Im Auftrag unserer Leser
Vergebliches Warten auf den Postboten

Die Bewohner der Anemonenstraße haben in der letzten Zeit nur sehr selten ihre Post erhalten.
Die Bewohner der Anemonenstraße haben in der letzten Zeit nur sehr selten ihre Post erhalten.
Tobias Holtz

Seit Wochen bleiben einige Briefkästen im Neubrandenburger Lindenbergviertel des Öfteren leer – sehr zum Ärger der Anwohner. Warum?

Wenn Karl-Heinz Baumeier zu seinem Briefkasten geht, um die Post zu holen, herrscht dort in letzter Zeit oft gähnende Leere. „Wir wohnen seit 21 Jahren in der Anemonenstraße auf dem Lindenberg und haben immer regelmäßig von Dienstag bis Samstag unsere Sendungen bekommen. Doch damit ist seit Weihnachten Schluss“, schreibt der Neubrandenburger verärgert. Dann seien die Zustellungen plötzlich nur noch sporadisch erfolgt. Rückfragen bei den Nachbarn hätten dies bestätigt. Als sie bei der Servicenummer der Deutschen Post anriefen und sich darüber beschwerten, habe man ihnen nur mitgeteilt, dass ihr Anliegen weitergegeben werde. Passiert sei aber bisher nichts. In diesem Jahr hätten sie bisher nur einmal in der 2. Kalenderwoche ihre Post bekommen. Gerade vor dem Hintergrund, dass zum Jahresbeginn häufig wichtige Versicherungsschreiben, Rechnungen und Ähnliches ins Haus flattern, sei dieser Zustand äußerst unbefriedigend.

„Gibt es derzeit Probleme bei der Zustellung in unserem Wohngebiet oder müssen die Kunden ihre Briefe neuerdings an einer zentralen Stelle in der Stadt selbst abholen?“, fragt sich Karl-Heinz-Baumeier. Da sämtliche Nachfragen bei der Post bislang erfolglos blieben, hat er sich an den Nordkurier gewandt. Tatsächlich habe es vor und nach dem Jahreswechsel ein deutlich höheres Sendungsaufkommen gegeben, sodass in einigen Fällen die Briefe erst verspätet zugestellt werden konnten, wie Jens-Uwe Hogardt, Pressesprecher der Deutschen Post auf Nordkurier-Anfrage mitteilt. Allerdings hätten die Kunden zwischendurch nur wenige Tage und nicht wochenlang auf ihre Sendungen warten müssen. Mittlerweile werde die Post aber wieder regelmäßig zugestellt, versichert der Pressesprecher.

Doch wer kommt eigentlich für eventuell anfallende Mahngebühren auf, wenn Rechnungen erst verspätet beim Empfänger eintreffen? „Da solche Schreiben in der Regel als Standardbriefe versendet werden, besteht kein Recht auf eine finanzielle Entschädigung von Seiten der Post. Zudem gibt es bei dieser Versandart im Gegensatz zum Einschreiben oder dem Express-Brief keine Garantie für die Zustellung innerhalb eines bestimmten Zeitraums“, weiß Hogardt. Allerdings habe man üblicherweise mindestens 7 bis 14 Tage Zeit, um eine offene Rechnung zu begleichen, sodass die Kunden in der Anemonenstraße auch nicht in Zahlungsverzug geraten sollten.