RASER

Verkehrsrowdys in Neubrandenburg sollen ausgebremst werden

Viele Neubrandenburger ächzen unter der Belastung durch Verkehr und Raser. An der Lutizenstraße im Süden der Stadt stießen die Klagen nun auf offene Ohren. Nachgedacht wird etwa über Tempo 30.
Anwohner der Lutizenstrasse klagen über Raser und zu viel Verkehr. Anwohner haben Kinderfiguren aufgestellt, damit die Au
Anwohner der Lutizenstrasse klagen über Raser und zu viel Verkehr. Anwohner haben Kinderfiguren aufgestellt, damit die Autofahrer Rücksicht und den Fuß vom Gas nehmen. Mirko Hertrich
Weil Verkehrsrüppel durch die Lutizenstrasse brettern, denkt die Stadt laut über Tempolimits und Überholverbote
Weil Verkehrsrüppel durch die Lutizenstrasse brettern, denkt die Stadt laut über Tempolimits und Überholverbote nach, die sich viele auch an anderer Stelle in Neubrandenburg wünschen. Mirko Hertrich
Neubrandenburg.

Die Aktion wirkt etwas verzweifelt. In der Lutizenstraße am Südzipfel der Stadt haben offenbar Anwohner am Rand der viel befahrenden Straße kleine Kinderfiguren aufgestellt, die Autofahrer vom Rasen abhalten sollen. Die kleinen Männchen in Grün oder Orange haben ein Herz auf der Brust, auf denen steht: Kids. In der Hand halten sie einen Wimpel, auf dem ein Kind mit einem Fußball abgebildet ist.

Bei den Autofahrern hat der Protest bislang scheinbar wenig gefruchtet, allerdings hat er die Stadtverwaltung auf den Plan gerufen. Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) und Ordnungsamtsleiter Jörg Schmiedel machten sich zu Wochenbeginn vor Ort ein Bild von der Situation. „Zunehmender Verkehr und Raserei“ bereiteten den direkten Anwohnern Probleme, teilte die Stadt mit. Nun werden Möglichkeiten geprüft, wie den Bewohnern in der Straße geholfen werden kann. Eventuell werde die Geschwindigkeit an bestimmten Stellen von 50 auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert. Auch über ein Überholverbot und eine entsprechende Fahrbahnmarkierung werde nachgedacht, genau wie über Geschwindigkeitskontrollen.

Tempo 50 wird kaum eingehalten

Stadtsprecherin Anett Seidel sagte im Gespräch mit dem Nordkurier, es handele sich bislang zunächst um Überlegungen, wie Abhilfe geschaffen werden könne. Ihren Worten nach wird die geltende Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 50 vor allem während des Hauptberufsverkehrs nicht eingehalten. Auch klagten Anwohner nachts über Lärmbelästigung. Die Lutizenstraße verläuft östlich nach Ende des Bethanien Center bis zum Fünfeichender Weg/Fünfeichen. Entlang der Straße sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Eigenheime entstanden oder es laufen noch die Bauarbeiten wie aktuell im 3. Bauabschnitt Nord des Baugebiets Steep.

In sozialen Medien lösten die Erwägungen der Stadt eine lebhafte Debatte über die Notwendigkeit von verkehrlichen Maßnahmen am Steep sowie an anderen Orten Neubrandenburgs aus – etwa in der Oststadt, im Katharinenviertel oder auf dem Lindenberg. Es wurde auch die Frage aufgeworfen, warum die Stadtverwaltung nun ausgerechnet an der Lutizenstraße laut über Tempo 30 oder andere Maßnahmen nachdenkt.

Oft Ablehnung von Tempo-30-Zonen

Die Stadt Neubrandenburg hatte in Sachen Geschwindigkeitsbegrenzung bislang häufig „gebremst“. Entsprechende Forderungen von Anwohnern nach Tempo 30 an anderen Ecken wurden wiederholt mit der Begründung abgelehnt, es handele sich nicht um einen Unfallschwerpunkt, sehr zum Verdruss der Betroffenen. Diese fragten häufig – ähnlich wie bei der Ampel am Treptower Tor – beim Nordkurier nach, ob denn erst Schlimmeres passieren muss, bevor gehandelt wird.

