ANGEBLICHE HUNDEATTACKE

IQ von Friedländer zu niedrig für Urteil

Der Angeklagte gehört zu dem Duo, das in Friedland Hunde auf Afrikaner gehetzt haben soll. Das Verfahren gegen den 22-Jährigen wurde vorübergehend ausgesetzt.
Tobias Holtz Tobias Holtz
Wegen einer Attacke auf zwei Asylbewerber in Friedland bei Neubrandenburg müssen sich die zwei Tatverdächtigen verantworten. (Archivfoto)
Wegen einer Attacke auf zwei Asylbewerber in Friedland bei Neubrandenburg müssen sich die zwei Tatverdächtigen verantworten. (Archivfoto) Stefan Sauer
Neubrandenburg.

Am Amtsgericht Neubrandenburg ist der Prozess um eine Gewaltattacke auf zwei junge Eritreer in Friedland im April 2018 fortgesetzt worden. Das Verfahren gegen den 22-Jährigen Angeklagten wurde dabei vom Gericht vorübergehend ausgesetzt. Grund für diese Entscheidung ist ein medizinisches Gutachten vom Juli 2015, in dem von einer intellektuellen Behinderung des Beschuldigten die Rede ist. Der junge Mann hatte zum damaligen Zeitpunkt der Untersuchung einen IQ von 64. Da er regelmäßig Alkohol konsumiert, läge laut der vorsitzenden Richterin die Vermutung nahe, dass der IQ in der Zwischenzeit weiter gesunken sein könnte. Bei einem Intelligenzquotient von 63 wäre er nämlich nicht mehr schuldfähig. Nun soll erneut ein forensisch psychiatrisches Gutachten eingeholt werden.

In ihrem Pladöyer hatte die Staatsanwalt beantragt, den 31-Jährigen Angeklagten wegen gemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung zu einer 10-monatigen Freiheitsstrafe ohne Bewährung zu verurteilen. Man könne davon ausgehen, dass die Tat rassistisch motiviert gewesen sei, so die Staatsanwältin. Die Verteidigung des Beschuldigten Friedländers zweifelte dies allerdings an, da sich die Aussagen des Opfer aus Eritrea während des Verfahrens mit denen bei der Polizei widersprochen hätten. Der Verteidiger forderte daher ein mildereres Urteil.

Update: Der 31-Jährige wurde zu einer Gefängnisstrafe von acht Monaten verurteilt.

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