TROTZ KONTAKTVERBOT

Marktbesucher in Neubrandenburg nehmen Abstandsregeln nicht sehr ernst

Empfindliche Geldstrafen halten die Menschen nicht davon ab, sich in Zeiten der Corona-Krise näher auf den Pelz zu rücken als erlaubt. So etwa auf dem Marktplatz in Neubrandenburg.
Dieses Foto, das angeblich am Samstagmittag entstanden ist und zuerst auf der Facebook-Seite 'Wir sind Neubrandenburg' gezeigt wurde, zeigt einen Marktplatz voller Menschen, die größtenteils weniger als 1,5 Meter Abstand zueinander halten.
Dieses Foto, das angeblich am Samstagmittag entstanden ist und zuerst auf der Facebook-Seite 'Wir sind Neubrandenburg' gezeigt wurde, zeigt einen Marktplatz voller Menschen, die größtenteils weniger als 1,5 Meter Abstand zueinander halten. Facebookseite "Wir sind Neubrandenburg"
Lange Warteschlangen hat es auf dem Marktplatz schon beim Markttag am Donnerstag gegeben zum Unverständnis vieler Anwohne
Lange Warteschlangen hat es auf dem Marktplatz schon beim Markttag am Donnerstag gegeben zum Unverständnis vieler Anwohner. Juliane Ziehbarth
Zum Monatsbeginn kam es vor der Sparkasse in der Oststadt zu einer Schlangenbildung, bei der das Abstandsgebot ebenfalls h&aum
Zum Monatsbeginn kam es vor der Sparkasse in der Oststadt zu einer Schlangenbildung, bei der das Abstandsgebot ebenfalls häufig nicht gewahrt wurde. privat
Neubrandenburg.

Der Grüne Markt und der Wochenmarkt auf dem Neubrandenburger Marktplatz dürfen trotz des wegen der Coronakrise verhängten Kontaktverbots weiter öffnen, da sie der Lebensmittelversorgung dienen. Kunden waren dennoch aufgefordert, auf gebührenden Abstand zu achten, wie es in der Ankündigung zum Markttag am Sonnabend hieß. Dem kam aber nicht jeder nach.

Viele Menschen nutzten die frühlingshaften Temperaturen, um sich an den Marktständen mit regionalen Produkten einzudecken. Dabei waren zwar keine langen Warteschlangen zu beobachten, aber immer wieder Gruppenbildungen mit mehr als zwei Menschen, was eigentlich untersagt ist und mit empfindlichen Geldstrafen geahndet werden kann.

Mehr lesen: Diese Bußgelder drohen in MV, wenn Sie gegen die Corona-Regeln verstoßen.

Gedrängel kein Einzelfall

Unter der Veröffentlichung eines Bildes auf Konto von „Wir sind Neubrandenburg” im sozialen Netzwerk Facebook entspann sich über das mangelnde Distanz- und Unrechtsbewusstsein eine lebhafte Diskussion. Einige Kommentatoren fanden das eine „super Idee”. Das Leben müsse ja schließlich weiter gehen. Der überwiegenden Mehrheit war es allerdings deutlich zu voll und sie zeigten auch kein Verständnis dafür, dass gerade viele ältere Menschen auf dem Markt waren, für die eine Ansteckung mit dem Covid-19-Virus besonders risikoreich ist.

 

Das Besuchergedränge auf dem Marktplatz ist kein Einzelfall. Schon am Donnerstag hatte eine Nordkurier-Leserin ein Foto vom Wochenmarkt geschickt, mit dem Hinweis, dass ein Abstand zwischen den Kunden etwa beim Warten vor dem Gemüsestand nicht gegeben war. „Schade, dass Neubrandenburg noch nicht verstanden hat, was wichtig ist ... das Ordnungsamt hat derweil die Parksünder in der Straße vor dem Ärztehaus abgestraft ... gibt es dafür mehr Geld?”, fragte die Frau sich.

Die Polizei in MV zog am Samstag insgesamt jedoch ein positives Fazit: Die Menschen halten sich trotz des guten Wetters an die wegen der Corona-Pandemie ausgesprochenen Kontaktbeschränkungen, teilten die Präsidien in Rostock und Neubrandenburg.

"Über eine Stunde gewartet”

Zum Monatsbeginn hatten sich auch wieder Warteschlangen vor der Filiale der Sparkasse in der Neubrandenburger Oststadt gebildet. Hier sorgte nach den Beobachtungen von Ratsherr Kurt Kadow ein Wachmann dafür, dass nur eine bestimmte Zahl an Kunden das Gebäude betreten konnte. Das führte seinen Worten nach zu einer längeren Warteschlange und beim Eintreten mussten die Menschen dicht an dem Sicherheitspersonal vorbei.

Das Mitglied der Stadtvertretung wünscht sich von der Sparkasse Neubrandenburg-Demmin, dass die wegen der Coronapandemie eingeschränkten Schalteröffnungszeiten wieder verlängert werden, um solche Situation zu verhindern, gerade im Interesse von Senioren, die auf den Service der Bank angewiesen seien. „Eine ältere Dame beispielsweise habe über eine Stunde gewartet”, gab Kurt Kadow zu bedenken.

700 Einsätze der Polizei am Freitag

Trotz der vielen Beschwerden von Lesern hatten sich die Polizei zum Ende der Woche noch positiv über ihre Erfahrungen bei der Einhaltung der Beschränkungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus gezeigt. Im Bereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg hatte es bis Freitag etwa 700 Einsätze der Polizei im Zusammenhang mit Corona gegeben. Dabei wurden 76 Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz aufgenommen. Mehrfach wurden die Beamten nach Hinweisen aus der Bevölkerung tätig.

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Kommentare (6)

dass Stanley Milgram heute immer noch recht hat. Wenn ein Typ im weißen Kittel sagt, füge deinem Nachbarn Schaden zu, macht die große Mehrheit mit.

Unsere Ministerpräsidentin MV Frau Schwesig hat mit ihre Aussage Recht... 80% der Bevölkerung halten sich an die Maßnahmen, aber es gibt 20% die es nicht verstehen wollen. Von diesen 20% leben ein Großteil in NB... Die Kinder drehen langsam zu Hause durch und wollen raus zu ihre Freunden, Großeltern, Verwandten oder zu den Sportvereinen. Wir Eltern versuchen Woche zu Woche die jetzige Situation zu erklären. Wenn man aber solche Nachrichten liest und die Bilder sieht... Schämt Euch!

Kassieren das ist das einzige was die restlichen 20% volldeppen abhalten wird. Besonders bei den Jugendlichen die treffen sich freudig weiter. Also Ordnungsamt u und Polizei es gibt viel Geld einzusammeln.

Aus der Garage und schnallen sich Ihre ABV-Tasche um.
Dann fahren Sie umher und denunzieren alle, die sich auch nur 1cm zu dicht aneinander wagen.

Warum schreiben Sie denunzieren? Was wollen Sie uns mitteilen? Schreiben Sie doch einfach "...und alle anzeigen." Man man, was ist bloß los...

... durch setzen. Anders begreifen unsere dummen Egoisten das nicht.