ZWEITNAME FüR NEUBRANDENBURG

"Viertorestadt" eindeutiger Favorit - oder?

In der Diskussion über einen möglichen Zusatz auf dem Neubrandenburger Ortsschild zeichnet sich ein klarer Favorit ab. Viertorestadt oder Tollenseseestadt?
Thomas Beigang Thomas Beigang
Der Begriff Viertorestadt erweist sich als eindeutiger Favorit bei der Namenswahl.
Der Begriff Viertorestadt erweist sich als eindeutiger Favorit bei der Namenswahl. NK-Archiv
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Neubrandenburg.

Der Begriff dient schon lange als Synonym für Neubrandenburg. Wer auch immer Viertorestadt oder Stadt der vier Tore sagt, meint Neubrandenburg. Deshalb, so haben sich in den vergangenen Tagen viele Leute beim Nordkurier gemeldet, gebühre wohl bei den Gedanken über einen offiziellen Zusatznamen für Neubrandenburg dem Begriff Viertorestadt höchste Priorität.

Denn was Nachbarstädtchen wie Neustrelitz mit der „Residenzstadt“ und Stavenhagen als „Reuterstadt“ längst erreicht haben, will Neubrandenburg bald auch für sich beanspruchen: Einen zweiten Namen, der unverwechselbar auf die Kreisstadt verweist. Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) hätte gern diesen zusätzlichen Namen für die Kommune und will das von den Neubrandenburgern selbst entscheiden lassen. Zwei Bezeichnungen sollen zur Wahl gestellt und gewogen werden. Vielleicht ist das aber schon nicht mehr notwendig – zu eindeutig das Votum der Neubrandenburger in der Nordkurier-Diskussion.

Manchmal ist mehr Ruhm zu finden, als man denkt

So schreibt Jacqueline Myrrhe: Es würde Neubrandenburg gut zu Gesicht stehen, einen Beinamen zu bekommen. „Stadt der vier Tore“ ist wohl ein schwer zu schlagender Vorschlag, wenngleich die Verbindung mit dem Weltraum auch ihren Charme hat. Nicht nur wegen der zahlreichen Besuche von Raumfahrern, sondern auch weil dieses Jahr die chinesische Mondmission Chang’e-5 in Mons Rümker landen wird, einem Gebiet auf dem Mond, das nach Carl Rümker benannt wurde. Rümkers Eltern stammen aus Neubrandenburg, zogen aber vor der Geburt von Carl nach Burg Stargard. Manchmal ist da mehr Ruhm zu finden als man denkt. Das sollte genutzt werden!

Reinhard Skierke ist folgender Meinung: „Schon in den 1990er-Jahren bat ich die Stadtvertretung in einem Brief um mehr Vermarktung des Tollensesees. Der Tollensesee ist für Neubrandenburg das Alleinstellungsmerkmal. Ich denke aber, da sich der Begriff Viertorestadt schon eingebürgert hat, diesen Begriff um den Begriff am Tollensesee zu erweitern, wie es schon ein Leser vorschlug. Also ,Viertorestadt am Tollensesee‘. Von der Seeseite ist der Tollensesee schon sehr attraktiv. Das stellten meine Besucher aus Bayern und aus dem Saarland bei einer Schiffsfahrt fest. Am Ufer und im gastronomischen Bereich war früher allerdings bedeutend mehr los.“

Wie wär’s mit "Viertore- und Konzerstadt"?

Hans-Dietrich Thode schreibt: „Für einen eingefleischten Neubrandenburger wie mich gibt es nur einen Namen und der heißt ,Stadt der vier Tore am Tollensesee‘. Ich genieße die Natur und den See zu allen Gelegenheiten und für den neu gebauten Weg zwischen Badehaus und Augustabad muss ich ein großes Dankeschön aussprechen.“

Edeltraut Böning stößt in das gleiche Horn und hat gleichzeitig eine neue Idee: „Ich schlage ,Stadt der vier Tore und Konzertkirche‘ vor, schreibt die Leserin. Oder noch besser, korrigiert sie sich: ,Viertore- und Konzertstadt‘.“

Das letzte Wort haben die Aufpasser im Innenministerium

Aber mit gleich zwei Bezeichnungen ist das nicht so einfach – denn an die offizielle Verleihung eines Zusatznamens sind strenge Kriterien geknüpft. Eine neue Zusatzbezeichnung für eine Kommune zu finden, ist schon schwierig genug – die muss dann aber auch den Aufpassern im Schweriner Innenministerium standhalten. Die Entscheider in der Landeshauptstadt wachen mit Argusaugen darüber, ob der Zusatz auch tatsächlich historischen oder geografischen Besonderheiten gerecht wird. Und Konzertstadt? So können sich bestimmt viele Städte nennen.

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Kommentare (1)

Für deutschsprachig Kundige fällt bei entfernteren Nicht-Neubrandenburger auf, dass diese beim Lesen des Tollensesee das erste "se" überlesen. Das machen sie nicht mit Absicht. Sprachlich und schriftlich ist der Tollensesee also kein Brüller und zudem im Verbund mit Neubrandenburg ein Zungenbrecher.