Übergriff in Neubrandenburg

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Verletzter Radler nach Tritt von Mopedfahrer unter Schock

Der Unglücksort in der Ihlenfelder Straße auf Höhe der Abfahrt nach Monckeshof. Hier wurde der 40-jährige Rennradfahrer aus Rowa mit Tritten und Schlägen gewaltsam von der Straße gedrängt. Der Mopedfahrer ergriff nach der Tat die Flucht.
Der Unglücksort in der Ihlenfelder Straße auf Höhe der Abfahrt nach Monckeshof. Hier wurde der 40-jährige Rennradfahrer aus Rowa mit Tritten und Schlägen gewaltsam von der Straße gedrängt. Der Mopedfahrer ergriff nach der Tat die Flucht.
Tobias Holtz

Der gewaltsame Übergriff eines Mopedfahrers auf einen Rennradfahrer hat in Neubrandenburg für großes Entsetzen gesorgt. Nun hat sich das Opfer geäußert.

Der Schock sitzt Danny Smuskewicz noch tief in den Knochen. „Als Radfahrer ist man so einiges gewöhnt. Autofahrer, die einen anhupen oder auch mal den Vogel zeigen sind keine Seltenheit. Aber so ein aggressiver Mopedfahrer ist mir vorher noch nie begegnet“, sagt der 40-Jährige aus Rowa.

Smuskewicz war am Mittwochabend mit seinem Rennrad auf der Ihlenfelder Straße in Richtung Stadtzentrum unterwegs. Da der Radweg durch ein Waldstück führe und zu dieser Jahreszeit von viel rutschigem Laub bedeckt wäre, sei er ausnahmsweise auf die Fahrbahn ausgewichen. „Im Nachhinein betrachtet ist es natürlich ein Fehler gewesen“, gibt der Radsportler offen zu. Hinter ihm hätte sich bereits eine lange Schlange von Autos gebildet, die sich erst nach und nach wieder auflöste.

Mopedfahrer legte eine Vollbremsung hin

Auf Höhe der Abfahrt nach Monckeshof hatte er plötzlich einen Mopedfahrer hinter sich bemerkt. „Der Typ kam immer näher, beschimpfte mich heftig und brüllte, warum ich nicht auf dem Radweg fahren würde, wie jeder andere ‚normale‘ Mensch auch“, erinnert sich Smuskewicz. Er ließ sich allerdings nicht auf weitere Diskussionen mit dem Moped-Rüpel ein und trat kräftig in die Pedale. Daraufhin beschleunigte auch der Mopedfahrer, überholte ihn, um dann eine Vollbremsung zu machen.

„Ich wäre ihm fast hinten aufgefahren und konnte gerade noch ausweichen“, so der Radsportler. Kurz darauf habe ihn der Mopedfahrer wieder eingeholt. Smuskewicz hatte nach eigener Aussage einen heftigen Faustschlag gegen seine Schulter gespürt und konnte aus dem Augenwinkel beobachten, wie der Mann auf dem Moped absichtlich gegen das Hinterrad seines Rennrades getreten war.

Zeugen bestätigen Aussagen des Radfahrers

„Ich verlor die Kontrolle über mein Rad, bin gegen den Bordstein geknallt und habe mich mehrfach überschlagen“, so Smuskewicz. Sein Kopf habe nur knapp die an der Straße stehenden Bäume verfehlt und er sei glücklicherweise nicht auf den gepflasterten Radweg, sondern auf dem Grünstreifen liegen geblieben. Die Schwalbe indessen düste davon.

Zwei Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben, konnten die Aussagen des Radfahrers bestätigen. Smuskewicz hat sich einige Schürfwunden im Gesicht und eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen. „Laut meinem Radcomputer war ich mit einer Geschwindigkeit von etwa 40 Kilometern pro Stunde unterwegs. Es hätte daher auch ganz anders für mich enden können. Ich hatte wirklich großes Glück“, sagt der Hobby-Triathlet.

