Familie Brück mit den Eltern Anne und Christian sowie den Kindern Arthur, Ludwig und Lena (.l.)
Familie Brück mit den Eltern Anne und Christian sowie den Kindern Arthur, Ludwig und Lena (.l.) Tim Prahle
„Werkzeug hat man nie genug”, sagt Lothar Müller, der mit seiner Frau  Brunhilde „Bruni” bereits
„Werkzeug hat man nie genug”, sagt Lothar Müller, der mit seiner Frau Brunhilde „Bruni” bereits seit 1987 in Neverin wohnt. Tim Prahle
Karoline Koreng und Nachbar Christoph Ziegner sammeln seit Monaten alles mögliche, was zum Wegwerfen viel zu schade ist.
Karoline Koreng und Nachbar Christoph Ziegner sammeln seit Monaten alles mögliche, was zum Wegwerfen viel zu schade ist. Tim Prahle
Vor jedem Haus ein Stand? So sieht der Plan des Dorfclubs für diesen Sonntag aus.
Vor jedem Haus ein Stand? So sieht der Plan des Dorfclubs für diesen Sonntag aus. Tim Prahle
Landleben

Wenn ein ganzes Dorf zum riesigen Flohmarkt wird

Diesen Sonntag soll sich Neverin in einen besonderen Handelsplatz verwandeln: Jeder Einwohner ist aufgerufen, vor der eigenen Tür einen Flohmarktstand zu betreiben.
Neverin

Entrümpeln ohne Sperrmüll-Anmeldung, verkaufen ohne Stellplatz-Reservierung – das sind nur zwei Aspekte, die das Dorf Neverin diesen Sonntag zu einem besonderen Schauplatz machen könnten. Auf Betreiben des Neveriner Dorfclubs soll sich der ganze Ort von 10 bis 15 Uhr zum großen Haus- und Hofflohmarkt verwandeln. Jeder Einwohner kann dann einfach einen Stand vor der eigenen Haustür aufstellen oder bummelnd durch Neverin ziehen.

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Geht es nach dem Dorfclub, dürfte es Angebote an jeder Ecke geben. „Der Spaß steht natürlich im Vordergrund”, sagt Anne-Christin Brück, die am Sonntag alte Schätze verkaufen will. Die dreifache Mutter aus Pribsleben kehrte erst 2019 mit der Familie in die Region zurück, fand in dem Dorf schnell Anschluss. Die Möglichkeit, ein paar Sachen loszuwerden, sei nie verkehrt. „Bei drei Kindern sammelt sich eine Menge an, der Keller ist voll, die Garage auch”, so die Mutter.

Ganzes Dorf kommt zusammen

Nebenan bei Lothar und Brunhilde Müller dürften ebenfalls einige Schätze zu finden sein. „Ich muss dringend auf dem Dachboden gucken”, sagt „Bruni”, wie sie alle nur rufen. Zeigen wolle sie den Dachboden lieber nicht. Noch sei er zu unaufgeräumt, meint sie lachend. „Ich schließe den sogar ab, wenn Besuch kommt”. Womöglich wird das nach dem großen Flohmarkt gar nicht mehr nötig sein. Seit 1987 wohnt das Paar bereits in Neverin, besuchen regelmäßig Flohmärkte in Anklam und Neubrandenburg. Das Handeln überlässt „Bruni” lieber Mann Lothar. „Wir werden uns am Sonntag auf jeden Fall gut absprechen müssen”, sagt er. Denn trotz des eigenen Standes wolle man natürlich auch durch das Dorf ziehen.

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Wie der Tag wird, können sie noch nicht abschätzen. Hier, gegenüber der Grundschule, sind sie nicht direkt im Dorfkern. Aber es gehe ja auch genau darum, ein wenig herumzukommen, sagt wiederum Karolin Koreng. Die junge Frau ist in Neverin bereits aufgewachsen und selbst im Dorfclub aktiv. „Es geht ja nicht nur um den Flohmarkt selbst. Das ganze Dorf kann an diesem Tag zusammen kommen und man lernt sich in den Gesprächen bestimmt auch besser kennen”, sagt sie.

Mindestens 6 Meter Tisch

Karolin Koreng selbst ist schon fast eine Art „Flohmarkt-Junkie”. „Weil ich so oft nach Anklam gefahren bin, haben mir Freunde und Bekannte schon Sachen vorbeigebracht, die ich noch mitnehmen konnte”, erinnert sie sich. Entsprechend viele Sachen möchte sie am Sonntag am eigenen Stand drapieren. Sechs Meter Tisch werde sie wohl mindestens benötigen, tut sich dafür mit ihrer Familie zusammen.

Die Herausforderung für alle Neveriner und Flohmarkt-Gänger bringt Anne-Christin Brück scherzhaft auf den Punkt. „Vielleicht stehen wir am Ende auch mit mehr Sachen da als vorher. Denn wer weiß schon, was die Nachbarn Spannendes am eigenen Stand anzubieten haben.”

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