Alkohol am Steuer

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Wer fährt öfter betrunken Auto - Frauen oder Männer?

In Neubrandenburg sind im vergangenen Jahr vier Autofahrer erwischt worden, die mehr als sagenhafte drei Promille Alkohol im Blut hatten.  
In Neubrandenburg sind im vergangenen Jahr vier Autofahrer erwischt worden, die mehr als sagenhafte drei Promille Alkohol im Blut hatten.
Patrick Seeger

Bei den von der Polizei wegen Trunkenheit am Steuer erwischten Autofahrern hat in Neubrandenburg ein Geschlecht ganz klar die Säufernase vorn. Ein Suchtberater liefert dafür auch schlüssige Erklärungen.

53 zu 7. So lautet das Endergebnis im „Wettkampf“ zwischen Männern und Frauen bei Straftaten im Straßenverkehr wegen übermäßigen Alkoholgenusses. Der Neubrandenburger Polizei gingen im vergangenen Jahr 53 Männer ins Kontrollnetz, die als Autofahrer mit mehr als 1,1 Promille oder als Radfahrer mit über 1,6 Promille Alkohol im Blut auf den Straßen der Stadt unterwegs waren. Vergleichsweise niedrig dagegen die Anzahl der erwischten Frauen: „Nur“ sieben insgesamt, fünf im Auto und zwei auf dem Fahrrad ließen sich von den Ordnungshütern bei der Straftat erwischen.

Denn ab 1,1 Promille hinterm Lenkrad ist bei der Polizei längst Schluss mit lustig. „Der Paragraf 316 des Strafgesetzbuches regelt das“, so eine Sprecherin der Neubrandenburger Polizei. „Ab 1,1 Promille gilt die Teilnahme im Straßenverkehr am Steuer nicht mehr als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat und ist eine Angelegenheit für die Staatsanwaltschaft“.

Betroffene Autofahrer oder -fahrerinnen sind dann auch sofort ihre Fahrerlaubnis los. In aller Regel, so die Polizeisprecherin, müssen die Delinquenten später auch ihre Fahrtüchtigkeit bei einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) – dem sogenannten Idiotentest nachweisen – den längst nicht jeder oder jede auch besteht.

Frauen greifen heimlich zum Alkohol

Für den Psychologen und Suchttherapeuten Tom Skippe, Leiter der Beratungsstelle im Neubrandenburger Haus der Begegnung, einem seit 1990 existierenden Suchtbehandlungszentrum, ist die Tatsache vom „Männerüberschuss“ bei alkoholisierten Verkehrsteilnehmern keine große Überraschung. Auch in der Klientel, die im Haus der Begegnung Hilfe bei der Überwindung der Alkoholsucht sucht, seien männliche Trinker eindeutig in der Überzahl. „Vielleicht im Verhältnis zwei Drittel zu einem Drittel“, sagt Skippe.

Dennoch sei nicht unwahrscheinlich, dass die Zahl der Alkoholikerinnen höher sei, als seine Klientel vermuten lässt. „Frauen trinken heimlicher, mehr zu Hause. Davon wissen dann in der Regel weniger Leute und der Druck, sich behandeln zu lassen, ist geringer“. Zudem habe die Tatsache, dass die Polizei viel mehr betrunkene Männer aus dem Verkehr zieht, auch hormonelle Gründe. „Männer sind“, so der Psychologe, „viel schneller bereit, Risiken einzugehen. Eben auch das Risiko, sich betrunken ins Auto zu setzen“.

Kommentare (3)

Tolle Aussage und wie sieht es aus, wenn man die Anzahl der weiblichen und männlichen Verkehrsteilnehmer mal ins Verhältnis setzt? Vielleicht fällt das Ergebnis mit den Saufnasen nicht mehr ganz so eindeutig aus. Alkohol am Steuer geht trotzdem überhaupt nicht!

Wir Frauen fahren auch mal im angetrunkenen Zustand noch Auto, da schliesse ich mich nicht aus! Ich bin auch schon oft vom Kaffeklatsch gekommen und es wurde etwas später als sonst und ich hatte wohl 3-4 Glas Sekt getrunken und bin noch gefahren,obwohl ich den Sekt wohl etwas gemerkt habe... Aber wahrscheinlich hält man uns Frauen nicht so häufig an,weil wir vorsichtiger fahren als Männer wenn wir getrunken haben! Ich fahre jedenfalls immer vorsichtig,wenn ich alkoholisiert Autofahre und mit 3 Gläschen Sekt im Blut fahre ich immer noch Auto...

In dem Text geht es vor allem um stark betrunkene Autofahrer / Autofahrerinnen. Das bisschen Sekt sollte man nicht mit richtigen Trunkenheitsfahrten wie die von Bettina Wulff in einen Topf schmeißen. Ich trinke meine 2 Gläser Wein, wenn ich eine Freundin besuche, fahre dann heim und trinke zuhause noch ein Glas. Viele Männer dagegen betrinken sich wohl völlig bevor sie heimfahren, das dürfte auch ein Unterschied sein. Und dann sind Alkoholkontrollen nachts um 3 vor der Disco auch eher wahrscheinlich als nach Deinem Kaffeeklatsch.