BLUTIGER STREIT

War Eifersucht der Grund für Messerattacke in Neubrandenburg?

Zwei Männer hatten im Sommer einen Streit auf dem Datzeberg, der einen fast das Leben gekostet hätte. Das Opfer musste in einer Notoperation gerettet werden. Nach der Messerattacke muss sich nun bald ein junger Mann vor Gericht verantworten.
Der mutmaßliche Tatverdächtige wurde nach der Messerstecherei unweit des Tatorts gefasst.
Der mutmaßliche Tatverdächtige wurde nach der Messerstecherei unweit des Tatorts gefasst. Fabian Henke
Neubrandenburg ·

Viereinhalb Monate nach einer lebensbedrohlichen Messerattacke in Neubrandenburg hat die Staatsanwaltschaft gegen einen Beschuldigten Anklage erhoben. Dem Mann wird versuchter Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung mittels einer Waffe vorgeworfen, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt und Sprecher der Staatsanwaltschaft, Gerd Zeisler, dem Nordkurier.

Streit auf dem Datzeberg

Zwischen dem Datze-Center und dem Platz der Familie war es am Abend des 21. Juni in der Max-Adrion-Straße zu einem heftigen Streit zwischen zwei Männern deutscher Staatsangehörigkeit gekommen, bei dem auch die Fäuste flogen. Einer war zum Tatzeitpunkt 24, der andere 33 Jahre alt. Beide waren alkoholisiert, beide polizeibekannt. Der Ältere lief nach der Prügelei nach Hause, holte ein Küchenmesser und bedrohte wohl auch andere Passanten verbal. Doch es war offenbar der 24-Jährige, der schließlich das Messer als Waffe nutzte: Er soll dem 33-Jährigen eine stark blutende Halswunde zugefügt haben. So lauteten die ersten Informationen der Polizei zum Tathergang.

Lebensgefährliche Halswunde

Das Opfer schwebte nach der Attacke akut in Lebensgefahr und musste in einer Notoperation gerettet werden. Erst am Folgetag stand fest, dass der Mann überlebt. Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklage davon aus, dass der Beschuldigte bedingt vorsätzlich handelte und den Tod seines Kontrahenten zumindest billigend in Kauf genommen habe, wie Zeisler sagte. Zunächst hat noch die Frage im Raum gestanden, ob der damals 24-Jährige in Notwehr gehandelt haben könnte.

Tatverdächtiger schweigt zu den Gründen

Der Tatverdächtige floh zunächst, konnte aber dank Hinweisen von Anwohnern schnell durch die Polizei nur gut 100 Meter vom Tatort entfernt in einer Wohnung festgenommen werden. Am Tag nach der Tat kam er wegen des Verdachts des versuchten Totschlages in die Justizvollzuganstalt Bützow und sitzt seither in Untersuchungshaft. Zum Anlass für den Streit schweigt er bislang. Der Mann habe bislang keine Angabe gemacht, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft. Entsprechend ist das Motiv noch unklar. Wie der Nordkurier aus Szenekreisen erfuhr, könnte Eifersucht wegen einer Frau eine Rolle gespielt haben.

Wegen der Schwere des Tatvorwurfs soll der Prozess am Landgericht Neubrandenburg stattfinden. Das Gericht muss nun darüber befinden, ob die Anklage zugelassen wird und wann gegebenenfalls der Prozess beginnt. Bei einer Verurteilung wegen versuchten Totschlags droht dem Angeklagten eine mehrjährige Haftstrafe.

Nach dem Messerangriff kursierten im Netz zahlreiche Spekulationen, die sich jedoch als unwahr herausstellten.

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