BÖSER VERDACHT

Weiter Ermittlungen gegen Neubrandenburger Klinik-Ärzte

Seit Jahren laufen Ermittlungen gegen vier Ärzte des Neubrandenburger Klinikums wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung beziehungsweise fahrlässiger Körperverletzung. Ausgang offen.
„Äußerst komplexe medizinische Sachverhalte“: Ein Ergebnis der staatsanwaltlichen Ermittlungen gibt es
„Äußerst komplexe medizinische Sachverhalte“: Ein Ergebnis der staatsanwaltlichen Ermittlungen gibt es bisher nicht. Die verdächtigten Ärzte sollen das Unternehmen aber inzwischen verlassen haben. DBK / ZVG / Archiv
Neubrandenburg.

Immer wieder fragen Leser nach: Was ist eigentlich aus den Ermittlungen gegen vier Ärzte des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums geworden, die in das Visier der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung geraten sind? Vor mehr als zwei Jahren, Anfang November 2017, war der Fall durch einen Bericht des Nordkurier bekannt geworden.

"Äußerst komplexe medizinische Sachverhalte”

Die Untersuchungen laufen immer noch, erklärt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg, Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler. Und bittet zugleich um Verständnis für die sich so lange hinziehenden Ermittlungen. Es handele sich um „äußerst komplexe medizinische Sachverhalte“.

„Zur Klärung spezieller medizinischer Fragestellungen wurde ein externer Sachverständiger mit der Erstattung eines entsprechenden Gutachtens beauftragt“, erläutert der Oberstaatsanwalt weiter. Dieser müsse auch etliche Unterlagen prüfen, unter anderem Patientenakten, die im Auftrag der Staatsanwaltschaft von der Polizei sichergestellt worden waren. Aufgrund bereits teilweise erfolgter Stellungnahmen von Beschuldigten beziehungsweise von deren Verteidigern sei der Gutachtenauftrag um weitergehende Fragestellungen ergänzt. „Das vollständige Gutachten liegt noch nicht vor“, sagt Zeisler.

Klinikum-Leitung schweigt zu allen Fragen

Eine ehemalige Chefärztin des Klinikums hatte die Ermittlungen 2017 ins Rollen gebracht. Sie hatte die Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern von ihr verdächtig erscheinenden Fällen unterrichtet. Die Kammer wiederum hatte daraufhin Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg erstattet. „Wenn die Kammer Kenntnis von derart schwerwiegenden Verdachtsmomenten erhält, muss die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werden“, hatte der Vizepräsident der Ärztekammer MV, Wilfried Schimanke, damals im Ärzteblatt MV das Vorgehen der Kammer verteidigt.

Das Klinikum Neubrandenburg will sich nach wie vor nicht zu dem Thema äußern. „Es gibt aus Sicht des Klinikums keinen neuen Stand. Wir geben zu den laufenden Ermittlungen keine Stellungnahme ab“, erklärte eine Sprecherin auf Nordkurier-Anfrage. Sie ließ auch die Antwort auf die Frage offen, ob die vier betreffenden Mediziner überhaupt noch am Klinikum beschäftigt seien. Von einer anonymen Quelle aus dem Krankenhaus war zu erfahren, dass die Ärzte, gegen die ermittelt wird, nicht mehr an dem Haus arbeiten.

Bis ein Ermittlungsergebnis vorliegt, kann es noch lange dauern...

Mediziner werden wegen angeblicher Behandlungsfehler immer wieder mit Beschwerden von Patienten und Ermittlungen konfrontiert. Oft werden die Ärzte aber im Zuge der Ermittlungen entlastet. Wie das Verfahren der Neubrandenburger Staatsanwaltschaft ausgeht, ist derzeit nicht absehbar, „zumal möglicherweise nach Kenntnis der Ergebnisse des Gutachtens durchaus weitere Fragestellungen auftreten können, die wiederum fachliche Expertise erfordern“, erklärt Zeisler.

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Kommentare (1)

schreibt sogar einen Artikel über Nix. Wenn es dafür den MV-Medienpreis vom Chef gibt, sagt das viel über die Qualität von Zeitung und Schreiber.