Es wird dennoch eine Weile dauern, bis sich Smuskewicz wieder vollständig von seinen Verletzungen erholt hat. Das Opfer und seine Frau hoffen, dass der flüchtige Täter so schnell wie möglich gefasst wird. „Ich bin durchaus bereit, demjenigen, der der Polizei entscheidende Hinweise zum derzeitigen Aufenthaltsort des Mopedfahrers geben kann, eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro zu bezahlen“, versichert der Geschädigte.

Kommentare (5)

bei Tempo 40 auf einen Rennradfahrer einprügelt, der gehört bestraft UND dauerhaft aus dem Verkehr gezogen. Das ist versuchte fahrlässige Tötung! Radfahren dürfen grundsätzlich immer die Straße benutzen. Und zwar auch dann, wenn ein Radweg vorhanden ist!

Ihren populistischen Unsinn zu anderen Themen kann ich mittlerweile lachend ignorieren. In diesem Kommentar frage ich mich aber erneut, warum Sie voller Überzeugung nachweislich falsche Tatsachen verbreiten. 2. Satz: völliger Unsinn - Versuch einer fahrlässigen Tat? Der Versuch, irgendetwas zu tun erfordert Vorsatz... 3. + 4. Satz: Ein Blick in die StVO klärt auf, was tatsächlich erlaubt ist, denn "grundsätzlich" ist es genau anders.

Der Versuch, ihn von der Straße zu stoßen. Und haben Sie je einen Velofahrer gesehen, der dafür bestraft wurde, weil er auf der Straße fuhr?

Ich finde die Reaktion des Mopedfahrers gegenüber Herrn Smuskewicz zu tiefst bedauernswert und unangemessen! Aber: Hat nach meiner Meinung der Herr Smuskewicz diese Situation durch sein Fehlverhalten nicht erst selbst heraufbeschworen? Fakt ist doch das bei vorhanden sein eines Radweges dieser laut STVO auch zu benutzen ist! Täglich fahren viele Radler diesen Radweg ohne dass ihnen etwas passiert. Man muss, wenn der Radweg von viel rutschigem Laub bedeckt ist, eben seinen Fahrstiel den Gegebenheiten anpassen und auch mal für 1 km etwas ruhiger treten. In der Umgebung gibt es doch genügend Straßen mit wenig Verkehr und ohne Radweg auf denen man sich mit dem Rennrad „austoben“ kann. Als Herr Smuskewicz selbst feststellte, dass sich hinter ihm eine lange Schlange von Autos bildete, weshalb ist er dann nicht in die Einfahrt zur Gartenanlage Monckeshof hereingefahren und hat die Schlange von Autos vorbeigelassen wo er doch wissentlich gegen die STVO verstoßen hat? Das wäre doch wenigstens ein Zeichen gegenüber den „ausgebremsten“ Verkehrsteilnehmern. Peinlich finde ich persönlich, dass er selbst noch ein „Kopfgeld“ auf die Ergreifung des Mopedfahrers aussetzt. Allgemein hat man manchmal bei diesen Rennradfahrer den Eindruck dass ihnen die anderen Verkehrsteilnehmer und die STVO völlig egal sind, Hauptsache sie ziehen „ihr Ding“ durch. Auch die Polizei sieht über solche Verstöße großzügig hinweg. Vor einiger Zeit habe ich das selbst erlebt: Ein Radfahrer hat mit Rennrad hat am Berg von Monckeshof nach Ihlenfeld Bergtraining gemacht und ist mehrfach den Berg auf der Straße hoch und runter gefahren. Die Polizei stand in Monckeshof zu dieser Zeit hinter dem Baum und hat „gelasert“. Keiner der Polizisten hat den Radfahrer auf sein Fehlverhalten aufmerksam gemacht, ihre Aufgabe war es zu schnelle Autofahrer zur Kasse zu bitten.

... steht nicht als Regel in der StVO.