Mehrere Unfälle passierten am Wochenende aufgrund fehlender Winterreifen bei Glätte, der erste bei Burg Stargard.
Mehrere Unfälle passierten am Wochenende aufgrund fehlender Winterreifen bei Glätte, der erste bei Burg Stargard. Felix Gadewolz
Glätte-Unfälle

Viele noch ohne Winterreifen unterwegs

Der erste Schnee sorgte für mehrere Glätte-Unfälle um Neubrandenburg. Fünf der Beteiligten fuhren ohne Winterreifen – was nicht nur im Schadensfall teuer werden kann.
Neubrandenburg

Der Wintereinbruch kam mit mehreren Knallen. Zwölf Unfälle ereigneten sich im Raum Neubrandenburg am Sonnabend aufgrund von Glätte. Glücklicherweise blieb es überwiegend bei Sachschäden, bis auf eine 26-Jährige, die bei Friedland gegen einen Baum krachte und sich leicht verletzte. Die Frau fuhr bei Schneefall ohne Winterreifen – und war der Polizei zufolge damit nicht die Einzige. Fünf Autos mit Sommerreifen seien im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Unfälle verwickelt gewesen. Insgesamt entstand dabei ein Schaden von etwa 62.000 Euro.

Unter Umständen zahlt nach einem Unfall die Versicherung nicht

Dass dabei einige beteiligt waren, ohne Verursacher zu sein, befreit sie jedoch nicht von der Verantwortung. Denn der Fahrer ist verpflichtet, sein Auto fahrsicher auf die Straße zu bringen, sagt ein Mitarbeiter von einer Neubrandenburger Versicherung. Wenn es dann aber um die entscheidende Frage geht, nämlich wer für den Schaden aufkommt, werde immer nach Einzelfall abgewägt. „Es stellt sich die Frage, ob ein Unfall mit Winterreifen vermeidbar gewesen wäre“, erklärt der Versicherungsexperte.

Lesen Sie auch: Wintereinbruch sorgt für viele Unfälle auf MVs Straßen

Wenn ja, werde dies bei Verursachung als grobe Fahrlässigkeit eingestuft. Beteiligten kann zudem eine Teilschuld zugerechnet werden. In der Folge werden mitunter Reparaturkosten nicht von der Versicherung übernommen. Von ihrer Verantwortung befreit sind Autofahrer laut dem Fachmann nur dann, wenn die Temperatur überraschend kippt und der Fahrer die Glätte nicht vorhersehen konnte.

Viele lassen erst nach erster Glätte die Reifen wechseln

Doch auch wer nicht in einen Unfall verwickelt ist, muss zahlen, wenn er bei Schnee ohne die richtige Bereifung erwischt wird. Vorgeschrieben sind Winter- oder Ganzjahresreifen mit einer Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimeter, wobei der ADAC vier Millimeter empfiehlt. Bei Verstoß fallen für den Fahrer 60 Euro Bußgeld an, für den Fahrzeughalter sogar 75 Euro.

Mehr lesen: Jeder Zweite kennt sich mit Winterreifenpflicht nicht aus

Bei der Neubrandenburger Reparaturwerkstatt Pitstop in der Demminer Straße ist der Wintereinbruch spürbar. Auch in diesem Jahr kamen viele Autofahrer erst nach der ersten Glätte zum Reifenwechsel. Bei Ronald Dallmann ist deshalb gerade volles Haus. „Für diese Woche sind die Auftragsbücher voll und wir müssen einigen absagen“, sagt er. Das liege zum einen an einem Krankheitsfall, zum anderen aber auch an der Schusseligkeit der Autofahrer. „Viele haben es verschoben, weil der Oktober so mild war. Aber es gilt immer noch von O bis O“, sagt Ronald Dallmann. Empfohlen werden Winterreifen von Oktober bis Ostern.

In der Neubrandenburger Werkstatt Reifen Helm ist die Lage hingegen entspannt. Es sei so wie jedes Jahr, sagt Thomas Lucke von der Werkstatt. „Ein paar kriegen es eben immer erst mit, wenn der erste Schnee fällt.“

zur Homepage