Der Stimmzettel zur Oberbürgermeisterwahl in Neubrandenburg
Der Stimmzettel zur Oberbürgermeisterwahl in Neubrandenburg Tim Prahle
Kommentar

Wahlverlierer sind mal wieder die Nichtwähler

Mehr als 30.000 Nichtwähler bei der Oberbürgermeisterwahl in Neubrandenburg: Das ist in einer derart politisierten Zeit ein Ergebnis zum Schämen, findet unser Kommentator.
Neubrandenburg

War doch klar, mag sich manch Neubrandenburger ob des hohen Wahlsieges des Amtsinhabers denken. Ein auf den eigenen Stadtkanälen sehr präsenter Silvio Witt in einem Wahlkampf, der mal so gar nicht polarisieren wollte. Was hätte denn passieren können? Einiges, denn gerade bei den Witt-Wählern hätte sich vermuten lassen, dass sie sich ihrer Sache zu sicher fühlend die Wahl lieber ausfallen lassen. Entsprechend ist das hohe Ergebnis anzuerkennen.

Und doch wurde der Rathauschef tatsächlich von nicht einmal einem Drittel aller Neubrandenburger Wahlberechtigten bestätigt. Das macht die 64,59 Prozent Nichtwähler, die keine sieben Minuten Wählen für eine sieben Jahre gültige Entscheidung aufbringen wollten, zum klaren Wahlverlierer. Unklar, ob sie ihr demokratisches Recht als zu selbstverständlich betrachteten oder sie die Wahl ausfallen ließen, weil ihnen keine Neubrandenburger Partei eine echte Alternative anbieten konnte oder wollte. Mehr als 30.000 Nichtwähler sind selbst bei einer Kommunalwahl in einer derart politisierten Zeit ein Ergebnis zum Schämen.

Weiterlesen: Eine Analyse zur Wahlbeteiligung finden Sie hier

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