Jetzt wurde der Start der Badesaison ausgerufen – aber nicht überall.
Jetzt wurde der Start der Badesaison ausgerufen – aber nicht überall. Patrick Pleul
Seen kalt, aber sauber

Verwirrung um offiziellen Start der Badesaison

Wird in verschiedenen Landesteilen unterschiedlich in die Saison gestartet? Immerhin: Die meisten Seen sind sehr sauber. Es gibt dennoch einige Ausnahmen.
Neubrandenburg

Sollten sich einige Mecklenburger in einigen Landesteilen wegen Corona etwa mit dem Baden noch zurückhalten? Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) verkündete am Donnerstag den offiziellen Beginn der Badesaison nur für bestimmte Teile von Mecklenburg-Vorpommern und sorgte damit für reichlich Verunsicherung.

So starte nach seinen Aussagen jetzt erst die Badesaison in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald, Rostock, Ludwigslust-Parchim sowie den kreisfreien Städten Schwerin und Rostock – in den übrigen Landesteilen erst scheinbar erst einen Monat später. Immerhin milderte er ab: „Wenngleich coronabedingt einige Landkreise etwas später mit dem offiziellen Auftakt starten, kann natürlich auch dort schon gebadet werden”, so Glawe.

Wasserqualität später als üblich getestet

In der Kreisverwaltung Mecklenburgische Seenplatte will man die Ausklammerung der Region aber nicht so stehen lassen. Laut Kreissprecherin Haidrun Pergande kann jederzeit in den Badeseen des Landkreises gebadet werden. Ein Ausruf der offiziellen Badesaison werde traditionell mit dem Beginn der Wassertests verknüpft – und der erste Durchlauf der Beprobungen in der Seenplatte werde schon zu Pfingsten abgeschlossen.

Von einem verspätetem Start in die Badesaison im Juni könne also keine Rede sein. Allerdings räumt Pergande ein, dass damit in diesem Jahr wieder etwas später als vor der Pandemie mit den Tests angefangen wurde. Unter anderem seien viele Mitarbeiter des Gesundheitsamtes in die Corona-Abwehr eingebunden.

Neun von zehn Seen mit ausgezeichneter Qualität

Erste Tests der Wasserqualität überzeugen: „Abgesehen von den nach wie vor niedrigen Temperaturen, kann in den Seen und Badeanstalten im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gebadet werden. Die Wasserqualität ist gut bis sehr gut.” Im Landkreis würden Hygieniker des Gesundheitsamtes regelmäßig 174 Badestellen nach U-Standards untersuchen. Die Ergebnisse werden an den Badestellen ausgehängt.

Eine gute bis sehr gute Wasserqualität sprach Glawe der großen Mehrheit der Seen in MV zu. „Die regelmäßigen Überprüfungen zeigen, dass 97 Prozent der Gewässer als sehr gut und gut eingestuft wurden.” Im ganzen Land werden den Angaben zufolge 499 Badegewässer hygienisch überwacht, davon 156 an der Ostsee und 336 an Binnengewässern sowie sieben an Flüssen. 91 Prozent hätten eine ausgezeichnete Qualität.

Strenge Regeln in Schwimmbädern

Acht Seen wurde lediglich eine ausreichende Wasserqualität attestiert, unter anderem dem Kummerower See oder der Kleinen Müritz-Rechlin. Mangelhafte Qualität wird fünf Seen wie dem Woldegker Stadtsee und dem Penzliner See zugesprochen. Dafür seien Einzelwerte verantwortlich. Die Bewertung basiere auf einem Mittelwert der letzten vier Jahre.

Laut dem Bundesumweltamt gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass das Coronavirus über das Wasser übertragen wird. Allerdings gibt es für Schwimmbäder weiterhin schärfere Vorgaben als für Badeseen. „In Mecklenburg-Vorpommern bleiben laut der Corona-Landesverordnung Schwimm- und Spaßbäder – also Bäder, bei denen es sich nicht um Naturstrände, Naturgewässer oder frei angelegte Badestellen handelt – geschlossen”, so Seenplatten-Sprecherin Haidrun Pergande.

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