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Luftwaffen-Manöver?

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Warum es rings um Neubrandenburg zwei Mal laut knallte

In der Startphase ist der Lärmpegel des aufsteigenden Eurofighters besonders hoch. Und wenn er die Schallmauer durchbricht, dann knallt es.
In der Startphase ist der Lärmpegel des aufsteigenden Eurofighters besonders hoch. Und wenn er die Schallmauer durchbricht, dann knallt es.
Michael Balter

Kurz nach dem Mittagessen fuhr vielen Anwohnern ein Schock in die Glieder. Im östlichen MV kam es zu mysteriösen Knallgeräuschen. Was ist da passiert?

Am Dienstag hat sich über der Stadt Neubrandenburg ein lauter Knall ereignet, der mit einer massiven Druckwelle einher ging. Aus dem gesamten Stadtgebiet berichten Anwohner von zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden Knallgeräuschen, die Gebäude und Autos zum Wackeln und Fensterscheiben zum Vibrieren gebracht haben sollen. Nach Informationen eines Nordkurier-Lesers waren die Geräusche auch im rund 50 Kilometer entfernten Prenzlau in der Uckermark zu hören. Es ist nicht das erste Mal, dass es in der Stadt überraschend knallt.

Zunächst gab es keine bestätigten Informationen zur Ursache des Knalls. Die Polizei weiß von nichts: „Es gibt kein Schadensereignis in der Region, keine Bombe, keinen Großunfall oder dergleichen”, sagte Kriminalhauptkommissarin Diana Mehlberg dem Nordkurier. Passanten und Streifenpolizisten hätten aus verschiedenen Orten in und um Neubrandenburg herum von jenem lauten Doppel-Knall berichtet.

Das Luftfahrtamt der Bundeswehr gibt Antworten

Vielen Zeugenaussagen ist die Wahrnehmung gemein, dass der Knall sich ganz in der Nähe zugetragen habe. Das lässt normalerweise darauf schließen, dass das Geräusch von oben kam: ausgelöst durch ein Flugzeug beim Durchbrechen der Schallmauer. In der Region finden immer wieder Übungen der Luftwaffe statt, bei denen Flieger hin und wieder auch die Schallmauer durchbrechen. Eine Antwort der Luftwaffe auf die Frage des Nordkurier, ob es im Nordosten zu einem Manöver kam, sorgte am Abend für Klarheit: Tatsächlich habe es sich um einen Eurofighter bei einem Routineflug gehandelt, hieß es aus dem Luftfahrtamt der Bundeswehr. Die komplette Stellungnahme lautet:

„Im Rahmen des täglichen Routineflugbetriebes hat das Luftfahrzeug gegen 14:38 Uhr Ortszeit im Bereich Neubrandenburg die Schallmauer durchbrochen. Dies passierte ca. 9,3 Km östlich des Stadtkerns von Nord nach Süd. Seine Höchstgeschwindigkeit lag dabei bei ca. 1852 Km/h (1000 Knoten).”

Ein hörbarer Doppel-Knall lässt übrigens auf die Größe des Flugzeuge schließen, das die Schallmauer durchbrach. Ein sehr kleines Flugzeug verursacht zwei Knallgeräusche, die vom menschlichen Gehirn als eins wahrgenommen werden. Je größer der Flieger, desto weiter sind die Geräusche voneinander entfernt. Der zeitliche Abstand beträgt trotzdem meistens nur wenige Hundertstelsekunden.

Kommentare (5)

Ich möchte nur mal wissen wer als normalbürger diese kriegsvorereitenden maßnahmen gut heißt. Wenn diese vollpfosten unbedingt krieg spielen müssen, dann dort wo sie die menschheit nicht mit ihrem krach stören und kleinkinder in angst und schrecken versetzen. Beste chancen wären berlin im regirrungsviertel und auf der ostsee zwischen den windrädern. Da wird garantiert kein kriegsgegner belästigt.

Vielleicht freust Du Dich noch mal über die "Vollpfosten", wenn es uns an den Kragen geht. Die meisten Neubrandenburger lebten bekanntlich Jahrzehnte mit diesem Krach und niemandem hat es ernstlich geschadet. Den Vorschlag mit den Windrädern allerdings finde ich gut.

