GEFAHR AN DER BUSHALTESTELLE

Wenn Radfahrer an den Wartenden vorbei sausen

Seit Ende des vergangenen Jahres sind Straßen und Wege zwischen Treptower Tor und Großer Wollweberstraße am Neubrandenburger Ring neu gestaltet. Den Bürgersteig teilen sich Fußgänger und Radfahrer - und Wartende auf Bänken. Ist das nicht gefährlich?
Jörg Tänzer wartet auf den Bus. Vor dem Einsteigen muss er auf die querenden Radfahrer achten.
Jörg Tänzer wartet auf den Bus. Vor dem Einsteigen muss er auf die querenden Radfahrer achten. Paulina Jasmer
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Neubrandenburg.

Große Sitzbänke, die auf dem Fahrradweg stehen. Nicht logisch, aber Realität: An der Bushaltestelle zwischen Treptower Tor und Großer Wollweberstraße. Schon lange stehen dort diese massiven Bänke, die nur teilweise im Boden verankert sind. Jörg Tänzer aus Neubrandenburg sitzt oftmals auf den Bänken, wenn er auf den Bus gen Woldegker Straße wartet. Und während er ausharrt, sausen die Radfahrer vor seiner Nase vorbei. Leider müssen sich die Radfahrer ihren Weg mit den Wartenden teilen, die dann auch einmal unvermittelt aufstehen können, um schnell zu ihrem Bus zu gelangen.

Zu Unfällen ist es laut Polizei bisher nicht gekommen, wie Pressesprecherin Karen Lütge auf Nachfrage sagt. Die Verkehrsführung sei an dieser Stelle "bewusst so gewählt". "Die Überlegungen waren, dass wartende Fußgänger vor dem Besteigen des Busses kreuzende Fahrradfahrer gut sehen können. Radfahrer und Fußgänger können sich aufeinander einstellen", fügt sie hinzu. Steigen jedoch Passanten aus dem Bus aus, sei das schon schwieriger. Daher wurde direkt an der Straße der Gehweg entlang geführt – zur Sicherheit der aussteigenden Fahrgäste. Sie können das Verkehrsgeschehen außerhalb des Busses schlecht bis gar nicht beurteilen. Außerdem herrscht oft beim Be- und Entsteigen des Busses Gedränge. Unfällen sollte durch die gewählte Verkehrsführung vorgebeugt werden.

Die Bänke werden wahrscheinlich ins Grün versetzt

Andreas Vogel vom Städtischen Immobilienmanagement (SIM) betont auf Nordkurier-Nachfrage, dass die Bänke schnellstmöglich vom Radweg verschwinden sollen. Es werde geprüft, ob die Bänke in den angrenzenden Grünbereich rücken können - auf eine eigens für sie gepflasterte Fläche und hoffentlich auch mit Fixierung im Boden. Dann müssen die Sitzenden aber immer noch aufpassen, wenn sie den Radweg kreuzen, um zum Bus zu gelangen.

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Kommentare (2)

Schon aus der Straßenverkehrsordnung allein geht hervor, daß zu Fuß Gehende nichts auf einem Radweg zu suchen haben, ebenso wenig wie Autos. Diese Bänke stellen im übrigen einen gefährlöichen Eingriff in den Straßenverkehr da, weil sie ungesichert auf dem Radweg herumstehen.
Warum wurde da überhaupt noch ein Hochbordradweg gebaut, obwohl nach Erkenntnissen der Unfallforschung Schutzstreifen oder der Mischverkehr auf der Fahrbahn die bessere Wahl gewesen wären? Da haben die Planer die rechtsverbindlichen Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA 2010) wohl nicht gelesen, ebenso nicht die Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung! Denn diese geben den Stand der Technik wieder.

die planer haben doch keine ahnung von sinnvoller umsetzung der richtlinien, endergebnis man hält sich an der arbeit fest bis der winter kommt, sieht man jedes jahr neu....warum beginnt man trotz milden winters erst im märz an der hochstraßenbrücke, da kann man den ganzen winter über bauen... ja bänke haben da nix zu suchen auf radwegen. besser wären sie direkt an der straße aufgestellt in einer überdachten bushaltestelle. da sieht man wieder mal das die planer nie mit dem bus fahren, weltfremd eben. die passen nur auf das sie sich selber nicht einsparen, den rest kann weg...