MESSERANGRIFF IN NEUBRANDENBURG

Verdächtiger stach schon einmal zu

Der 24-jährige Neubrandenburger, der auf dem Datzeberg einen Mann lebensgefährlich verletzt haben soll, war erst seit wenigen Monaten auf freiem Fuß. Er hatte schon einmal jemanden gequält.
Thomas Beigang Thomas Beigang
Der 24-jährige Tatverdächtige war erst seit wenigen Monaten wieder auf freiem Fuß.
Der 24-jährige Tatverdächtige war erst seit wenigen Monaten wieder auf freiem Fuß. Felix Gadewolz
Neubrandenburg.

Der 24-jährige Neubrandenburger, gegen den am Wochenende wegen des Verdachts des versuchten Totschlags Haftbefehl erlassen wurde, ist ein alter Bekannter von Justiz und Polizei. Wie der Nordkurier erfuhr, war der junge Mann erst seit wenigen Monaten wieder auf freiem Fuß, nachdem er eine längere Freiheitsstrafe abgesessen hatte.

Dem 24-Jährigen wird vorgeworfen, am Freitabend auf dem Datzeberg einem 33-Jährigen während eines Streits mit einem Messer lebensgefährliche Verletzungen zugefügt zu haben. Der eingetroffene Notarzt konnte dem Opfer das Leben retten. Es war die Rede von einer "stark blutenden Halswunde”. Offenbar ging es um Minuten. Ein Polizeisprecher sagte, dass es nicht viel später hätte sein dürfen.

Mit Küchenmesser in Beine geschnitten

Im Herbst 2016 wurde der mutmaßliche Täter gemeinsam mit einem damals 37-Jährigen Kumpan wegen schwerer Körperverletzung und Freiheitsberaubung zu zweieinhalb Jahren sowie zwei Jahren und zehn Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Die kräftigen Männer hatten ihr Opfer, das wegen einer Erbkrankheit an einer mittelgradigen Intelligenzstörung litt, mit Faustschlägen und Tritten traktiert, es gefesselt und mit einem Küchenmesser in die Beine geschnitten sowie mit einem Elektroschocker gequält zu haben.

Laut dem Opfer wollten die Peiniger, dass er eine Aussage bei der Polizei zurückzieht, mit der diese wegen einer anderen Körperverletzung belastet worden wären. Denn die beiden hatten Angst vor dem Gefängnis – der jüngere der Angeklagten war gerade kurz zuvor wegen anderer Gewaltdelikte zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Laut Augenzeugen war das seinerzeit angesichts der stattlichen Vorstrafenliste der Angeklagten, deren Zahl sich schon im Herbst 2016 bei beiden im zweistelligen Bereich bewegte, ein moderates Urteil. Als einen Milderungsgrund gab das Gericht damals die wahrscheinlich „irrsinnigen Trinkmengen“ an, die beide an jenem Abend konsumiert haben wollen. Der Rechtsbeistand des jetzt in U-Haft sitzenden Dauertäters ist der Neubrandenburger Rechtsanwalt Wolfgang Bartsch, der ihn schon 2016 verteidigte.

 

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