Als noch zu DDR Zeit noch Flugbetrieb war hat sich keiner getraut sich in der Freien Erde zu beschweren, da gehörte der Lärm zu Alltag. Es war immer unheimlich, wenn kein Lärm war

Der Nordkurier berichtet ja grundsätzlich nicht im Kontext. Und das seit über vier Jahren. Denn dann würden die ewigen Schönfärber hier nicht mehr so seichte Kost absondern können. Das betrifft auch die Trollarmee, die hier in den Kommentaren zu den Folgen der heimlichen Aktivierung der militärischen Flugzone ED-R 401 MVPA NE über Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg im Herbst 2013 regelmäßig grobe Wissenlücken und sogar echte Fake Comments schreiben. Diese Doppelknalle waren bis Herbst 2013 nicht normal, im Himmel über dem Nordosten Deutschlands. Diese Überschallknalle sind Folge der Übungen im Rahmen der o.g. Flugzone. Wie, wann und warum diese Zone wo eingerichtet wurd, kann man, anders als beim Nordkurier, nach wie vor hier nachlesen: https://edr401mvpa.wordpress.com Hier kann man sich auch mit anderen Betroffenen vernetzen. Und vor allem kann man sich erstmal informieren (was man beim Nordkurier nicht kann / können soll -> redaktioneller Durchgriff der Bundeswehr, der Nordkurier ist ein Bundeswehrsprachrohr, die Meldungen sind regelmäßig so geschrieben, dass immer die Bundeswehr-Perspektive, nie aber die der betroffenen Bürger, zitiert wird)! Und wenn man sich dann informiert hat, kann man hier vielleicht auch gehaltvoller kommentieren. Nochwas an die Früher-War-Es-Schlimmer-Trolle / Das-War-Schon-Immer-So-Trolle: ja, die Militarisierung des Alltags in der DDR war schlimmer. Aber warum sollen wir das heute unwidersprochen erneut zulassen? Nein, es stimmt nicht, dass sich niemand beschwert hätte. Beschwerden gegen die Militarisierung der DDR wurden politisch geahndet und Beschwerführer mussten dafür in´s Gefängnis. Im Gegensatz dazu gibt es heute die Möglichkeit der Beschwerde (auch wenn diese nichts bewirkt und die statistische Erfassung nicht verifizierbar ist). Und: nein, militärischer Fluglärm gehört nicht über das Meer! Schon gar nicht, wenn man in einem vermeintlichen Naturschutzgebiet schon eine DANGER Area (Tiefstflüge usw) eingerichtet und alles mit Windrädern zugespargelt hat. Das reicht als Belastung für das Ökosystem Meer! Neimand möchte Dauergrollen am Strand hören, es gibt stark gefährdete, stark lärmempfindliche Tierarten in der Ostsee, die genauso geährdet werden, wie die Naturräume mit all der einmaligen Fauna an Land, die sich seit dem Ende der DDR und im Rahmen der folgenden Entmilitarisierung im Nordosten Deutschlands entfalten konnte. Aber klar, wenn man nur Nordkurier liest, weiß man davon nix …

Noch in Stechlin-Ruppin wackleten die Fenster. Immer erst mal recherchieren, bevor man verharmlost, lieber Nordkurier. Das gilt auch dann, wenn man großen und unbedingten Gehorsam gegenüber des PR-Offizieren der Bundeswehr als redaktionelle Leitlinie durchsetzt. https://edr401mvpa.wordpress.com/2018/09/27/27-9-2018-uberschallknalle-in-stechlin-ruppin-militarischer-fluchlarm-und-uberschallgeknalle-uber-mecklenburg-vorpommern-brandenburg-den-ostseeinseln-rugen-und-hiddensee-und-anderen-ehemals-ruhi/ https://edr401mvpa.wordpress.com/2018/09/25/25-9-2018-militarischer-fluchlarm-und-uberschallgeknalle-uber-mecklenburg-vorpommern-brandenburg-den-ostseeinseln-rugen-und-hiddensee-und-anderen-ehemals-ruhigen-naturlandschaften-des-nordostens/ usw usf