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Viel Stress um den Wohnungsbau in Neubrandenburg

Das Tempo in der Stadtvertretung und in der Stadtverwaltung hat deutlich an Fahrt gewonnen. Kein Wunder – schon im nächsten Monat wird ein neues „Parlament“ gewählt.
Thomas Beigang Thomas Beigang
Wie hier in der Brinkstraße wird an vielen Plätzen in Neubrandenburg gebaut.
Wie hier in der Brinkstraße wird an vielen Plätzen in Neubrandenburg gebaut.
Neubrandenburg.

Der Schlussspurt hat es in sich: Die Ratsfrauen und Ratsherren in der Neubrandenburger Stadtvertretung bekommen in den nächsten Tagen und Wochen noch richtig viel Arbeit in ihren ehrenamtlichen Jobs. Die Zahl der zu fassenden Beschlüsse erhöht sich – und die Zahl der Sitzungen. Gerade hat die Stadtverwaltung darum gebeten, den wichtigen Stadtentwicklungsausschuss zu zwei Sondersitzungen Ende April und Anfang Mai einberufen zu dürfen.

Das hat seine Gründe. Wie es unter den Stadtvertretern heißt, könne man sich gerade in der Ausweisung neuer Wohngebiete und den Änderungen des städtischen Flächennutzungsplans keinen Stillstand mehr erlauben. Denn schon Ende des nächsten Monats werde zu den Kommunalwahlen auch eine neue Stadtvertretung in der Kreisstadt gewählt – und erfahrungsgemäß würde es auch immer eine gewisse Zeit dauern, ehe das neue städtische Parlament sich konstituiert habe und auch beschlussfähig sei. Diese Wochen, so heißt es über alle Fraktionen hinweg, dürfe man nicht ungenutzt verstreichen lassen. Zumal bald danach die Sommerpause die Arbeit lähmt.

Angebot und Nachfrage halten sich nicht die Waage

Allein zwölf Vorlagen, die sich samt und sonders mit Bau- und Baugenehmigungsangelegenheiten befassen, standen gerade am Donnerstag auf dem Plan des Hauptausschusses der Stadtvertretung, um in die Fachausschüsse verwiesen zu werden. Unter anderem drehte es sich dabei um das Wohngebiet Carlshöhe Ost, den Plan „An der Carlshöher Linden“, einen Entwurfsbeschluss für das Carrée Zastrowstraße/Adrionstraße auf dem Datzeberg und schließlich um das Vorhaben Weitin-Hollerbusch. Genau dort plant die Stadt mit großen Ehrgeiz ein neues Wohngebiet – das größte seit langer Zeit. Angesichts der anhaltend hohen Nachfrage nach Grundstücken versucht man in Neubrandenburg, möglichst alle in Frage kommenden Areale herzurichten und anzubieten. Denn: Die Stadt hat Probleme bei der Vergabe, Angebot und Nachfrage halten sich noch nicht die Waage. Jede zusätzliche Verzögerung könnte potenzielle Häuslebauer in die Nachbargemeinden „treiben“. Die Gemeinde Wulkenzin zum Beispiel plant, 50 neue Bauplätze anzubieten – zum Missfallen der Stadtplaner in Neubrandenburg.

An der strategischen Vorbereitung eines neuen großen Wohnungsbaustandortes führt so kein Weg mehr vorbei – deshalb schlug die Stadtverwaltung schon im Herbst vor, in der Nachbarschaft des Malerviertels 25 Hektar des Hollerbusch heißenden Areals in Bauland umzuwandeln. Ab 2022 könnten hier die ersten Häuser gebaut werden. Platz ist im Hollerbusch für 220 bis 250 Parzellen.

Aber nicht nur die Sorge um einzuhaltende Termine treiben Stadtverwaltung und Stadtvertretung um. Wie es aus den Fraktionen heißt, wollen man auch „Pflöcke“ einschlagen, die von den Nachfolgern in der Stadtvertretung nicht mehr ausgegraben werden können – weil die vielleicht andere Schwerpunkte setzen wollen. Denn die künftige Zusammensetzung des neuen städtischen Parlaments erscheint selbst den aktiven Neubrandenburger Ratsfrauen und Ratsherren als ein Buch mit sieben Siegeln.

Aktuell sind die Fraktion der Linken in der im Jahr 2014 gewählten Stadtvertretung und die der CDU mit jeweils zwölf Abgeordneten die stärksten Gruppierungen, gefolgt von der SPD (neun Stadtvertretern), Bündnis 90/Grüne/Piraten (vier), AfD (zwei), und der FDP und der NPD mit jeweils einem Ratsherrn.

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Kommentare (2)

Die Schäfchen der CDU und anderen ins trockene bringen. Dabei ist es gut das auch andere Gemeinden vom Wohnungsbau profitieren. Aber lieber wird schnell jede freie Fläche verramscht ohne an die Zukunft zu denken. Die Innenstadt ist ja schon zu einem Betonklotz geworden nun sind die anderen Stadtviertel dran.

Neubrandenburg schon verbaut worden. Jetzt wird es noch schlimmer.