FALSCHER POLIZIST

Welle von Betrugsanrufen in Neubrandenburg

Etliche Neubrandenburger bekamen am Donnerstag Anrufe von falschen Polizisten. In einem Fall erbeuteten die Gauner 5000 Euro. Bei Friedland hatte indes eine andere Masche Erfolg.
Neubrandenburg ·

Am Donnerstag wurden in Neubrandenburg insgesamt zehn Betrugsfälle angezeigt, in denen sich der Anrufer als Polizist ausgab. Wie die echte Polizei am Freitag mitteilte, waren die vorgeblichen Gründe des Anrufes unterschiedlich, vom Verkehrsunfall eines Verwandten bis zur dringend benötigten Kaution, oder auch die gefasste Diebesbande. Die Dunkelziffer sei wahrscheinlich sehr hoch. Erst vor einer Woche hatte es eine ähnliche Anrufwelle in anderen MV-Landkreisen gegeben.

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Leider hat auch diesmal einer der Anrufe Erfolg gehabt. In den Mittagsstunden rief ein „Thomas Krüger von der Kriminalpolizei” bei einem 77-jährigen Deutschen an. Dem Neubrandenburger wurde am Telefon weisgemacht, dass eine Diebesbande gefasst wurde. Einer der Täter habe jedoch flüchten können. Die anderen Tatverdächtigen hätten einen Zettel mit Namen, Anschrift und Bankdaten des Geschädigten dabei gehabt, daher fürchte die Polizei nun um seine Sicherheit. Man wolle dem flüchtigen Täter eine Falle stellen und benötige dafür Geld als Lockmittel. Das Geld sollte der Senior auf ein ausländisches Konto überweisen.

Erst bei zweiter Forderung misstrauisch geworden

Der 77-Jährige begab sich zur Bank und überwies mehr als 5000 Euro. Als er wieder zu Hause war, riefen die Betrüger erneut an und gaben an, weitere 8000 Euro zu benötigen, um des Täters habhaft zu werden. Das Geld würde er sofort nach Ergreifung wiederbekommen. Daraufhin wurde der Geschädigte skeptisch und informierte die echte Polizei. Diese Masche ist in dieser leichten Abwandlung neu. Üblicherweise will der falsche Polizist die Wertgegenstände sicherstellen, damit sie nicht gestohlen werden und schickt Kollegen in zivil, die sie abholen.

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In der Nähe von Friedland ist indes eine Frau auf einen Liebesbetrug (Romance Scam) hereingefallen. Die 63-jährige Deutsche wurde über Facebook von einem angeblichen General der United Nation angeschrieben. Er nannte sich Robert Kienäppel. Es wurden über längere Zeit zahlreiche Liebesbekundungen ausgetauscht. Schließlich teilte er ihr mit, dass er sich auf geheimer Mission in Kabul befände. Er wolle jedoch aus diesem Einsatz raus und sich zur Ruhe setzen. Dazu müsse er sich freikaufen.

5000 Euro auf ausländisches Konto überwiesen

Die Geschädigte korrespondierte per Mail mit der „United Nation” und bat dort um den Freikauf des Generals. Dieser wurde gewährt und sie überwies über 5000 Euro an ein ausländisches Konto. Durch ihre Hausbank wurde ihr später mitgeteilt, dass es sich wahrscheinlich um Betrug handelt und die 63-Jährige erstattete Anzeige.

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