Wie hier in der Brandenburger Straße dienen die „Sandkästen“ als Provisorium.
Wie hier in der Brandenburger Straße dienen die „Sandkästen“ als Provisorium. Neubrandenburger Stadtwerke
Einige der insgesamt zwölf Schachtabdeckungen sind bereits fertig. Mit der Zeit wird die Witterung dafür sorgen, das
Einige der insgesamt zwölf Schachtabdeckungen sind bereits fertig. Mit der Zeit wird die Witterung dafür sorgen, dass die Unterschiede kaum noch zu erkennen sind. Neubrandenburger Stadtwerke
Mitten in Altentreptow

Was sollen diese Sandkästen da?

Auf den Gehwegen der Altentreptower Innenstadt sind mehr und mehr mit Sand verfüllte Flächen zu sehen. Was steckt dahinter?
Altentreptow

Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass jemand an einigen Stellen mitten auf dem Gehwegpflaster kleine Sandkästen angelegt hat. Allerdings darf auf diesen Flächen nicht einfach drauflos gebuddelt werden. Sie erfüllen einen ganz besonderen Zweck, wie die Sprecherin der Neubrandenburger Stadtwerke (neu.sw), Steffi Schwabbauer, gegenüber dem Nordkurier betont. „Sie decken Kabelschächte ab, in denen die Glasfaserkabel für den Breitbandausbau zusammenlaufen. Die Schachtdeckel sind eine Sonderanfertigung vom Steinsetzer und werden die jetzigen Provisorien nach und nach ersetzen.“ Mit dieser Lösung würden Denkmalschutz und technische Notwendigkeit miteinander verbunden.

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Historisches Pflaster erhalten

Ohnehin sei der Ausbau des Glasfasernetzes wegen des historischen Pflasters im Stadtkern eine spezielle Herausforderung für das mit den Arbeiten beauftragte Tochterunternehmen neu-medianet. „Es gilt als besonders schützenswert und natürlich sollen keine gewöhnlichen Schachtabdeckungen das historische Bild stören. Deshalb werden die originalen Steine jeweils nachgebildet und in Puzzlearbeit zu Schachtabdeckungen zusammengefügt“, erklärt Schwabbauer. Die neuen Steine würden im Laufe der Zeit nachdunkeln und seien dann kaum noch vom originalen Pflaster zu unterscheiden. Insgesamt seien im Stadtgebiet zwölf solcher Abdeckungen geplant.

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Steinmetz vor besonderer Aufgabe

Hajo Bieschke aus Friedland ist der Steinsetzer hinter dem ungewöhnlichen Auftrag. „Für uns ist das auch eine Ausnahme“, sagt er. Normalerweise sind er und seine Kollegen auf das Pflastern von Natursteinen spezialisiert. An zwei Schachtabdeckungen arbeiten seine Mitarbeiter zwei Tage lang. Die Steine müssten sehr flach zurechtgeschnitten und dann mit Hilfe von Haftgrund, Beton sowie speziellem Mörtel eingeklebt werden. „Je kleiner die Steine, umso mehr muss gepuzzelt werden“, weiß der Fachmann. Eine Arbeit, die sich allerdings lohne. Denn das Ergebnis passe sich perfekt in Treptows historische Straßen ein.

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