STADTWERKE NEUBRANDENBURG

Verbraucherzentrale rät Kunden zur Kündigung

Im Zuge der Corona-Pandemie schicken die Neubrandenburger Stadtwerke keine Techniker zu ihren Neukunden. Die Verbraucherzentrale ist irritiert – und verweist auf andere Unternehmen.
Die Neubrandenburger Stadtwerke lassen ihre Techniker wegen des Lockdowns nicht mehr in Außeneinsätze fahren. Das h
Die Neubrandenburger Stadtwerke lassen ihre Techniker wegen des Lockdowns nicht mehr in Außeneinsätze fahren. Das heißt für alle Neukunden: kein Internet. Christin Klose
Neubrandenburg ·

Die Verbraucherschutzzentrale Neubrandenburg kritisiert, dass die Stadtwerke derzeit keine Techniker bei Neukunden losschicken, um deren Internetanschluss freizuschalten. Nicht nur Neukunden seien durch diese Maßnahmen betroffen, sondern auch bestehende Kunden, die bei einem Umzug ihren Internetanschluss mitnehmen möchten, erklärt Aileen Rohde, die Leiterin der Verbraucherschutzzentrale Neubrandenburg.

Andere Anbieter schicken Techniker

Wenn bei einem Umzug in der neuen Wohnung kein freier Internetanschluss ist, werden die bestehenden Kunden wie Neukunden behandelt und müssen ebenfalls lange warten, bis ein Techniker kommt, um den Internetanschluss freizuschalten. Das kann zum Beispiel passieren, wenn der Vormieter den Internetanschluss gekappt hat, oder die Wohnung neu entstanden ist und noch gar keinen Anschluss hat. Die Stadtwerke kündigten wegen der Corona-Pandemie an, vorerst keine Techniker zu Kunden schicken zu wollen.

Für Aileen Rohde ist das unverständlich: „Andere Anbieter wie die Telekom oder Vodafone schicken auch Mitarbeiter los. Mit den Abstandsregeln und dem Tragen einer Maske kann man sich schützen. Außerdem sind Kommunikationstechniken als systemrelevant eingestuft. Es gibt also keinen Grund, weshalb sie nicht arbeiten sollten.“

Betroffenen Kunden rät sie, ihrem Anbieter eine Frist von zwei Wochen zu setzen, um der Vertragsleistung hinterherzukommen. Sollte dann noch immer kein Techniker den Anschluss gelegt haben, können Kunden von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. „Die Corona-Lage rechtfertigt nicht, dass kein Techniker kommt, um die Anschlüsse freizuschalten“, erläutert die Verbraucherschützerin.

Online-Angebot „irreführend”

Ebenfalls ist sie über das Online-Angebot der Stadtwerke verärgert. Wenn man sich als Neukunde registriert und den Verfügbarkeitscheck für seine Adresse besteht, wird man nirgends darauf hingewiesen, dass kein Techniker kommt, um das Internet auch freizugeben. „Die Anmeldung passt und der Kunde erwartet, dass die Leistung dann auch erbracht wird. Dass man nicht darauf hinweist, finde ich irreführend“, sagt Aileen Rohde.

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Kommentare (4)

Die Ratschläge der Verbraucherzentrale sind absolut richtig, denn die Stadtwerke wollen im umgekehrten Falle ja auch Geld von den Kunden, ab Vertragsbeginn. Da kann der Kunde auch nicht einfach hergehen und sagen, ich zahle erst wenns Internet läuft. Es ist aberwitzig, das man keine Techniker rausschickt, sind Maske und Abstandhalten ohnehin die Regel geworden, zumindest bei Kundenkontakte. Sicherlich werden die Stadtwerke mit abenteuerlichen Begründungen versuchen den Vertrag als weiterhingültig anzusehen, jedoch kann der Kunde nach erfolgter Fristsetzung - ggf. fristlose Kündigung die Zahlungen mit Ablauf des Monats einstellen, wo der Vertrag fristlos gekündigt wurde. Offenbar begreifen es die Stadtwerke nicht anders das sie ebenso an einen Vertrag, spricht Leistungsbereitstellung verpflichtet sind, wie man es auch von den Kunden verlangt (Zahlungen).

Die Stadtwerke stellen kein DSL/Telefon über die Telefonleitung bereit. Der Anschluss wird über einen rückkanalfähigen Antennenkabelanschluss realisiert. Technisch was schalten muss man an solchen Anschlüssen in der Wohnung nichts. Beim Vorgänger dieses Internets in NB, Media N, schloss man selbständig Kabel und Router an und war fertig (bei mir 2000 und Umzug 2003). Ohne zwei Techniker, die in der Wohnung standen und den WLAN-Netzwerkschlüssel mitteilten (im Jahr 2007 bei Neu.sw erlebt). Das ist zwar toller Service, dass zwei Techniker erscheinen, aber zwei Kabel anschließen (Strom und das Internetkabel) traute ich mir damals und traue ich mir heute noch zu. @B...t, eine Leistungserbringung/-erstellung beginnt mit offiziellen Schalttermin. Gibt es keinen Schalttermin bzw. fehlgeschlagenen Schalttermin beginnt auch kein Vertrag. Bei Umzug mit dem selben Anbieter muss man in solch Fall als Kunde konsequent sein, kurze schriftliche Mitteilung an den Vertragspartner, dass Einzugsermächtigung widerrufen. Höhere Gewalt sind weder Corona-Regeln noch Unternehmensregeln abseits der AGB. Homeschooling und Homeoffice wegen Neu.sw-Faulheit scheitern zu lassen, kann zudem sehr teuer werden.

würden einer Kontrolle auch aller Wahrscheinlichkeit nach kein Bestand haben. Zumindest muss man als Kunde auch auf sein Recht bestehen, denn gerade die Stadtwerke bzw. die Schreibdamen haben meist eine eigenartige gar verzerrte Rechtsaufassung, denn die Damen fahren offenbar mit dem Zeigefinge mal über ein Gesetzbuch, wenn überhaupt und meinen dann sie müssten eine verdrehte, selbstverständlich nur den Stadtwerken zugute kommende Rechtsauffassung, wo selbst jeder Erstsemesterstudent nur noch den Kopf schütteln kann heraushauen. Die kompetenten Stellen bekommen diese Briefe meist nicht zu sehen bzw. zu lesen. Das fängt die Vorzimmerdame schon meist ab und erdreistet sich dann auch noch sich als Juristin aufzuspielen.

Recht haben sie, sowas kann sich nur ein Unternehmen leisten welches von der Stadt subventioniert wird- anderen Anbieter können! Ich persönlich habe mich schon lange von den Stadtwerken abgewandt- zu teuer und schlechter Service bei Internet und Strom.