Betrug in der Seenplatte

Seniorenbeirat warnt vor falschen Polizisten

Vorgebliche Polizisten am Telefon oder vor der Haustür: Betrüger in Mecklenburg-Vorpommern versuchen immer dreister, ans sauer ersparte Geld von Rentnern zu kommen. Der Neubrandenburger Seniorenbeirat warnt.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Immer mehr Senioren werden Opfer der fiesen Betrugsmasche am Telefon.
Immer mehr Senioren werden Opfer der fiesen Betrugsmasche am Telefon. Julian Stratenschulte
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Neubrandenburg.

Betrüger haben es in jüngster Zeit vermehrt auf die Ersparnisse von älteren Leuten abgesehen. Zuletzt traf es eine 82-jährige Frau im Landkreis Vorpommern-Greifswald, die mit dem sogenannten Enkeltrick um 40.000 Euro gebracht wurde. Es begann mit einem Telefonanruf von einem angeblichen Rechtsanwalt. In Neubrandenburg ergaunerte sich jüngst ein falscher Polizist 18.000 Euro in der Oststadt.

Das Polizeipräsidium Neubrandenburg registrierte in diesem Jahr im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte schon 37 versuchte oder vollendete Betrugsfälle zum Nachteil älterer Menschen. Der Schaden beläuft sich auf über 70.000 Euro, sagte Präsidiumssprecherin Nicole Buchfink dem Nordkurier.

Mann sollte die Betrugsmaschen kennen

Diese Entwicklung hat auch den Seniorenbeirat Neubrandenburg (SBNB) alarmiert, der sich jetzt mit einem Warnhinweis an die Öffentlichkeit wendet. Dessen Vorsitzender Peter Lundershausen schrieb, trotz der Warnungen in den vergangenen Wochen wolle der Beirat das Thema noch einmal aufgreifen, um vor dieser Masche zu warnen. „Das hört sich nämlich alles so glaubhaft und vertrauenserweckend an, dass man die Betrügertricks kennen sollte, um nicht darauf herein-zufallen.“

Ein Betrugsszenario, das der SBNB beschreibt, ist der Anruf eines vorgeblichen Polizeikommissars, der mit einer „vertrauenerweckenden Stim­me“ davon erzählt, dass die Polizei nach den vermehrten Einbrüchen in der Wohngegend eine Aktion gestartet habe, um den Bürgern zu helfen. Wer bei dieser Gelegenheit einmal prüfend auf die Anzeige seines Telefons schaue, sehe auf der Anzeige „110“. Im weiteren Gespräch frage der Täter dann ganz nebenbei, ob Wertsachen auch sicher verstaut seien oder ob die Polizei dabei helfen könne.

Polizei ruft nicht über die 110 an

Der Beirat warnt eindrücklich, dass die Polizei niemals über die Nummer 110 anrufe und auch nicht von sich aus Bürger kontaktiere, um ihnen gute Ratschläge zu erteilen. „Die Polizei fragt auch niemals danach, wo Sie Ihre Wertsachen aufbewahren. Sie sollten das am Te­lefon auch niemandem erzählen. Und erst recht kommt die Polizei nicht bei Ihnen vorbei, um Ihre Wertsachen für Sie sicher einzulagern.“

Im Zweifel ruft man unter der offiziellen Rufnummer 0395/55820 im Präsidium an, und fragt nach, ob die Polizei tatsächlich ein Gesprächsanliegen hat. Polizeisprecherin Nicole Buchfink betont ebenfalls: „Geben Sie niemals Geld an fremde Personen.“