MORDPROZESS

Wer rief den Notruf, um Leonie zu retten?

Aus der Wohnung in Torgelow, in der Leonie starb, wurde vier Tage vor ihrem Tod mehrfach der Notruf gewählt. Was geschah während des heftigen Eifersuchtsstreits zwischen Mutter und Stiefvater?
Andreas Becker Andreas Becker
Janine Z. beim Verlassen des Gerichtssaals in Neubrandenburg. Hinter ihr ist ihr Anwalt Axel Vogt zu sehen.
Janine Z. beim Verlassen des Gerichtssaals in Neubrandenburg. Hinter ihr ist ihr Anwalt Axel Vogt zu sehen. Andreas Becker
Der Mordangeklagte verbirgt vor Prozessbeginn am Landgericht Neubrandenburg immer sein Gesicht.
Der Mordangeklagte verbirgt vor Prozessbeginn am Landgericht Neubrandenburg immer sein Gesicht. Archivbild / Simone Shamann
Neubrandenburg.

Zur Mittagszeit war am Mittwoch Schluss! Nach viermaliger Vernehmung durch den Vorsitzenden Richter Jochen Unterlöhner hat Janine Z. von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Damit kamen weder Staatsanwalt noch Nebenkläger, Gutachter sowie Verteidigung zum Zug. „Diese neue Situation müssen wir zunächst einmal neu bewerten”, wollten sich Bernd Raitor und Jörn Fenger, Anwälte des Mordangeklagten David H., unmittelbar nach Abbruch der Verhandlung noch nicht konkret äußern.

Janine Z. selbst hatte laut ihres Anwaltes Axel Vogt in nicht öffentlicher Vernehmung jede Beteiligung an Misshandlungen bei ihrer Tochter dementiert. „Ich kann zwar keine Details nennen. Fakt ist aber, dass Leonie am 12. Januar eines gewaltsamen Todes gestorben ist. Aber nicht durch die Hand der Mutter.

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„Spirale der Gewalt, Bedrohung und Einschüchterung”

In der Wohnung in Torgelow herrschte eine Spirale der Gewalt, Bedrohung und Einschüchterung”, sagte Vogt im Anschluss an die Vernehmung. Der Mutter sei es trotz mehrmaliger Versuche nicht gelungen, sich aus dieser Situation zu befreien. „Sie war einfach nicht stark genug”, sagte der Anwalt der Mutter. Sie mache sich selbst die größten Vorwürfe und sucht bis heute eine Erklärung, warum sie es nicht geschafft habe, Hilfe zu holen.

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Nach Auswertung von Gerichtsunterlagen habe es bereits am 8. Januar und in der Nacht auf den 9. Januar, also vier Tage vor dem Tod Leonies, Anrufe von einem Handy aus der gemeinsamen Torgelower Wohnung von Janine Z. und David H. beim Notruf 110 gegeben.

Diese Versuche seien aber jedes Mal nach wenigen Sekunden abgebrochen worden. An jenem 8. Januar soll es zu einem heftigen Eifersuchtsstreit zwischen Mutter und Stiefvater gekommen sei. Bei dieser Auseinandersetzung könnte Leonie zwischen die Fronten der Erwachsenen gekommen sein und schwere Verletzungen erlitten haben.

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