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Wein für umstrittenen Bretterzaun

VonAnett SeidelSo manch ein Skeptiker dürfte jetzt eines besseren belehrt worden sein. So umstritten wie die Gestaltung in der Friedländer Ringstraße auch ...

Juliane Wolfram und Stefan Prudlo von der Neubrandenburger Firma Landschaftsbau Wegner haben nach der Sanierung die Friedländer Ringstraße bepflanzt.  FOTO: Anett Seidel

VonAnett Seidel

So manch ein Skeptiker dürfte jetzt eines besseren belehrt worden sein. So umstritten wie die Gestaltung in der Friedländer Ringstraße auch war. Nach dem Pflanzen ist vorstellbar, was die Planer sich auf dem Papier für die Straße überlegt haben.

Friedland.Das sogenannte i-Tüpfelchen hat die Friedländer Ringstraße jetzt bekommen. Nachdem Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) zwar schon das symbolische Band für die feierliche Eröffnung der Ringstraße nach der Sanierung zerschnitten hatte, haben die Mitarbeiter eines Gartenbaubetriebes der neu gepflasterten Straße aber nun erst den richtigen Chic verpasst.
Der umstrittene Bretterzaun ist mit schnell rankendem Wein bepflanzt. Der hatte die Stimmung besonders unter den Bewohnern der unteren Etage in den Plattenbauten getrübt (der Nordkurier berichtete). Denn die hatten nun nicht mehr den Blick auf historisches Gestein, sprich Stadtmauer, sondern auf Bretter. Die Mitarbeiter des Landschaftsbaus Wegner aus Neubrandenburg hatten alle Hände voll zu tun, den Straßenzug mit dem entsprechenden Grün zu versehen. Gabionen (Schottersteinkäfige) können entstehen und Hecken jetzt wachsen. Mit der Bepflanzung hatte es im vergangenen Jahr nach der Straßensanierung und vor Einzug der kalten Temperaturen nicht geklappt, hieß es seinerzeit aus dem Bauamt. Das Pflaster nach historischem Vorbild auf dem letzten bis dahin noch unsanierten Abschnitt bis hin zum Anklamer Tor wurde verlegt. Im gleichen Atemzug haben sich die Planer Gedanken gemacht, wie die Gestaltung zwischen historischem Mauerwerk und DDR-Platte aussehen könnte. Räumliche Grenzen zwischen öffentlichem und privatem Bereich sollten geschaffen werden. Zwei Fliegen konnten mit einerKlappe geschlagen werden. Durch den Zaun sind die Blöcke, die als städtebaulicher Missstand gelten, von Spaziergängern auf der Ringstraße kaum noch zu sehen und die Plattenbaubewohner haben einen Hof bekommen.
Die Gesamtinvestition der letzten Ringstraßenabschnittes von rund 800 000 Euro wurde mit rund 400 000 Euro Finanzhilfen aus dem Topf der Städtebauförderung unterstützt.

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a.seidel@nordkurier.de