BAUSTELLE

Lange Umwege wegen Vollsperrung auf B197 bei Neubrandenburg

Die B197 zwischen Neubrandenburg und der A20 wird zur Baustelle. Die Vollsperrung wirkt sich beim Busverkehr bis in die Oststadt aus, auch Landwirte trifft die Maßnahme.
Auf einer Strecke von über zwei Kilometern zwischen dem Knotenpunkt B197/B104 bis zur Ortschaft Warlin wird die Bundesstr
Auf einer Strecke von über zwei Kilometern zwischen dem Knotenpunkt B197/B104 bis zur Ortschaft Warlin wird die Bundesstraße ab Dienstag voll gesperrt. Tim Prahle
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Die offizielle Umleitung nach Friedland führt über Woldegk oder über Neddemin und die A20.
Die offizielle Umleitung nach Friedland führt über Woldegk oder über Neddemin und die A20. Tim Prahle
Warlin ·

Ab dem 13. Juli wird es auf einem Teil der Bundesstraße 197 so ruhig wie schon lange nicht mehr. Durchschnittlich mehr als 10.200 Fahrzeuge sind auf dem Abschnitt zwischen Warlin und dem Abzweig nach Sponholz sonst am Tag unterwegs, nun wird die Straße für etwa eineWoche fest in Bauarbeiterhand sein. Bis zum 19. Juli will das Straßenbauamt Neustrelitz hier unter Vollsperrung die Fahrbahndecke erneuern. Diese weise starke Schäden auf und müsse dringend repariert werden, heißt es vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr auf Nachfrage.

Die offiziellen Umleitungen erfordern lange Umwege, auf der Strecke von Neubrandenburg nach Friedland über Woldegk müssen Autofahrer über 20 Kilometer mehr einplanen. Nur etwas kürzer ist die Umleitung nach Neubrandenburg über die Autobahn und Neddemin.

Busse fahren nicht die offizielle Umleitung

Die Folge der Arbeiten bekommen nicht nur Autofahrer zu spüren. Auch beim Busbetrieb der Mecklenburg-Vorpommerschen Verkehrsgesellschaft (MVVG) wird sich für die Zeit einiges ändern. Die Haltestelle am Sponholzer Bahnhof bleibt ganz ohne Busanbindung. Zudem werde die Linie 500 die Haltestellen „An der Quelle“, in Küssow, Fritscheshof und Neubrandenburg „Ost B104“ nicht anfahren. „Gerade in der Oststadt haben wir immer viele Fahrgäste“, sagt Marcel Bülow, der bei der MVVG der Verkehrsleiter für Waren und Friedland ist. All diese Fahrgäste müssten nun zur Haltestelle „Woldegker Straße“ kommen. Denn die MVVG nimmt keineswegs die offizielle Umleitung über Woldegk oder die Autobahn. Stattdessen fahre der Bus – wie wahrscheinlich viele andere Ortskundige – über Ihlenfeld und Neuenkirchen nach Warlin und von da aus weiter nach Friedland. „Wir haben jetzt schon genug damit zu tun, uns an den Fahrplan zu halten“, sagt Bülow mit Blick auf die Baustelle am Pferdemarkt. Da müsse nicht noch mehr Zeit verloren gehen.

Abzuwarten bleibt, wie sich das Staugeschehen mit der neuen Baustelle entwickelt. Die Stadt will die Kreuzung am Pferdemarkt zwecks Ampelschaltung genau im Blick behalten. „Wir können jederzeit nachjustieren“, kündigte eine Sprecherin an. Schon jetzt kommt es immer mal wieder am Pferdemarkt zu Verzögerungen, das Landesamt erwartet jedoch „keine erhöhte Staugefahr“, wie es auf Anfrage weiter mitteilt. Wegen der Urlaubszeit seien weniger Pendler unterwegs, auch der Schulbusverkehr werde so nicht berührt, erläutert es den Zeitpunkt für die 125.000 Euro teure Maßnahme.

Landwirte fühlen sich überrumpelt

Doch Urlaub hat längst nicht jeder. Für die Landwirte beginnt mit der Ernte gerade die arbeitsintensivste Zeit des Jahres, wie der Bauernverband unlängst mitteilte und dabei um das Verständnis der Autofahrer bat, falls diese mal eine große, langsame Maschine vor der Nase haben.

„Die jetzige Instandhaltung unter Vollsperrung ist sicherlich unglücklich“, sagt Anders Gyllenstig vom Bauern-Verband Mecklenburg-Strelitz. Denn die hiesigen Landwirte müssten nun entweder die langen Umleitungen mit ihren schweren Maschinen auf sich nehmen oder Bauarbeiten aussitzen. „Wenn es bei einer Woche bleibt, ist es schwierig, aber nicht unmöglich“, betont Gyllenstig. Erschwerend kam dazu, dass der Verband nicht in die Arbeiten eingeweiht wurde. Die Instandhaltung sei nicht anzeigepflichtig gewesen, erklärt Gyllenstig, der lieber eine halbseitige Sperrung gesehen hätte. Das funktioniert aus Sicht des Landesamtes aber nicht. Aus Gründen der Arbeitssicherheit ergibt sich, „dass die Straßenbaustellen nun mehr Raum benötigen und daher oftmals Vollsperrungen notwendig sind. Das gilt auch für den hier betroffenen Abschnitt“, teilt es mit.

So bleibt vielen von der Vollsperrung überrumpelten Landwirten kurzzeitig nur die Strecke über die landwirtschaftlichen Wege. Die Befürchtung, dass solche Wege unberechtigter Weise auch von anderen Fahrern genutzt werden, scheint bei einigen Landwirten groß. Erste Forderungen nach einer regelmäßigen Kontrolle durch die Polizei wurden bereits laut. Auf Nachfrage versprach Polizeisprecherin Susann Ossenschmidt, dass die Beamten ein Auge darauf haben werden. „Wie regelmäßig wir das kontrollieren können, hängt aber immer von der Lage ab“, betonte sie.

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Kommentare (1)

Da Sponholz eine Megastadt und in aller Munde ist, wird die B104 logischerweise nicht erwähnt. Seltsam ist auch, dass die Landstraße Neubrandenburg-Friedland über Monckeshof-Neverin-Brunn-Salow nicht erwähnt wird.