Wohnungsverkauf in Neubrandenburg

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Vermieter und Käufer schweigen noch

Auch dieser Aufgang in der Neubrandenburger Pawlowstraße steht kurz vor dem Verkauf.  
Auch dieser Aufgang in der Neubrandenburger Pawlowstraße steht kurz vor dem Verkauf.
Thomas Beigang

Der Übergang von rund 420 Wohnungen aus dem Bestand der Neuwoges steht kurz vor dem Abschluss, heißt es. Noch aber ist wohl nichts unterschrieben – doch liegt man in Sachen Verkaufsverhandlungen im zeitlichen Soll – so die Auskunft.

Der Verkauf der städtischen Quartiere, der mindestens 6,7  Millionen Euro in die Neubrandenburger Stadtkasse spülen soll, steht offenbar kurz bevor. So jedenfalls die Auskunft der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft Neuwoges. „Aktuell befinden wir uns in den Abschlüssen der jeweiligen Verkaufsverfahren“, sagte am Dienstag ein Sprecher des städtischen Unternehmens. Allerdings sei bis zur Unterschrift mit den Erwerbern Stillschweigen vereinbart worden. Nur soviel, so der Sprecher weiter, man liege mit dem Verkauf der Wohnungen im geplanten
Zeitrahmen.

Kaufpreis ist Kriterium bei Zuschlag

Seit März führt die Neuwoges Verkaufsverhandlungen mit den Höchstbietenden, die in den Wochen zuvor ihre Angebote für die Wohnungen abgeben konnten. Im vergangenen Herbst stellte das Unternehmen die Quartiere als Angebot ins Internet, danach konnten sich Interessenten bewerben. Bei der Neuwoges machte man keinen Hehl daraus, dass der angebotene Kaufpreis das wesentliche Kriterium bei der Auswahl der künftigen Besitzer sei. Wie der Nordkurier erfuhr, sollen die von den Interessenten gebotenen Preise teilweise deutlich über dem Verkehrswert der Wohnungen gelegen haben. Die möglichen Käufer hatten zugesichert, so hieß es, die von der Neuwoges vorgegebenen Sozialstandards einzuhalten. Verboten sollte unter anderem sein, die Wohnungen in den ersten beiden Jahren nach dem Erwerb weiter zu verkaufen, um reiner Spekulation einen Riegel vorzuschieben. Auf den „Sozialplan“ hatte im Vorfeld besonders der Neuwoges-Aufsichtsrat gedrungen.

Die Entscheidung, sich von mehr als 400 städtischen Wohnungen in der Oststadt, auf dem Datzeberg, in Monckeshof und im Reitbahnviertel zu trennen, ist nach langen Auseinandersetzungen vor einem guten Jahr in der Neubrandenburger Stadtvertretung gefallen. Der Erlös aus dem Immobiliengeschäft soll der Tilgung der Schulden dienen und ist wesentlicher Bestandteil des Haushaltssicherungskonzepts, mit dem es gelingen soll, die Kreisstadt bis zum Jahr 2027 schuldenfrei zu machen. Allerdings – um mindestens 6,7 Millionen Euro in die Kasse legen zu können, muss die Neuwoges diesen Betrag nach Abzug aller Kosten und Aufwendungen durch den Verkauf übrig haben. Da im Zuge der Veräußerung Kredite abgelöst werden müssen und teilweise Vorfälligkeitsentschädigungen zu zahlen sind, der Verkauf selber Kosten verursacht und die Erträge auch steuerlichen Aspekten unterliegen, muss der Kaufpreis deutlich höher ausfallen. Zwölf Millionen Euro, so hieß es, sollte der Verkauf schon bringen.