Insekten plagen Neubrandenburg

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Wespen in diesem Sommer besonders hungrig

Wespen haben es vor allem auf süße Leckereien wie Marmelade abgesehen.
Wespen haben es vor allem auf süße Leckereien wie Marmelade abgesehen.
Peer Grimm

In diesem Jahr scheint es besonders viele Wespen in Neubrandenburg zu geben. Schädlingsbekämpfer haben alle Hände voll zu tun und warnen davor, die Nester eigenhändig zu entfernen. Denn das Töten der streng geschützten Tiere kann sehr teuer werden.

Menschen, die mit dem Kopf zucken oder die Arme schwingen, um lästige Wespen zu verscheuchen, sind derzeit in Neubrandenburg kein seltener Anblick. „Es gibt in diesem Jahr deutlich mehr Wespen als im Vorjahr wegen der günstigen Witterungsverhältnisse“, erklärt Claudia Ulrich von der Neubrandenburger Schädlingsbekämpfungsfirma Pohl. Durch das anhaltend warme und trockene Wetter in den vergangenen Monaten hätten sich die Wespen besonders gut vermehren können.

Wespen beim Bäcker

Da die schwarz-gelb gestreiften Schwarmtiere hauptsächlich von süßen Düften angelockt werden, haben vor allem die Bäckereien mit der Wespenplage zu kämpfen. „Sie lassen sich kaum vertreiben und wirken aggressiver als sonst. Es gab auch schon so manche Kollegen, die von einer Wespe in die Hand oder am Arm gestochen wurden und schwere Schwellungen davongetragen haben“, sagt Sophie Lutz, Mitarbeiterin der Stadtbäckerei Kowaleski. Die aufgestellte Insektenfalle würde leider nur bedingt funktionieren. Die Wespen sollen durch das ausgestrahlte Neonlicht angelockt und danach über das integrierte Stromgitter unschädlich gemacht werden.

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Für die Expertin Claudia Ulrich sind die Wespen dieses Jahr aber nicht aggressiver als sonst, sondern bleiben nur besonders hartnäckig, weil sie hungrig sind und an ihre Lieblingsspeise wollen. Nervöses Verhalten sowie hektische Bewegungen des Menschen würden jedoch dazu führen, dass sich die Wespe bedroht fühlt und zusticht. Es sei auch nicht ratsam die Tiere anzupusten, da das Kohlendioxid in der Atemluft eine Art Alarmsignal für die Wespen darstelle und sie in Angriffsstellung versetzt.

Wespen sind streng geschützt

Wer den Wespen nun am liebsten den Garaus machen möchte, der sei gewarnt. Für das grundlose Zerstören von Wespennestern kann man nach aktuellem Tierschutz-Bußgeldkatalog in Mecklenburg-Vorpommern mit bis zu 20.000 Euro belangt werden. Denn Wespen sind streng geschützte Tiere und dürfen nur in Ausnahmefällen getötet werden.

„Eine Bekämpfung sollte zum einen nur durchgeführt werden, wenn eine Allergie vorliegt. Dann besteht im Falle eines Wespenstichs für die betreffende Person mitunter Lebensgefahr. Zum anderen für den Fall, dass durch den Ort des Nestes von den Wespen eine hohe Gefährdung ausgeht, wie in Bereichen mit hohem Publikumsverkehr oder bei Gebäudeeingängen“, so Ulrich.

Wespen-Nester nicht anzünden

Wespennester im heimischen Garten oder an der Hauswand sollten weder angezündet, noch mit Wasser- oder Hochdruckstrahlern entfernt oder gar zerschlagen werden. Ulrich empfiehlt, die Beseitigung lieber den Profis zu überlassen und sich nicht selbst in Gefahr zu begeben. Denn nur ein Schädlingsbekämpfer verfügt über die nötige Ausrüstung und Schutzkleidung.

„Wir befinden uns gerade in der Hauptsaison und müssen nahezu täglich zu Wespen-Einsätzen in Neubrandenburg und dem Umland ausrücken“, sagt Ulrich. Die Kosten für die Entfernung der Wespen variieren dabei je nach Dringlichkeit, Lage und Größe des Nestes. Wer ein Wespennest entdeckt, sollte mindestens zwei bis drei Meter Sicherheitsabstand halten, um die Tiere nicht zu beunruhigen.