Viele Leser zweifelten auch daran, dass eine Beschränkung auf Tempo 30 in bestimmten Abschnitten der Lutizenstraße den gewünschten Effekt erzielt. Als eine andere mögliche Maßnahme schlug der SPD-Ratsherr Roman Oppermann vor, einen Kreisverkehr einzubauen. In der Stadtmitte von Anklam seien auf 500 Metern zwei solcher Kreisel eingebaut worden, schrieb der Vorsitzende des Betriebsausschusses: „Das bremst enorm.“

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Kommentare (7)

Jedenfalls weniger als zum Beispiel in der Kranichstraße. Sie hätten beim Kauf aufpassen sollen das eine Straße vor der Haustür liegt. Den welcher Idiot baut so dicht dran. Ach ja die am Südzipfel. Und nun da nun bald alles zugebaut wurde ist auch der Verkehr angestiegen. Ja damit muss jeder leben. Mir zu liebe als Anwohner in der Neustrelitzer Str. senkt man auch nicht so einfach das Tempo auf 30 oder sperrt auf jeder Seite eine Fahrbahn.

Warum wurde die Lutizenstraße gebaut? Keineswegs für die Bebauung von Grundstücken, das kam viel später. Die Lutizenstraße ist eine Abkürzung zwischen Neubrandenburg und Fünfeichen bzw. Burg Stargard. Die Anwohner sind die Dummen, die Autofahrer sind die Dummen und wer nicht? Die Stadt und ihre Planung.

Also wenn die Stadt dort eine Tempo 30 Zone macht oder vielleicht noch Geld raus schmeisst für Kreisverkehre dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Gibt es nicht genug andere Problemzonen in der Stadt. Anscheinend haben da einige Anwohner lange Weile. Das wussten sie doch vorher. Ach und übrigens wie verzweifelt muss man sein um da ein Haus zu bauen.

Was soll der Scheiß, überall 30km machen in kleinen Gemeinden und Städten, reicht es noch, es gelten 50km und das ist gut so, das ist für alle verbindlich! Werdort baut weiß doch das irgendwan die Verkehrsrowdys kommen. Wenn Schmiedel das bei 50 nicht in den griff bekommt dannbei 30 auch nicht, der hat so viele Baustellen auf seinem Grundstück das eine ganze Mülldeponie reinpasst. Der Mann hat doch noch nie was in die Reihe bekommen, egal ob Verkehrsberuhigung in der Innenstadt, Falsch- und Zuparker in den Wohngebieten oder illegale und unkontrollierte Müllentsorgung zwischen den Neubauten! Da sollte er sich mal lieber drum kümmern als in den fließenden Verkehr sich einmischen, dafür ist die Polizei da.

Für das Anordnen und Aufstellen von Verkehrszeichen ist die Verkehrsbehörde zuständig und nicht die Polizei.
Wenn dort aber über die Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit nachgedacht wird weil zu schnell gefahren wird und dies unter gleichen Gesichtspunkten an anderen Stellen de Stadt abgelehnt wird, dann ist das rechtlich schon sehr problematisch um nicht zu sagen "Willkür" Außerdem ist es nicht das mildeste Mittel um die angesprochenen Probleme zu lösen. Niemand hat einen Rechtsanspruch darauf, das nur ein geringer Teil Verkehrsteilnehmer diese öffentlich gewidmete Straße benutzen darf.
Ich wohne auch an einer innerstädtischen Straße mit Tempo 50.Die zulässigen Lärmwerte werden überschritten (habe ich schriftlich) und dennoch sieht die Behörde keinen Anlass zum handeln. Ach so, zurzeit auch noch Umleitungsstrecke für 6 Monate- drei davon sind schon weg.

sollen ausgebremst werden. Dieser Begriff soll wohl dazu dienen, dass das Problem psychisch bei den Behörden aufgewertet werden soll.
Ein "Verkehrsrowdy" ist umgangssprachlich ein Mensch der g r ö b l i c h s t gegen Verkehrsvorschriften verstößt. Das bloße überschreiten der zulässigen Geschwindigkeit- wenn sie nicht mindestens das doppelte der zulässigen übersteigt- gehört wohl nicht in die Kategorie "Rowdy. Dieser Begriff kommt aus dem englischen und heißt übersetz: Rüpel,Rabauke.
Nach dieser Darstellungsweise im NK wären ja alle die mal zu schnell fahren Rüpel, auch diejenigen die, abzüglich der Tolleranz, 1 km/h zu schnell sind.

Unabhängig , das zu schnell fahren gesetzlich nicht erlaubt ist , ist die wortwahl verkehrsrowdy ebenso nicht zu verallgemeinern. Es stellt eine Beleidigung aller dar, die auch nur 1 km zu schnell unterwegs sind dar! Und selbst wenn es erlaubt ist, was ist denn dann der Herr Schmiedel für ein Mensch, der jahrelang seinen odnungshaufen nicht sondieren kann und da als hochbezahlter beamter der Stadt. Kennt jemand einen netten Begriff für ihn ohne das es eine Beleidigung wäre???