TÜV-Report Neubrandenburg

:

Vier von zehn Autos mit erheblichen Mängeln

In Neubrandenburg haben die Autos, die beim TÜV zur Untersuchung vorgestellt werden, im Durchschnitt fast 130 000 Kilometer auf dem Tacho. 
In Neubrandenburg haben die Autos, die beim TÜV zur Untersuchung vorgestellt werden, im Durchschnitt fast 130 000 Kilometer auf dem Tacho.
Uwe Anspach

Die fahrbaren Untersätze, die beim Technischen Überwachungsverein (TÜV) in Neubrandenburg regelmäßig auf Herz und Nieren untersucht werden, werden immer älter. Da bleiben Mängel nicht aus.

Fast 47  Prozent aller Autos, die im vergangenen Jahr an der TÜV-Station auf dem Neubrandenburger Datzeberg von den Sachverständigen auf Herz und Handbremse gecheckt wurden, wiesen überhaupt keine Mängel auf. So das Ergebnis des jüngsten TÜV-Reports. Zusätzlich zu dem erfreulichen Ergebnis fanden die Sachverständigen bei mehr als elf Prozent aller untersuchten Autos nur ganz geringe Mängel.

Knapp 60 Prozent der rund 4000 unter die Lupe genommenen Autos erhielten darum sofort eine TÜV-Plakette mit zwei Jahren Gültigkeit. Das sagte am Donnerstag ein Sprecher der TÜV-Nord-Group.

Bemerkenswert aber auch die andere Seite der Plakette: Bei immerhin mehr als 40 Prozent der in Neubrandenburg vorgestellten Fahrzeuge stellten die Kfz-Experten erhebliche Mängel fest und verweigerten die „Freigabe“ der Autos. Diese Fahrzeuge mussten umgehend repariert werden, bevor nach einer Nachprüfung die Plakette auf das hintere Kennzeichen und das HU-Siegel in den Fahrzeugschein geklebt werden konnten. Nur einem einzigen Auto jedoch verpassten die Prüfer am schlimmen Ende das Prädikat „völlig verkehrsunsicher“.

Zahl der beanstandeten Fahrzeuge konstant

„Die Zahl der beanstandeten Fahrzeuge bleibt bei uns seit Jahren schon ungefähr gleich“, sagt Gerd Remane vom Neubrandenburger TÜV auf Nordkurier-Nachfrage. Ebenso die Tatsache, dass viele der beim TÜV in der Kreisstadt vorgestellten fahrbaren Untersätze schon eine erkleckliche Zahl von Jahren auf dem Autodach haben. Der durchschnittliche Pkw, der im vergangenen Jahr in Neubrandenburg zur Untersuchung vorgestellt wurde, war 10,6 Jahre alt und hatte mehr als 129.000 Kilometer auf dem Tacho. „Jüngere Autos werden eher in den Autowerkstätten zur Hauptuntersuchung vorgestellt“, so ein TÜV-Sprecher. Ältere Fahrzeuge, bei denen die Wahrscheinlichkeit einer möglichen Reparatur höher ist, fahren zur Diagnose lieber direkt zum TÜV, heißt es weiter. Warum das so ist, weiß niemand mit Gewissheit zu sagen. „Vielleicht vertrauen uns die Autobesitzer mehr“, so Gerd Remane vom TÜV in Neubrandenburg, „weil sie wissen, dass wir sozusagen neutral sind“.

Froh wären die Spezialisten für die Sicherheit, wenn gerade jetzt in der dunkleren Jahreszeit der kurze Check der Beleuchtungsanlage vor Fahrantritt zur Regel wird. Dass die Beleuchtungsanlage nämlich mitunter stiefmütterlich behandelt wird, zeigt auch die Verteilung der Mängelgruppen. Hier liegt „Licht, Elektrik“ in der Statistik auch in Neubrandenburg wieder weit vorne. Je älter die Fahrzeuge bei ihrem TÜV-Termin sind, desto höher ist die Zahl derjenigen, die im ersten Anlauf keine Plakette bekommen. Die aktuellen Zahlen belegen: Bei der ersten Untersuchung im Alter von drei Jahren finden sich bei 5,8 Prozent der Autos erhebliche Mängel. Im Alter von fünf Jahren sind es schon 10,5 Prozent und so geht es weiter bis zu den Elfjährigen, von denen 29,4 Prozent zur Reparatur in die Werkstatt müssen.