Außenmauer nicht kontrolliert

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Vor Gefängnis gestorben – und niemand sah nach

Keine Kamera – kein Interesse? Nach dem nächtlichen Knall habe niemand draußen nachgesehen, heißt es aus der JVA. 
Keine Kamera – kein Interesse? Nach dem nächtlichen Knall habe niemand draußen nachgesehen, heißt es aus der JVA.
Bernd Wüstneck

Vor der JVA kam ein Mann bei einem Unfall in seinem Auto ums Leben. Im Gefängnis wurde der Knall des Aufpralls gehört, draußen sah aber niemand nach.

Den genauen Zeitpunkt des tödlichen Verkehrsunfalls an der Mauer der Justizvollzugsanstalt in Neubrandenburg kann die Polizei auch fünf Tage später nur vermuten. Nachts gegen 2.40 Uhr, so hieß es am Freitag, habe sich der Unfall wahrscheinlich ereignet. „Das nehmen wir an“, so eine Sprecherin der Neubrandenburger Polizei am Montag, „weil einige Bedienstete der Nachtschicht in der Vollzugsanstalt um diese Zeit einen Knall hörten“.

Die Justizbeamten sollen auch sofort in ihren Bereichen nach der Ursache des Knalls geforscht haben – ohne Ergebnis. Draußen habe niemand nachgesehen, hieß es weiter. Dies sei auch nicht ohne Weiteres möglich, denn der Unfall habe sich in einem Außenbereich ereignet, der nicht von Kameras überwacht werde. Gefunden wurde der
Mann in seinem Fahrzeug erst gegen 7.20 Uhr am Morgen von einem zufälligen
Passanten.

Ein 41-jähriger Pkw-Fahrer war in der Nacht zum Donnerstag bei einem Unfall in Neubrandenburg ums Leben gekommen. Den Ermittlungen zufolge kam der Fahrer aus Richtung Kirschenallee und rammte die Außenmauer der JVA. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des 41-Jährigen feststellen. Hinweise auf möglichen Alkoholkonsum gibt es nicht, berichtete die Polizei.