Anne Föls zeigt Familien mithilfe von Baby-Puppen, wie sie ihr Kind am besten tragen.
Anne Föls zeigt Familien mithilfe von Baby-Puppen, wie sie ihr Kind am besten tragen. Pablo Himmelspach
Baby-Tragekurs

Wenn Mama und Papa an der Babypuppe üben

Einmal im Monat treffen sich Mütter und Väter beim kostenlosen Tragecafé in Neubrandenburg. Dort lernen sie nicht nur, ein Baby im physikalischen Sinn richtig zu tragen.
Neubrandenburg

Anne hält mit einer Hand den Kopf der Babypuppe fest. Um ihre Hüften hat sie ein buntes Tuch gehüllt, durch das die rosa Beinchen hervorschauen. Sie zieht das Tuch fest, sodass sich der Kopf der Puppe an ihre Brust schmiegt, dann streicht sie den Stoff glatt. „Durch die Wiegebewegung beruhigt sich das Kind viel schneller. Das ist für die Eltern und auch für das Kind hilfreich“, erklärt die Baby-Trageberaterin.

Lesen Sie auch: Sie helfen bei runden Bäuchen und hohen Erwartungen

Einmal im Monat treffen sich Mütter, Väter und Kinder beim Tragecafé im Haus des Neubrandenburger Vereins Familienzeit. Das Angebot ist kostenlos. Dort lernen sie von Anne Föls, wie man ein Kind mithilfe von Tüchern und Baby-Tragen hält. Föls zufolge geht es dabei aber nicht nur um das bloße Tragen des Babys. „Es hilft auch dabei, die Bindung zwischen Eltern und Kind zu stärken. Durch die Nähe, die Wärme und den Herzschlag, den das Baby spürt“, sagt sie.

Treffen auch gut für den Austausch mit anderen Eltern

Ein Pärchen und zwei Mütter sind an diesem Freitag zu Gast, darunter Theresa und ihre sieben Monate alte Tochter Mirjam. Für sie ist es bereits das dritte Mal. An den Treffen gefalle der Mutter insbesondere der Austausch. „Man bekommt Spielanregungen und gibt sich gegenseitig Tipps. Und auch für die Kinder ist das Zusammensein gut, die sind dann ausgeglichener“, findet Theresa.

Janine und André sind zum ersten Mal im Tragecafé. Sie machen den Kurs auch aus praktischen Gründen, in wenigen Wochen wollen sie gemeinsam verreisen. Ihr sechs Wochen alter Sohn, der neben ihnen in einer Wiege schlummert, soll natürlich mitkommen. „Als Mann kann man bei einigen Themen natürlich nicht mitreden, zum Beispiel wenn es ums Stillen geht“, sagt André und lacht. „Aber das Tragen ist wirklich spannend.“

Beraterin hilft auch mit Tipps zum Stillen

Der Kurs richtet sich ausdrücklich nicht nur an Mütter – auch Väter, Omas und Opas seien willkommen. Dennoch kämen vor allem Frauen und weniger Männer zu den Kursen. „Dass die Frauen sich um die Erziehung kümmern, ist natürlich auch gesellschaftlich geprägt“, sagt Anna Föls.

Lesen Sie auch: Erste Mütterpflegerin Neubrandenburgs nimmt ihren Dienst auf

Sie selbst hat zwei Kinder und ist ausgebildete Doula. In ihrem Beruf unterstützt sie Eltern vor, während und nach der Geburt. Neben der Trageberatung, steht sie Müttern auch beim Thema Stillen zur Seite. „Ich möchte den Eltern damit das Leben ein wenig leichter machen“, sagt sie.

Besonders schwer ist das Leben als Vater aber nicht – das findet zumindest André. Sein kleiner Sohn sei in der Regel ruhig. „Ich bin schon 42. Hätte ich gewusst, dass es so leicht ist, hätte ich früher ein Kind bekommen“, sagt André und lacht.

zur Homepage