Die Feuerwehr musste im März binnen zehn Tagen gleich fünf Mal in die Neubrandenburger Oststadt ausrücken.
Die Feuerwehr musste im März binnen zehn Tagen gleich fünf Mal in die Neubrandenburger Oststadt ausrücken. Felix Gadewolz
Wegen eines Kellerbrands in Neustrelitz musste ein Wohnhaus evakuiert werden.
Wegen eines Kellerbrands in Neustrelitz musste ein Wohnhaus evakuiert werden. Feuerwehr Neustrelitz
Ungeklärte Fälle

Von diesen Brandstiftern fehlt noch immer jede Spur

In der Seenplatte und darüber hinaus sind eine ganze Reihe von Brandstiftungen noch nicht aufgeklärt. Einige der Feuer liegen dabei schon einige Jahre zurück.
Neubrandenburg

Die Rauchschwaden haben sich längst verzogen, und auch nach kaltem Rauch riecht es in den Aufgängen der Koszaliner Straße in Neubrandenburg auch schon eine Weile nicht mehr. Und trotzdem arbeiten Ermittler der Kriminalpolizei aus der Kreisstadt noch mit Hochdruck an der Lösung eines brennenden Problems. Denn von Mitte bis Ende März brannte es binnen weniger Tage gleich fünfmal in einem Haus dieser Straße.

Mehr zum Thema: Zum fünften Mal – Brandserie in der Oststadt geht weiter

Neubrandenburgs oberster Brandschützer zeigte sich fassungslos. So etwas, sagt Frank Bühring, der Vorgesetzte aller Feuerwehrleute in der Stadt, sei ihm in seiner lange Karriere noch nie begegnet. Noch aber können die Fahnder keinen verdächtigen „Feuerteufel“ präsentieren, die Streifenfahrzeuge der Kollegen aus dem Hauptrevier der Vier-Tore-Stadt patrouillieren immer noch präventiv und regelmäßig in dieser heißen Ecke.

Mehrere Feuer in Neustrelitz

Mit Sorgen betrachten sämtliche Ordnungskräfte aus dem „Blaulicht-Milieu“ auch die Reihe ungeklärter Kellerbrände in der Residenzstadt Neustrelitz. Gerade sind am vergangenen Wochenende elf Bewohner eines Mietshauses in der Louisenstraße in großen Schrecken versetzt worden, als unter ihnen ein Feuer ausbrach. 28 Kameraden waren im Einsatz, alle Wohnungen mussten evakuiert werden, einige Bewohner entkamen dem Qualm über eine Drehleiter, hieß es.

Lesen Sie auch: Kellerbrand in Neustrelitz – elf Menschen evakuiert

Erst Anfang März hatte ein Keller in der Wilhelm-Stolte-Straße im Neustrelitzer Stadtteil Altstrelitz gebrannt. Auch hier geht die Polizei nach derzeitigem Ermittlungsstand von Brandstiftung aus. Und Anfang April stand für den Einsatzleiter der Neustrelitzer Feuerwehr, Thomas Tschirch, nach dem nächtlichen Einsatz in Kiefernheide fest: „Das war vorsätzliche Brandstiftung.“ Auch hier war eine Kellerbox in Brand geraten. „Hier wurde nachgeholfen“, ist sich Tschirch sicher, der wie alle anderen Helfer heilfroh war, dass eine angebliche Explosion „nur“ von Sprayflaschen aus dem Keller herrührte, die in der Hitze geplatzt waren. Sämtliche Mieter mussten aus ihren Wohnungen getrommelt werden, ein 31-jähriger Mann kam mit Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus.

Suche nach Brandursache in Alt Tellin

Gut ein Jahr ist es jetzt her, dass Europas einst größte Ferkelfabrik in Alt Tellin bei Jarmen in Flammen stand, ohne dass das angeforderte Großaufgebot an Löschkräften aus der Region ein Inferno verhindern konnte: Vom Morgen bis zum Nachmittag des 30. März 2021 fraß sich das Feuer im Uhrzeigersinn durch den gesamten Stallkomplex auf dem Acker zwischen Alt Tellins Ortsteil Siedenbüssow und dem zu Jarmen gehörenden nahen Neu Plötz. Hitze und Rauch töteten vermutlich weit mehr als 50.000 Schweine, nur etwa 1300 Tiere konnten gerettet werden.

Außerdem interessant: Ein Jahr nach Großbrand – wie geht’s weiter in Alt Tellin?

Die gewaltigen, teils tiefschwarzen Qualmwolken stiegen Hunderte Meter in die Höhe und zogen bis über die viele Kilometer entfernte Autobahn in Richtung Völschow/Anklam. Der Großbrand in der Schweinezuchtanlage ist laut einem Gutachten vom Januar nicht durch einen technischen Defekt verursacht worden. Nun wird geprüft, inwiefern das Feuer fahrlässig oder vorsätzlich entstanden ist. Dazu sollen Zeugen erneut vernommen werden.

Brand im Garagenkomplex

Keine Tiere, aber viel Technik ist in Rauch aufgegangen, als im Mai 2021 am Ortseingang von Viereck in der Uecker-Randow-Region von einer Motorrad-Clique genutzte Garagen aufgebrochen, geplündert und dann angezündet worden waren. Die Mitglieder trafen sich dort seit einigen Jahren, um an ihren Maschinen zu basteln oder von dort aus gemeinsam zu Ausfahrten zu starten.

Mehr zum Thema: Anschlag auf Garagen von Vierecker Bikern

An der Zufahrt zu dem Garagenkomplex waren laut Polizei Nagelbretter ausgelegt worden, die wohl den Einsatzfahrzeugen gegolten haben – die konnten aber weggeräumt werden konnten, bevor Schaden entstand. Die Polizei ermittelt hier wegen Brandstiftung, schweren Diebstahls und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

zur Homepage