Viele Malchiner schauen jetzt beim Einkauf im Supermarkt und Discounter genauer hin.
Viele Malchiner schauen jetzt beim Einkauf im Supermarkt und Discounter genauer hin. Oliver Berg/ Archiv
Der Schweriner André Blume kauft mittlerweile auch mal zehn Packungen der zuckerfreien Cola, wenn sie im Angebot ist.
Der Schweriner André Blume kauft mittlerweile auch mal zehn Packungen der zuckerfreien Cola, wenn sie im Angebot ist. Zoltán Szabó
Uta Krüger achtet eher auf Angebote und isst eher mal Brot als Brötchen. Auf ein kühles Bier will sie aber nich
Uta Krüger achtet eher auf Angebote und isst eher mal Brot als Brötchen. Auf ein kühles Bier will sie aber nicht verzichten. Zoltán Szabó
Ute Grümert kauft meist nur noch ein bis zweimal im Monat ein, aber wenn sie Lust auf etwas Bestimmtes hat, ist ihr der P
Ute Grümert kauft meist nur noch ein bis zweimal im Monat ein, aber wenn sie Lust auf etwas Bestimmtes hat, ist ihr der Preis egal. Zoltán Szabó
Preissteigerungen

Teure Lebensmittel – was können sich die Leute beim Einkauf noch leisten?

Die Preise steigen und steigen, vor allem auch Lebensmittel sind teurer geworden. Wie reagieren die Kunden jetzt darauf? Der Nordkurier hat in Discountern und Supermärkten nachgefragt.
Malchin

Das Einkaufen im Supermarkt oder beim Discounter macht den meisten Kunden derzeit wohl nur noch wenig Freude. Kaum ein Produkt, das in den letzten Monaten nicht teurer geworden ist. Hat sich die Inflation bereits auf das Einkaufsverhalten der Malchiner ausgewirkt? Der Nordkurier befragte vor einigen Malchiner Märkten die Kundschaft.

Viele Malchiner achten mittlerweile stärker auf preiswerte Angebote, so wie Antke G., die sich jetzt eher für Eigenmarken von Rewe als für die großen und teureren Marken entscheidet. Pro Woche gebe sie gut 20 Euro mehr für ihren Einkauf aus. Die höheren Preise bemerke sie auch bei Tiernahrung und Katzenstreu. Das einzig Gute sei vermutlich, dass die Leute nun weniger Lebensmittel wegwerfen, vermutet sie.

Reduzierte Waren auf Vorrat kaufen

Katrin Schultz, die mit ihrer erwachsenen Tochter einkaufen geht, spricht sogar von Mehrkosten von 60 bis 70 Euro pro Woche für ihren Drei-Personen-Haushalt. Auch sie achte jetzt mehr auf Angebote und die Menge und kaufe eher mal die Eigenmarken.

Die Urlauber André und Juliane Blume aus Schwerin bleiben zwar ihren Marken treu, nehmen aber auch schon mal zehn Packungen mit, wenn etwa die zuckerfreie Cola reduziert ist. Der Preis dafür sei von 59 Cent auf mittlerweile 89 Cent im Angebot gestiegen, erzählt André Blume. Und seine Frau meint, dass sie auch vermehrt reduziertes Fleisch auf Vorrat kaufen und einfrieren.

Genau hinschauen bei Werbeprospekten

Auf Vorrat kauft auch ein Malchiner ein, der namentlich nicht genannt werden möchte. Seit einem schweren Arbeitsunfall erhalte er eine Erwerbsminderungsrente und müsse genau aufs Geld achten. Deshalb schaut er nun auch besonders genau hin bei den Werbeprospekten von Discountern und Supermärkten und gehe immer dorthin, wo gerade mit besonders vielen Rabatten geworben werde. Dann landen auch schon mal vier Packungen Marken-Käse oder zwei Flaschen Waschmittel im Einkaufskorb. Teilweise kaufe er auch weniger ein, wenn der Preis zu hoch sei.

Fred Ewert hingegen hat nichts an seinem Kaufverhalten geändert. In seinem Warenkorb landen nach wie vor dieselben Sachen wie vor der Teuerungswelle. Es müsse vernünftig ausschauen und gut schmecken, dann gebe er auch gern ein paar Euro mehr aus. „Gute Qualität hat eben ihren Preis“, sagt er mit Überzeugung.

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Vor einem der Malchiner Discounter berichtet die Malchinerin Maria Manzow, dass sich ihre Kosten für den wöchentlichen Einkauf auf 50 Euro nahezu verdoppelt haben. Und das, obwohl sie noch stärker auf Angebote und Aktionen achte. Sie denkt außerdem darüber nach, sich einen Trinkwassersprudler anzuschaffen. Damit könne sie eventuell noch ein wenig sparen. Die Rentnerin ist froh, dass sie nebenbei noch zwei Stunden arbeiten und sich etwas hinzuverdienen kann.

Die 70-jährige Ute Grümert geht nur noch ein bis zweimal im Monat einkaufen. Meist nehme sie dann mehrere Dosen auf Vorrat mit, sagt sie. Wenn sie aber Hunger auf etwas Bestimmtes habe, sei ihr der Preis egal und sie gönne sich das einfach.

Kilo Putenfleisch mittlerweile 20,80 Euro

Uta Krüger wundert sich, dass ein Kilo Putenfleisch mittlerweile 20,80 Euro an der Fleischtheke kostet. Das sei eine enorme Preissteigerung. Sie schaue stärker auf Angebote, aber auch mehr auf das Haltbarkeitsdatum als früher. Statt Brötchen esse sie eher mal Brot. Auf ein kühles Bier will sie aber nicht verzichten.

Doch auch im Discounter hat nicht jeder sein Einkaufsverhalten geändert. Zwei Männer, die ihre Namen nicht nennen, sagen, sie wollen nicht auf die gewohnten Produkte verzichten. Dafür geben sie dann auch gern mal etwas mehr aus.

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