GESCHÄFT IN NEUBRANDENBURG

Vermieter will gegen Thor-Steinar-Laden aktiv werden

Vor einem Monat hätte der Laden mitsamt der umstrittenen Mode von Thor Steinar geräumt sein sollen. Weil der Mieter sich aber offensichtlich weigert, will der Anwalt der Vermieterin jetzt härtere Maßnahmen ergreifen.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Gegen die Eröffnung des umstrittenen Ladens in der Stargarder Straße hatte es mehrfach Proteste gegeben, die mit ein Grund für die Kündigung waren. (Archivbild)
Gegen die Eröffnung des umstrittenen Ladens in der Stargarder Straße hatte es mehrfach Proteste gegeben, die mit ein Grund für die Kündigung waren. (Archivbild)
Neubrandenburg.

Trotz der Forderung zur Räumung brannte im Laden der umstrittenen Modemarke Thor Steinar in Neubrandenburg zuletzt noch Licht. Dabei hätte der Mieter nach dem Willen des Vermieters eigentlich bereits vor einem Monat den Schlüssel für das Geschäft in der Stargarder Straße abgeben sollen. Doch offenbar weigert sich die Skytec Outlets GmbH das Geschäft zu räumen. Ein Vorgehen von Thor Steinar, das man auch aus anderen Städten kennt. Ebenso, dass dem Vermieter nach dessen Angaben nicht mitgeteilt wurde, dass die in der rechten Szene beliebte Modemarke dort veräußert wird, wozu Unternehmen höchstrichterlich verpflichtet sind.

Nun läuft alles auf eine juristische Auseinandersetzung hinaus. Der Bayreuther Anwalt der Vermieterin sagte dem Nordkurier auf Anfrage: „Der Vorgang ist in Bearbeitung und es wird etwas passieren.“ Bislang ist weder beim Amtsgericht noch beim Landgericht Neubrandenburg Räumungsklage eingegangen. Bei privaten Mietstreitigkeiten ist eigentlich das Amtsgericht zuständig, bei Gewerbeimmobilien sind Räumungsklagen aber ab einem bestimmten Streitwert gleich ein Fall für das Landgericht.

Der Jurist hatte in einem Schreiben schon Ende März vom Mieter verlangt, dass die Gewerberäume bis spätestens 10. April geräumt sind, andernfalls würden „gerichtliche Maßnahmen“ eingeleitet. Zugleich wurde der Mietvertrag wegen des Vorwurfs der arglistigen Täuschung angefochten und vorsorglich die fristlose Kündigung des Mietverhältnisses erklärt.

„Manipulation ohne weiteres nachweisbar“

In dem Kündigungsschreiben, das dem Nordkurier vorliegt, monierte der Rechtsanwalt, dass bei einer eingehenden Prüfung erst jetzt festgestellt worden sei, dass eine Seite des Mietvertrages „in strafrechtlich relevanter Weise“ geändert worden sei. So soll eine gesamte Seite des Mietvertrages vor Rückübersendung an die Verwalterin neu geschrieben und ein Satz eingefügt worden sein, wonach der Vermieter bestätige, dass er als Anlage das Konzept für den Mietgegenstand erhalten habe, sprich, dass dort Thor-Steinar-Mode vertrieben werden soll. Laut Schreiben ist die „vorgenommene Manipulation ohne weiteres nachweisbar“.

Die Modemarke Thor Steinar ist seit Jahren in der Kritik, weil sie laut Verfassungsschutz Brandenburg in der rechtsextremen Szene als Erkennungsmerkmal gilt. Auf den Kleidungsstücken sind oft Codes und Botschaften mit rechtsradikalem Hintergrund gedruckt. Im Landtag Mecklenburg-Vorpommern und in einigen Fußballstadien ist das Tragen von Kleidung dieser Marke untersagt.

Mittlerweile versucht das Unternehmen, sich stärker als Outdoor-Marke zu positionieren. Die Läden werden nach skandinavischen Städten benannt. Das Geschäft in Neubrandenburg firmiert unter „Tonsberg“ und war die jüngste Neueröffnung des Labels. Das Unternehmen expandierte stark nach Osteuropa. Jüngst wurden allein für die russische Hauptstadt Moskau mehrere Läden auf der Internetseite aufgeführt, diese sind dort aber nicht mehr gelistet. Eine Erklärung dazu sucht man vergebens.

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