WOHNUNGSBRAND

Unbekannter Schutzengel rettete zwei Menschen vor Feuer

Im Neubrandenburger Ortsteil Fünfeichen hat der falsche Umgang mit einem Gas-Heizstrahler für einen Brand gesorgt. Die Löscharbeiten gestalteten sich einigermaßen schwierig.
Thomas Beigang Thomas Beigang
24 Kameraden der Neubrandenburger Feuerwehr waren am Dienstagabend im Einsatz, um ein Feuer in Fünfeichen zu löschen.
24 Kameraden der Neubrandenburger Feuerwehr waren am Dienstagabend im Einsatz, um ein Feuer in Fünfeichen zu löschen. Felix Gadewolz
In dem Anwesen sind vermutlich einige Propangasflaschen explodiert.
In dem Anwesen sind vermutlich einige Propangasflaschen explodiert. Felix Gadewolz
Die Löscharbeiten waren alles andere als einfach und verlangten den Einsatzkräften Einiges ab.
Die Löscharbeiten waren alles andere als einfach und verlangten den Einsatzkräften Einiges ab. Felix Gadewolz
Neubrandenburg.

Glück im Unglück. Die zwei Bewohner der beiden Wohnungen in Neubrandenburg-Fünfeichen sitzen im Streifenwagen und können sich von der Polizei befragen lassen. Gesundheitlich haben die Fünfeichener keinen Schaden davon getragen. Psychisch schon, ganz klar. Aber das ist eine andere Sache.

Bestimmt hätten sich die zwei am frühen Dienstagabend von der Polizei nicht vernehmen lassen können, wenn ihr Schutzengel nicht aktiv geworden wäre. Ein zufällig an dem Haus Fünfeichen 14/15 vorbeigehender Mann hat das Feuer im Haus gesehen und die Feuerwehr informiert. „16.37 Uhr ging der Alarm bei uns ein“, so Lars Granzin vom Leitungsdienst der Neubrandenburger Berufsfeuerwehr.

Als die Löschfahrzeuge samt Polizei und Rettungswagen in Fünfeichen eintrafen, hatte der Mann schon die beiden Bewohner aus dem Haus geholt. „Die Wohnungen waren beide stark verqualmt“, so Granzin. Wenn der Mann nicht so reaktionsschnell gehandelt hätte, wer weiß, was geschehen wäre. Möglicherweise, so heißt es bei der Feuerwehr, könne jener Passant als Lebensretter gelten.

Zeugen hörten vor dem Brand laute Knallgeräusche

Nur – am Dienstagabend war weder der Feuerwehr noch der Polizei der Name des Mannes bekannt. Die Kameraden holen wenig später noch einen Hund aus einer der Wohnungen. Die beiden Bewohner im Alter von 69 und 70 Jahren kommen bis auf Weiteres bei Verwandten und Bekannten unter.

Mehrere Ohrenzeugen, so erfuhr der Nordkurier vor Ort, haben zuvor einige laute Knalls gehört. Die Neubrandenburger Feuerwehr barg während der Löscharbeiten eine Propangasflasche. Der Kriminaldauerdienst des Kriminalkommissariats Neubrandenburg hatte am Abend bereits ermittelt, dass die Ursache des Feuers der nicht sachgerechte Einsatz eines Gas-Heizstrahlers mit Propangasflasche war. Gegen den 69-jährigen Nutzer wurde Anzeige wegen fahrlässiger Brandstiftung erstattet.

Die Löscharbeiten in dem Ortsteil sorgten für Verkehrsprobleme, die Polizei musste bis kurz nach 18 Uhr die Durchgangsstraße sperren. Die Löscharbeiten unter der Leitung von Zugführer Andreas Klemer gestalteten sich einigermaßen kompliziert, hieß es. Aus bislang unbekannter Ursache soll ein Dach des in die Jahre gekommenen Hauses eingestürzt sein, wann genau, wusste niemand zu sagen.

Unterkünfte sind nicht mehr bewohnbar

Mit dem Feuerwehreinsatz habe das jedoch nichts zu tun, hieß es am Abend. Aber so war es für die mit Atemschutzmasken ausgerüsteten Feuerwehrleute schwierig, in die Wohnungen zu gelangen. Zudem mussten die Kameraden einige Fenster in einem Anbau des verwinkelten Anwesens einschlagen, Qualm und Rauch sollten hier schnell frischer Luft Platz machen. 24 Kameraden der Feuerwehr waren in Fünfeichen im Einsatz, verletzt wurde niemand.

Eines der beiden betroffenen Quartiere im früher vorwiegend vom Militär besiedelten Fünfeichen ist nicht mehr bewohnbar, hieß es. Aber auch jene zweite Wohnung wurde bei dem Unglück in Mitleidenschaft gezogen, wenigstens zwei Zimmer seien wegen des durch alle Ritzen dringenden Qualms stark verrußt. Auch nach dem Ende der Löscharbeiten strömt immer noch Rauch aus dem besonders betroffenen Anbau an der Straße.

Die Brandwache werde bestimmt einige Stunden dauern, vermuten die Feuerwehrleute noch am Abend. Das Unglücks-Anwesen sei einfach zu unübersichtlich, als dass man schnell wieder vom Ort des Geschehens abziehen könne.

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