Autos rangieren vor der engen Zufahrt zur Gesamtschule Stella. Teilweise geht es dabei ziemlich chaotisch zu.
Autos rangieren vor der engen Zufahrt zur Gesamtschule Stella. Teilweise geht es dabei ziemlich chaotisch zu. Zoltán Szabó
Autos vor der engen Zufahrt zur Gesamtschule Stella.
Autos vor der engen Zufahrt zur Gesamtschule Stella. Zoltán Szabó
Ein Auto blockiert kurzzeitig die Zufahrt zum Schulgelände.
Ein Auto blockiert kurzzeitig die Zufahrt zum Schulgelände. Zoltán Szabó
Der Haustechniker beim Aufstellen der Absperrung vor der Gesamtschule Stella.
Der Haustechniker beim Aufstellen der Absperrung vor der Gesamtschule Stella. Zoltán Szabó
"Eltern-Taxis"

Verkehrschaos vor Neubrandenburger Schulen nimmt zu

Immer mehr Schüler benötigen Platz an Neubrandenburgs Schulen. Das verschärft die angespannte Parkplatz-Situation, wenn morgens die „Eltern-Taxis” anrollen.
Neubrandenburg

Es ist 7 Uhr morgens. Regen prasselt auf die Dächer des Jahnviertels hinab. Die Luft riecht dennoch leicht nach Abgasen. Motoren heulen auf. In den Autos sitzen Eltern, die sich gestresste Blicke zuwerfen. Sie suchen eine Lücke, einen Platz, um die Kinder möglichst nah am Schulgelände der Gesamtschule Stella abzusetzen. Seit dieser Woche sind sie besonders gestresst, denn die Einfahrt zum Eltern- und Besucherparkplatz ist dauerhaft gesperrt.

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Was einigen Müttern und Vätern wie Schikane vorkommt, hat aus Sicht der Schule gute Gründe. Denn die Stella erfreut sich steigender Schülerzahlen, benötigte aus Platzgründen mehr Unterrichtsräume – und behalf sich mit Containern, sogenannten Modulen. Die sollen fortan als Dauerlösung für das Platzproblem auf dem Parkplatz stehen. Diese Woche begannen die vorbereitenden Arbeiten. Die Eltern wurden vorab informiert, das Schreiben liegt dem Nordkurier vor. Zu kleineren Staus kommt es zu Wochenbeginn dennoch, vereinzelt wird auch der Lehrerparkplatz zweckentfremdet.

Elternhaltestellen als Lösung?

Der gesperrte Parkplatz verschärft ein Problem, das sich an vielen Stellen in der Stadt beobachten lässt: Eltern versuchen, ihre Schützlinge so nahe wie möglich an die Schule heranzubringen. „Die Situation bei der Verkehrssicherheit spitzt sich auch vor städtischen Schulen zu“, sagt Steven Giermann (CDU).

Der Vorsitzende des Ausschusses für Generationen, Bildung und Sport ist selbst angehender Lehrer, kennt das Problem aus erster Hand. Seine Fraktion habe bereits vor einiger Zeit den Vorschlag gemacht, Elternhaltestellen einzurichten, an denen die Kinder abgesetzt werden könnten. Diese wären 200 Meter vom Schulgelände entfernt. Schülerlotsen würden die Schüler anschließend zur Schule führen.

Stadt sieht keinen Handlungsbedarf

Die Stadt selbst sieht hingegen keinen Handlungsbedarf. Ordnungsamt und Polizei würden zwar zu Beginn des Schuljahres verstärkt vor Schulen kontrollieren, doch insgesamt sei der Zeitraum des erhöhten Verkehrsaufkommens zu klein, teilt eine Sprecherin mit.

An der beliebten Privatschule Stella, wo es laut Schulmitarbeitern schon beinahe zu einem Unfall mit einem Schüler gekommen war, bleiben größere Staus vor der Schule auch ohne Parkplatz aus. Verstimmt sind einige Eltern trotzdem, man würde für die Schule und damit den Parkplatz schließlich Geld bezahlen, sagt ein Vater.

Schulleiter plädiert für gemeinsamen Weg zu Fuß

Schulleiter Ralf Gritzner verteidigt auf Nordkurier-Anfrage das Aufstellen der Unterrichtsmodule auf dem Elternparkplatz. Der Unterricht müsse gesichert werden. „Parken auf dem Schulgelände ist dagegen keine vordergründige Aufgabe der Schule.“ Er sei froh, dass die Schule auf dem eigenen Gelände ausreichend Platz habe, um kurzfristig zusätzliche Unterrichtsräume zur Verfügung stellen zu können.

Die Gestaltung des Schulwegs liege hingegen in der Verantwortung der Eltern. Für deren Unmut habe er durchaus Verständnis, sagt Schulleiter Gritzner weiter. Auf der anderen Seite stellt er infrage, ob es nötig sei, mit dem Auto bis auf das Schulgelände zu fahren. Er empfiehlt den Eltern, alternativ einen Parkplatz in der Nähe zu suchen und mit den Kindern „ein paar Schritte zu gehen“. Es gebe mit der „Schulweg-Börse“ zudem ein gut erprobtes Projekt, beim dem Eltern sich verabreden können, damit Schüler gemeinsam Schulwege gehen.

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