Welche Aufteilung die neue Schwimmhalle in Neubrandenburg bekommen soll, darum ging es bei einer Ausschusssitzung.
Welche Aufteilung die neue Schwimmhalle in Neubrandenburg bekommen soll, darum ging es bei einer Ausschusssitzung. Fredrik von Erichsen
Kinder, Fitness, Triathlon

Wer profitiert von Neubrandenburgs neuer Schwimmhalle?

Für die neue Schwimmhalle in Neubrandenburg gibt es mehrere Varianten. Für die Entscheider stellt sich die Frage, wessen Wünsche man mit dem Raumkonzept erfüllen soll.
Neubrandenburg

Wo die zukünftige Schwimmhalle in Neubrandenburg gebaut werden soll, könnte womöglich schon im Februar feststehen, dann tagen die Stadtvertreter. Aber: „Bei aller Wichtigkeit des Standortes, sollten wir uns auch um die Ausstattung kümmern“, mahnte jüngst Steven Giermann (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Generationen, Bildung und Sport.

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Gerade das avisierte Raumkonzept hat es in sich. Jedenfalls redeten sich die Ausschussmitglieder und ihre Gäste die Köpfe heiß. So werden laut Machbarkeitsstudie drei Varianten in Betracht bezogen: sechs Bahnen à 25 Meter, acht Bahnen à 25 Meter oder vier Bahnen zu je 50 Metern. Zu den beiden ersten Becken war jeweils noch ein Lehrschwimmbecken geplant. Bei der letzten Variante sollte durch einen Hubboden, der verstellt werden kann, die Möglichkeit für Aquafitness oder Rehasport geschaffen werden.

Begeistert von Anklamer Halle

Jan Gräfe, Präsident des Landesschwimmverbandes, sagte: „Ich bin Fan von viel Wasserfläche.“ So seien vier oder fünf Bahnen mit je 25 Meter für ihn nicht sinnvoll. Sechs, acht oder zehn 25-Meter-Bahnen seien in seinen Augen das Beste. Er betonte dabei die Wichtigkeit eines zusätzlichen Lehrschwimmbeckens.

Von der jüngst eröffneten Schwimmhalle in Anklam mit acht 25-Meter-Bahnen zeigte sich Gräfe begeistert. Es sei die erste Halle mit einer solchen Ausstattung für den Wettkampfbetrieb in ganz Mecklenburg-Vorpommern, lobte er. Allerdings: „Der Platz am Beckenrand ist überschaubar“, kritisierte er. Das heißt, nur wenige Zuschauer könnten dabei sein, was überregionale Wettkämpfe schwierig mache. Doch wenn sich Neubrandenburg für eine Wettkampfausstattung entscheide, dann richtig. „Wenn man das will, muss man aber die große Keule rausholen“, so Jan Gräfe.

Skepsis hinsichtlich Wettkampfbetrieb

Frank Benischke, Vizepräsident Leistungssport beim Landessportbund, betonte in seinem Redebeitrag, dass eine Entscheidung in der Tat schwierig sei. So würden die Triathleten „ausdrücklich“ die 50-Meter-Bahnen bevorzugen. „Sie wollen möglichst lange schwimmen, ohne wenden zu müssen“, erklärte er. Auf der anderen Seite soll eine Trainingssportstätte für die Schwimmer geschaffen werden, die sich über sechs bis acht Bahnen à 25 Meter freuten. Wenn es aber in Richtung Wettkampfbetrieb gehen soll, müssten weitere Überlegungen angestellt werden.

Es werde mehr Platz gebraucht, um zum Beispiel Doping-Kontrollen durchführen zu können. Darüber hinaus sprach sich Frank Benischke gegen einen multifunktionalen Hubboden aus, um Rehasport und Co. ins Schwimmerbecken zu integrieren. Er bezweifelte, dass die gewünschten Temperaturen für den jeweiligen Bereich zustande kämen. „Ich denke, dass dies die Multifunktionalität überfordert“, sagte er.

CDU-Ausschussmitglied Günter Jeschke bezweifelte, dass es mit einer Halle, die zwar für den Wettkampfbetrieb ausgelegt wäre, tatsächlich solche „Sportveranstaltungen en masse“ geben werde. Dass es einen derartigen Bedarf gebe, „halte ich für ein bisschen überzogen“. Nach eigenen Angaben hält er den Schulsport für mindestens genauso wichtig. Außerdem hatte es in früheren Sitzungen geheißen, dass es fürs Schwimmenlernen wegen der Lautstärke nicht dienlich sei. über viele Bahnen hinweg mit den Kindern zu kommunizieren. Günter Jeschke sprach sich deshalb für vier Bahnen à 50 Meter aus.

Beide Varianten noch in der Diskussion

Gunar Mühle (parteilos), sachkundiger Einwohner, schlug sich auf Jeschkes Seites. „Auch ich denke an unsere Kinder“, sagte er und bezweifelte, ob sich Wettkämpfe überhaupt rentieren würden. Urte Reinsdorf (Linke) fand hingegen den Gedanken reizvoll, bei acht 25-Meter-Bahnen zwei von ihnen auf 50 Meter zu verlängern. „Vielleicht kann man da kreativ sein“, hoffte sie.

Letztlich einigten sich die Ausschussmitglieder darauf, sich beide Varianten, also acht 25-Meter-Bahnen und vier 50-Meter-Bahnen, in Realität anzuschauen. Dafür wollen sie die Hallen in Anklam und Lindow (Brandenburg) besichtigen und mit den Betreibern über Wohl und Wehe der Raumkonzepte ins Gespräch kommen.

 

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