Nachdem die Stadt Neubrandenburg die Vergnügungssteuer für das Jahr 2022 nicht erhebt, sind viele Veranstalter erlei
Nachdem die Stadt Neubrandenburg die Vergnügungssteuer für das Jahr 2022 nicht erhebt, sind viele Veranstalter erleichtert. Franziska Kraufmann
Veranstaltungsbranche

Verzicht auf Vergnügungssteuer lässt Veranstalter aufatmen

Erleichterung für die Veranstalter Neubrandenburgs: Die Vergnügungssteuer wird die Stadt in diesem Jahr nicht erheben. Eine Maßnahme, die gerne angenommen wird.
Neubrandenburg

Es sind für die Veranstaltungsbranche gute Nachrichten. Die Stadt verzichtet in diesem Jahr auf die Erhebung der Vergnügungssteuer. So hatten es die Stadtvertreter beschlossen, nachdem die Idee in der aus Fraktionen, Stadt und Unternehmern bestehenden „Arbeitsgruppe Coronahilfen“ aufkam (Nordkurier berichtete). Mit dem Verzicht sollen die Veranstalter nach schwierigen Pandemie-Jahren entlastet werden. Das kommt bei den Entlasteten gut an.

„Für Veranstalter, die größere Tanzveranstaltungen durchführen, ist es auf jeden Fall ein positives Signal“, teilt Barbara Schimberg, Geschäftsführerin des Veranstaltungszentrums Neubrandenburg (VZN) auf Nachfrage mit. Die finanziellen Entlastungen durch den Wegfall der Vergnügungssteuer sind laut Barbara Schimberg ein wichtiger Punkt in der Kalkulation einer Veranstaltung.

„Wieder attraktiv, etwas zu veranstalten“

Vor der Corona-Pandemie hatte die Stadt 2019 über diese Steuer noch knapp 40 000 Euro eingenommen. Mit zurückgehenden Veranstaltungen sank die Summe auf etwas mehr als 10 000 Euro im vergangenen Jahr. Der gleiche Betrag war für dieses Jahr eingeplant, sodass die Verwaltung durch den Verzicht mit Mindereinnahmen von 10 000 Euro rechnet, hieß es auf Nachfrage. „Es ist für mich eine ganz hohe Errungenschaft“, freute sich Stadtvertreter Marco Messner, der die Maßnahme mit ins Feld geführt hatte. Es zeige, wie aus der Kommunalpolitik heraus ganz direkte Unterstützung kommen kann.

Auch Stephan Kreienbrink, der mit seiner Event- und Werbeagentur unter anderem in Burg Stargard die „Walpurgisnacht“ veranstaltet, profitiert von der temporären Aufhebung. „Es ist wieder attraktiv, in Neubrandenburg etwas zu veranstalten“, sagt er. Immerhin mussten die hiesigen Veranstalter wegen der Vergnügungssteuer bei jedem Ereignis 20 Prozent vom Eintrittsgeld abgeben.

„Durch Steuer entsteht Wettbewerbsverzerrung”

Norbert Lüder begrüßt diese Maßnahme mit offenen Armen. „Das ist wirklich top. Auf das ganze Jahr gerechnet sparen wir dadurch etwa 20 000 Euro ein“, sagt der ehemalige Geschäftsführer und derzeitige Mitarbeiter der Diskothek „Colosseum“. Wenn es nach ihm gehe, könne die Vergnügungssteuer für immer aufgehoben werden. „In anderen Bundesländern gibt es die auch nicht und durch diese Steuer entsteht auch eine gewisse Wettbewerbsverzerrung“, sagt Norbert Lüder.

Trotz des Entgegenkommens der Stadt können die Veranstalter dieses zurzeit nicht ausnutzen. Denn große Veranstaltungen sind aufgrund der aktuellen Corona-Maßnahmen nicht möglich. „Der Wegfall der Vergnügungssteuer ist jedoch ein wichtiger Anreiz für die Durchführung dieser Veranstaltungen. Allerdings halten sich aus derzeitiger Sicht alle Veranstalter noch zurück“, betont Barbara Schimberg vom VZN.

Doch ab dem 20. März könnte sich das ändern, da Bund und Länder Lockerungen der Maßnahmen angekündigt haben. Am 5. März darf zumindest das hiesige „Colosseum“ wieder Partygäste unter der 2G-plus-Regel empfangen. „Wir hoffen, dass wir auch wirklich öffnen können. Die Infektionszahlen sehen ja noch nicht so gut aus“, zweifelt Norbert Lüder. Ob die Veranstalter ab Mitte März einen Nutzen aus der nicht erhobenen Vergnügungssteuer ziehen, wird sich zeigen.

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