Weberglockenmarkt Neubrandenburg

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Webertanne wird aufgestellt

Mit einem mobilen Kran wurde der etwa 15 Meter hohe Baum in der Schillerstraße auf einen Tieflader gehoben. 
Mit einem mobilen Kran wurde der etwa 15 Meter hohe Baum in der Schillerstraße auf einen Tieflader gehoben.
Mirko Hertrich

Die fleißigen Helfer des Weihnachtsmanns haben mittlerweile Routine. Mit geübten Handgriffen fällten Stadtförster und Technisches Hilfswerk den Baum, der den diesjährigen Weberglockenmarkt ziert.

Die Webertanne ist in diesem Jahr besonders groß und prächtig. Der gut 15 Meter hohe Baum wurde am Mittwoch in der Schillerstraße am Kulturpark mit viel Aufwand gefällt. Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen waren, ging es ganz schnell. Binnen weniger Minuten durchtrennte Stadtförster Carsten Düde mit viel Unterstützung vom Neubrandenburger Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) den Stamm per Motorsäge. Anschließend wurde die 2,5 Tonnen schwere Koreatanne mithilfe eines Kranwagens auf einen Tieflader gehoben und nach sorgfältiger Sicherung als Schwerlasttransport über den Ring auf den Boulevard in der Turmstraße transportiert, wo er den Weberglockenmarkt verschönern soll.

 

"Für uns ist das eine gute Übung zur Ausbildung", sagte THW-Gruppenführer Klaus Hamann. Das THW unterstützt die Aktion seit Bestehen des Weberglockenmarkts im Jahr 2001. Mittlerweile mit schwerem Gerät und viel Logistik. Am Anfang sah das noch etwas anders aus, scherzten umstehende THW-Leute. Da sei der Lastwagen fast umgekippt. Wie geübt das Technische Hilfswerk mittlerweile ist, zeigte sich unter anderem, als einer von ihnen als "Äffchen" geschickt in die Krone des Baumes kletterte, um dort die Spitze des Baumes mit dem Haken des Krans zu vertäuen. Bis der Baum dann auf dem Tieflader stand, waren noch viel Konzentration sowie Millimeter- und Teamarbeit nötig.

Transportweg und Qualität als Auswahlkriterien

Gespendet wird die Weber-Tanne traditionell von Menschen aus Neubrandenburg und Umgebung. "In diesem Jahr hatten wir rund 30 Bewerbungen", erläuterte Alexander Bahr vom Veranstaltungszentrum Neubrandenburg (VZN), das den Weberglockenmarkt organisiert. Gemeinsam schaute das Team, welcher Baum sich besonders gut eignet. Hauptkriterien waren Qualität des Baums und ein kurzer Transportweg.

In diesem Jahr fiel die Wahl auf die Familie Horstmann aus Neubrandenburg. Deren Eltern hatten den Baum für die Spendenaktion im vergangenen Jahr angemeldet. Als dann der Anruf kam, war man ganz überrascht. Als Grund für die Fällung führte der Familienvater an, dass der etwa 30 Jahre alte Baum das um die Jahrhundertwende gebaute Haus stark verschattet. Was anstelle der Koreatanne gepflanzt werden soll, ist noch nicht entschieden. "Etwas Kleineres", sagte er.

Das THW war mit der Auswahl des Baumes zufrieden – vor allen aufgrund des kurzen Transportweges. "Wir hatten schon Routen, da mussten wir Zickzack fahren", erzählte Gruppenführer Hamann. Nur einen Schönheitsfehler hat das Nadelgehölz: einen kleinen Knick in der Mitte. "Das macht es uns etwas schwerer, den Baum mit dem Kran gerade auszurichten", merkte der THW-Mann an. Doch auch das war kein großes Problem: Am frühen Nachmittag stand der Baum kerzengerade auf seinem Platz in der Turmstraße. Anders erging es den Pasewalkern vor kurzem: Dort brach die Spitze ab.