VERZWEIFELTE SUCHE

Vermisster Pitt liegt tot im Brunnenschacht

Familie Schneider aus Letzin suchte monatelang ihren treuen Hund. Jetzt wurde er entdeckt. Herrchen Dietmar Schneider hat Anzeige erstattet.
Elf Jahre lebte der Münsterländer Pitt bei Familie Schneider in Letzin, die ihn seit dem 10. Januar vermisste.
Elf Jahre lebte der Münsterländer Pitt bei Familie Schneider in Letzin, die ihn seit dem 10. Januar vermisste. Carina Meinke
Letzin.

Familie Schneider aus Letzin hat ihren Hund Pitt seit dem 10. Januar vermisst; jetzt haben sie traurige Gewissheit: Das Tier ist tot. Pitt wurde in einem Brunnen nahe am Dorf entdeckt.

Am 10. Januar hatte die Familie den Münsterländer das letzte Mal gegen 16 Uhr auf dem Grundstück gesehen. Dann war er plötzlich wie vom Erdboden verschluckt, sagte Tochter Carina Meinke. In der Nacht darauf soll er noch einmal in einer Bushaltestelle in Seltz gesehen worden sein. Der Vierbeiner habe heulend dort gesessen.

Familie legte Hunderte Kilometer bei Suche zurück

Gleich am nächsten Tag starteten Schneiders umfangreiche Suchaktionen. Sie verteilten Flyer, durchstreiften wieder und wieder Wälder und Felder der nahen und weiten Umgebung, legten dabei Hunderte Kilometer zurück. Vergeblich.

Sie baten auch die Tierrettung Greifswald um Unterstützung. Die kam mit ausgebildeten Hunden und suchte das Gelände weiträumig ab. „In Gützkow schlugen die Hunde an, weil sie Pitts Spuren gerochen haben“, berichtete Dietmar Schneider. Pitt blieb aber weiterhin unauffindbar. Sein Herrchen hoffte die gesamte Zeit über, dass sein treuer Vierbeiner zurückkommen werde oder irgendwo auf ihn warte.

Am 20. März rief nun eine Letzinerin bei Schneiders an und informierte sie darüber, dass ein Hund in einem Entwässerungsbrunnen dicht bei Letzin gefunden worden sei. Der Brunnen sei mit einer neuen hölzernen Palette zugedeckt gewesen und das Tier sehe aus wie Pitt.

Der Brunnen ist knapp 1,50 Meter tief. Wieder baten Schneiders die Greifswalder Spezialisten um Hilfe, die noch am gleichen Tag in Letzin eintrafen, den Leichnam bargen und ihn an Ort und Stelle untersuchten.

Fundort und Verletzungen, so die Spezialisten, lassen eindeutig darauf schließen, dass Pitt nicht eines natürlichen Todes gestorben ist. Bei den Verletzungen handelt es sich unter anderem um Prellspuren, die möglicherweise bei einem Zusammenstoß mit einem Pkw entstanden sein könnten. Zudem waren seine Hinterläufe gebrochen. Sie vermuten zudem, dass der Münsterländer erst seit zehn bis 14 Tagen tot sei.

Auffällige Narbe führt zur Identifizierung

Dass es sich um Pitt und keinen anderen Hund handelt, gilt als sicher. Pitt hat von einer Operation eine markante Narbe zurückbehalten. Anhand dieser konnte er eindeutig identifiziert werden. „Er hatte auch kein Wasser in der Lunge“, sagte Dietmar Schneider, „sodass wir davon ausgehen, dass er bereits tot in den Brunnen geworfen worden ist.“

Dietmar Schneider will die Angelegenheit keinesfalls auf sich beruhen lassen. Er hat Anzeige bei der Polizei erstattet. „Pitts Tod empfinde ich auch als Angriff auf meine Person. Ich lass mir das nicht gefallen“, sagt er und kann es immer noch nicht fassen, wie Menschen derart mit Tieren umgehen können. „Ich bin sehr enttäuscht.“ Er habe da so seine Vermutungen, doch öffentlich wolle er darüber keinesfalls reden. Er hofft, dass die Polizei den Täter ermitteln werde.

Wer möglicherweise Hinweise zum Sachverhalt geben kann, der kann bei Familie Schneider anrufen unter der Telefonnummer 039993 70 862 oder bei der Tochter Carina Meinke unter 0172 74 91 12 96.

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