SCHIENENERSATZVERKEHR

Wenn nicht nur die Bahn, sondern auch der Bus ausfällt

Zwischen Demmin und Neubrandenburg ist derzeit Schienenersatzverkehr eingerichtet. Das bedeutet eine wesentlich längere Fahrzeit. Umso ärgerlicher, wenn dann auch der Ersatzbus nicht kommt.
Tim Prahle Tim Prahle
Denny Kleindienst Denny Kleindienst
Zugfahrer müssen derzeit in Demmin in den Bus umsteigen. 
Zugfahrer müssen derzeit in Demmin in den Bus umsteigen. Denny Kleindienst
Endstation Demmin: Weiter fährt der Zug aus Stralsund derzeit nicht.
Endstation Demmin: Weiter fährt der Zug aus Stralsund derzeit nicht. Denny Kleindienst
Demmin.

Auf der Internetseite der Deutschen Bahn ist die Verbindung Demmin-Neubrandenburg aktuell mit einer Fahrtzeit von einer Stunde und 35 Minuten angeben. Das ist eine Stunde länger als üblich. Grund dafür ist der eingerichtete Schienenersatzverkehr. Bahnreisende müssen in Demmin seit Montag in den Bus umsteigen. Darauf wird über die elektronische Anzeige am Demminer Bahnhof auch hingewiesen. Verwirrend ist allerdings, was dort in aller Kürze noch zu lesen ist: „Kein Zugverkehr bis 14.10.2018.“ Den Schienenersatzverkehr gibt es aber nur in Richtung Neubrandenburg. In Richtung Stralsund fahren nach wie vor Züge von Demmin aus.

Als sie die Anzeige liest, geht eine ältere Dame dann auch erst einmal zum Busbahnhof, kommt kurz darauf zum Bahnsteig zurück und fragt schließlich den Schaffner des gerade eingefahrenen Zuges. Ja, der Zug fahre bis Stralsund, sie könne einsteigen, erfährt die Dame. „Ich bin total überrascht“, sagt eine andere Frau. Sie will nach Neubrandenburg, Geschenke kaufen. „Ich dachte, das geht auch ohne Auto“, sagt sie. Für den Zug hat sie sich erst am Morgen entschieden. Dass es nun den Schienenersatzverkehr gibt, „gefällt mir nicht“. Dann steigt sie trotzdem in den Bus.

Am Bahnhof in Altentreptow müssen Reisende derweil schon suchen, um von der Streckensperrung und dem Schienenersatzverkehr zu erfahren. Selbst Ersatzverkehr-Erprobte finden das laminierte DIN-A-4-Blatt, das die Bahn beim Fahrplan an der Bushaltestelle aufgehängt hat, erst auf den zweiten Blick. „Das ist hier einfach nur schnell hingetackert, da geht es doch nicht darum, dass man das auch sehen kann“, sagt ein genervter Fahrgast mit einem Hauch Resignation in der Stimme, während er auf den Aushang der Bahn deutet. Immerhin hat er den kleinen Zettel auf der Rückseite des eigentlichen Fahrplanes an der
Bushaltestelle gefunden.

Sperrung bis 15. Oktober

Am Montag, dem ersten Tag des Schienenersatzverkehrs, fuhr dann allerdings erst einmal gar kein Bus von Altentreptow aus. Für Pendler und andere Bahnfahrer bedeutete das eine Verspätung über mehrere Stunden. Erst zur Mittagszeit sollen die ersten Busse gefahren sein. Auf Nordkurier-Nachfrage begründete die Deutsche Bahn den Ausfall mit kurzfristigen Personalproblemen. Mehrere Busfahrer seien krank geworden. Normalerweise sollen pro Zug gleich zwei Busse dafür sorgen, dass die Fahrgäste an ihr Ziel gelangen. Die Pressestelle der Deutschen Bahn gelobte Besserung. Das kurzfristige Personalproblem „wurde mit dem Busunternehmen ausgewertet und künftig soll flexibler reagiert werden“.

Die Sperrung der Strecke Demmin-Neubrandenburg soll zum 15.  Oktober um 5.15 Uhr andauern. Grund sind unter anderem Bauarbeiten zwischen Neubrandenburg und Altentreptow. Dort soll auf einem Abschnitt von über 50 Metern die Tiefenentwässerung erweitert werden. Zudem will die Bahn die Standsicherheit der Böschung erhöhen. Dafür würden auf einer Länge von 200 Metern insgesamt 230 Mikrobohrpfähle in das Erdreich getrieben. Zu guter Letzt sollen in Neubrandenburg drei Durchlässe erneuert werden.

Zu beachten ist beim Schienenersatzverkehr noch, dass die Busse von Neubrandenburg in Richtung Demmin nicht in Gnevkow halten. Stattdessen sollen Taxen von und nach Sternfeld abfahren. Zudem werden in den Bussen keine Tickets verkauft. Die gibt es wie gehabt am Fahrkartenautomaten am Bahnsteig.

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