er sich denn zum Zeitpunkt aufgehalten, als Sarah H. in seinem Haus gestorben ist? Wegen Vorsatz und unterlassener Hilfeleistung müsste er auch noch belangt werden.

Genau, im Endeffekt ist dann wieder die Polizei schuld, ein Schelm wer ..........., .

Ihre totalitäre verdrehte Einstellung kennen wir ja, Sie sind ja offenbar ebenso ein Leugner von Polizeigewalt wie die Polizeigewerkschaften. In ihrer Polizeistaatstraumwelt sind Polizisten offenbar Heiligtümer und Gottähnliche Wesen, die überhaupt niemals einen Fehler begehen können. Wir allen wissen das Sie ein Problem mit Meinungen und Kritik an der Polizei haben, da sie ja offenbar für eine Polizeistaat stehen. Woher wollen Sie wissen, was in Alt Rhese passiert ist? Waren Sie dabei? Woher wissen Sie ob die Polizei hier nicht wieder einmal ausgerastet ist, zumindest einzelne Polizeibeamte?

und nicht um den Aufenthalt des Tatverdächtigen. Der Artikel schreibt davon, das der Tatverdächtige Polizeigewalt, die es ja in den Augen der Hetzergewerkschaften GdP und DPolG ja grundsätzlich nicht gibt. Das die Ermittlungsverfahren eingestellt wurden, ist doch keine große Überraschung, deckt ja die Staatsanwaltschaft gerne Polizeigewalt und "ermittelt" Notwehr, das Lieblungswort um jegliche Art von Polizeigewalt zu verschleiern und zu vertuschen. Vor allen Dingen klagt man offenbar alles und jeden, selbst wenn man eigentlich juristisch nichts mehr in der Hand hat, offenbar gerne wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte an, ein Tatbestand der offenbar seit Monaten schamlos missbraucht wird um irgendwelche Tatbestände zusammenzustricken. Denn offenbar wollen übereifrige Staatsanwälte, in jeder Hinsicht bei jedem Einsatz der Polizei angebliche Widerstandshandlungen erkennen. Oder ist das eher der "dreckige miese" Versuch von Polizeifehlverhalten abzulenken indem wenn Polizisten angezeigt werden, grundsätzlich ein Widerstand zusammenphantasiert wird?

aber kein Wort zu Frau Weidel, die auf Migranten schießen lassen will! So mögen wir das.

Dieser Mann ist laut derzeitigem Urteil, offiziell kein Mörder!
Fakt ist aber: Eine junge Frau kam durch sein wissentliches Zutun zu Tode.
Abgesehen von juristischen Winkelzügen, dürfte für normaldenkende Menschen die Bezeichnung Mörder absolut passend sein.
Und vor Mördern will man geschützt werden. Egal ob sie ihre Tat nun im Suff oder geistiger Umnachtung getan haben.
Und wenn man das Urteil zu dieser Tat sieht, kann man der Polizei nur danken, dass wenigstens eine Seite diese Täter mal (leider nur kurz) hart anfasst.
Da dieser Mensch aber nicht zurechnungsfähig ist, dürfte seine Aussage zu Polizeigewalt auch nur eine Zwecklüge sein.